Archiv der Kategorie ‘Fundstücke‘

 
 

Selbstgesteuertes Lernen und so …

Heute ereilte mich wieder eine Mail von Claudia Döring. Sie weist auf einen Artikel von N. Göler von Ravensburg hin und schreibt folgendes:

Schüler-Firmen: selbstgesteuertes Lernen und Vorbereitung auf die Arbeitswelt

Schülerfirmen können hochwertige Beiträge zur Pädagogik und deutliche Entlastungen für LehrerInnen bieten. Dies ergab eine Evaluationsstudie in elf Einrichtungen aller Schulformen. Professorin Dr. Nicole Göler von Ravensburg (Frankfurt M.) bilanziert: “SchülerInnen arbeiten nachgewiesenermaßen mit einem außergewöhnlich hohen Grad an Eigenmotivation und Engagement in ihrer Schülerfirma, nicht zuletzt weil der Arbeitsprozess und damit auch der Lernprozess selbst organisiert wird. Eigeninitiative, Unternehmensgeist, Zielorientierung, Selbstständigkeit, Persönlichkeitsbildung, Verantwortungsbewusstsein und Teamgeist werden gefördert.” [...]

N. Göler von Ravensburg: Genossenschaftliche Schülerfirma im kommunalen Raum
in: W. George, M. Bonow (Hrsg.): Regionales Bildungs- und Wissensmanagement
Pabst, Lengerich/Berlin 2009, 268 Seiten, ISBN 978-3-89967-530-6″

Na schön!

Neulich lass ich in den NachDenkSeiten unter der Überschrift “Die Ausbildung zum Spekulanten geht weiter” folgendes – was zwar nicht ganz das Selbe ist, aber dennoch zumindest Öhnlichkeiten aufweist:

“Unbeeindruckt von den schlimmen Folgen der Spekulation als wesentlicher Ursache der Finanzkrise treibt die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft die geistige Infiltration der Schulen weiter.”

Dann werden ein paar Projekte aufgezählt, in denen SchülerInnen die Börse und so – nämlich auch Eigeninitiative, Unternehmensgeist, Zielorientierung, Selbstständigkeit – nahe gebracht werden.

Ganz schön ist noch eine Ergänzung, die auf einen Artikel in der Süddeutschen verweisst:

“Als Ergänzung noch einmal der Hinweis auf die Art der Machenschaften der INSM: Die betroffenen Medien setzen sich endlich zur Wehr
Medien wehren sich gegen INSM: Partner wider Willen
Mit ‚ÄûNeon« und ‚ÄûAnne Will« als vermeintliche Partner suchte die INSM nach Reportern für ein TV-Projekt. Jetzt wehren sich die Genannten gegen den Verdacht, sie würden mit der Lobbygruppe kooperieren.
Quelle: SZ

The Masterplan

siehe: http://masterplanthemovie.com/

… zugegeben schon etwas älter, aber nicht ganz schlecht. Gerade das Ende ist so paranoid nicht, wenn man weiß, dass 23andMe mit Googles Geld und von Anne Wojcicki, der Ehefrau von Google-Pionier Sergey Brin, gegründet wurde und das erklärte Ziel verfolgt, langfristig “98% der Weltbevölkerung genetisch zu kartografieren”.

vgl. auch Welt-online: Experten warnen vor neuen Internet-Gentests

Interessant in diesem Zusammenhang ist vielleicht auch das, was ich gerade in dem auffallend kurzen wikipedia-Eintrag zu Sergey Brin lese: “Laut eigener Aussage hat er eine Veranlagung zur Parkinson-Krankheit, die durch eine Mutation am LRRK2-Gen ausgelöst wird, welche bei ihm vorhanden ist.”

Rüstow wäre heute wohl ein Linksradikaler ‚Ķ

Michel Foucault benutzt in seiner 1979 gehaltenen Vorlesung zur Geburt der Biopolitik, hier speziell für seine kritischen Analyse des – in diesem Fall deutsch-österreichischen – Neoliberalismus das so genannte Walter-Lippmann-Symposium von 1939 quasi als Aufhänger, um so etwas wie einen Gründungsmythos zu erzählen. Als Teilnehmer dieses Symposions nennt Foucault namentlich neben Wilhelm Röpke, Friedrich August von Hayek, Ludwig von Mises u.a. auch Alexander Rüstow (vgl. Foucault, Michel: Geschichte der Gouvernementalität II, Suhrkamp, Frankfurt a.M. 2004, S. 188ff.).

Über eben diesen konnte man vor ein paar Tagen einen lustigen Kommentar von einem Leser der NachDenkSeiten lesen. Nämlich:

“Rüstow wäre heute wohl in der Einschätzung Steinbrücks ein Linksradikaler …”

Er begründet diese Aussage mit einem Zitat aus dem so genannten Godesberger Referat, welches Rüstrow 1959 gehalten hat:

“An die Stelle der marxistischen Irrlehre von der Ausbeutung und dem Mehrwert ist nun neue nationalökonomische Einsicht getreten, die von der allergrößten Wichtigkeit ist, nämlich die Einsicht, dass der Lohn für den Unternehmer nicht nur ein Kostenbestandteil ist, sondern zugleich die Kaufkraft darstellt, mit der seine eigenen Produkte gekauft werden. Wenn man das weiß, ergibt sich eine vollkommen andere Perspektive für die Lohnpolitik. Unter dem alten Klassenkampfgesichtspunkt war es so, dass für die Unternehmer der Lohn nicht niedrig genug und für die Arbeiter nicht hoch genug sein könnte: zwei diametral entgegen gesetzte, unversöhnliche Standpunkte, eine ausgesprochene Klassenkampfsituation! Wenn man aber den anderen Gesichtspunkt zugrunde legt, so steht es ganz anders; dann gibt es ein Lohnoptimum, das sowohl für den Arbeiter wie für den Unternehmer das Erstrebenswerte darstellt.

Dass die moderne Wissenschaft diese grundsätzliche Einsicht erarbeitet hat, ist ein großes und weittragendes Verdienst. Leider ist sie noch nicht so weit, dass sie zahlenmäßig angeben könnte, wo unter den verschiedenen Verhältnissen dieses Optimum der Lohnhöhe liegt. Aber allein schon das Bewusstsein, dass es ein solches Optimum gibt und dass dieses Optimum für Arbeitgeber und Arbeitnehmer das gleich ist, dass es also die Aufgabe der Lohnpolitik ist, gemeinsam diesen für alle richtigen Punkt zu finden, ändert in dem Maße wie es sich durchsetzt‚Ķ das ganze Klima der Lohnverhandlungen [‚Ķ]

… Auch die Sozialquote kann für den Klassenkämpfer nicht hoch genug sein, und die Gegenseite hat dann natürlich umgekehrt ein Interesse daran, sie möglichst niedrig zu halten. In Wirklichkeit steht es aber so, dass es auch in der Sozialpolitik ein Optimum gibt, an dem alle Beteiligten interessiert sind. Denn während man früher glauben konnte und es zum Teil auch so war, dass die Kosten der Sozialpolitik von den Unternehmern getragen wurden, sind ja heute die Summen, um die es sich handelt, viel zu hoch, um das zu ermöglichen, vielmehr wird der weitaus größte Teil des Sozialaufwandes direkt und indirekt von den Arbeitern selbst getragen. Denn auch der Teil, der formell als Unternehmerbeitrag gezahlt wird, geht ja in Wirklichkeit vom Lohn ab; um so viel, wie der Unternehmer an Sozialbeitragen zahlen muss, kann er an Lohn weniger zahlen. Auch das geht also auf Kosten der Arbeiter …”

Britische Schulen: Harte Kerle als Aufpasser gesucht

gefunden in der telepolis vom 14.04.2009 von Florian Rötzer:

Zur Beaufsichtung von Klassen sind bei der Abwesenheit von Lehrern als Aufpasser auch ehemalige Marines, Gefängnisaufseher, Türsteher oder Polizisten gefragt.

In Großbritannien wächst nicht nur der Überwachungsstaat, sondern auch die Angst vor den Kindern und Jugendlichen, deren Respektlosigkeit und “antisoziales Verhalten” seit Jahren mit drastischen Strafen geahndet wird. Jetzt wird bekannt, dass britische Schulen Türsteher con Kneipen und Nachtclubs, Wachmänner oder Personen mit militärischer oder polizeilicher Ausbildung suchen, um Klassen zu beaufsichtigen oder eher: zu disziplinieren, wenn die Lehrer krank oder anderweitig verhindert sind.
Wie britischen Medien berichten, wurde auf einer Konferenz der Lehrergewerkschaft über den neuen Trend informiert. Für die Hälfte des Gehalts eines Aushilfslehrers sollen die Aufpasser in den Klassen beispielsweise Aufgabenblätter, die vom abwesenden Lehrer stammen, an die Schüler verteilen und darauf achten, dass sie ihre Arbeit erledigen und sich ansonsten gut betragen. Der Mathematiklehrer Andrew Baisley erzählte den Teilnehmern der Konferenz, welche Vorstellung im Hintergrund der neuen Initiative steht. Es gehe manchen Schulen offenbar um die Kontrolle der Klasse (crowd control): “Um den Job zu erledigen, ist es notwendig, dass sie streng und laut sind.” Gut sei es eben auch, wenn sie wie Türsteher und Rausschmeißer groß und stark sind, um die Kleinen und Pubertierenden zu beeindrucken.

Ein Jobangebot in Birmingham lautete so: «Hard core cover supervisors needed now!” Geboten wurde den gesuchten “dynamischen, inspirierenden und harten Aufpassern” zwischen 50 und 70 Pfund täglich. Gefragt waren ausdrücklich “ehemalige Marines, Gefängnisaufseher, Türsteher, Polizisten, Feuerwehrleute, Sportler oder Schauspieler”.

Wichtig sei aber, so kritisierte Baisley, dass die Aufpasser auch für den Umgang mit Schülern ausgebildet seien. Zukünftig könnten Aufpasser, auch ungeschulte, wenn sie nur einer Sicherheitsprüfung unterzogen wurden, noch häufiger an den Schulen zu sehen sein, weil nach Angaben der Lehrergewerkschaft die Möglichkeit, dass Lehrer ihre Kollegen vertreten, ab September weiter eingeschränkt werde. Das für die Schulen zuständige Ministerium fordert, dass Schulleiter als Aufpasser nur Menschen mit entsprechender Erfahrung und Ausbildung einstellen sollen. Aufpasser sollen zudem nur kurzfristige Lösungen sein. Und überhaupt gäbe es bald kein Problem mehr, da die Tage des Lehrermangels vorbei seien. Man habe jetzt mehr Lehrer und Aushilfskräfte als jemals zuvor.

… so geht’s vielleicht auch

‚ÄûZartheit zwischen Menschen ist nichts anderes als das Bewusstsein von der Möglichkeit zweckfreier Beziehungen, das noch die Zweckverhafteten tröstlich streift.«

Adorno, Minima Moralia

Geht doch …

Das Internet als Klassengesellschaft

“MySpace für Doofe, Facebook für Akademiker, Xing fürs Geschäft? Die Web-Communities von heute sind längst keine klassenlosen Räume mehr, in denen alle auf Augenhöhe kommunizieren. Die Netzgesellschaft differenziert sich rasant aus – bis hin zum persönlichen Suchmaschinenmarketing.

Die höheren Kasten der High School sind zu Facebook umgezogen. Das war zivilisierter, und weniger kitschig. Die niedrigeren Klassen waren üblicherweise zufrieden, bei MySpace zu bleiben.’

[...]

Der erste Google-Eindruck zählt

Die gute alte Homepage kommt zurück, könnte man also sagen. Digitale Selbstdarstellung, die Kontrolle über den ersten Google-Eindruck wird täglich wichtiger, gerade für Freiberufler oder Menschen auf der Suche nach einem neuen Job.

Genau auf diesen Markt zielt auch das deutsche Angebot MyOnID: Es ist eine Mischung aus Business-Community, Webseiten-Baukasten – und persönlicher Google-Manipulation. Die Betreiber versprechen ihren Kunden, durch Suchmaschinenoptimierung dabei zu helfen, dass das säuberlich gepflegte Profil bei einer Google-Suche auch schön weit oben landet.
Gegen eine Extra-Gebühr kann man sich von MyOnID sogar zum beworbenen Produkt machen lassen: Für sechs Euro pro Monat kaufen die Betreiber auch Suchmaschinenanzeigen, die dann bei Google in der rechten Spalte neben den Ergebnissen auftauchen, wenn jemand nach dem Namen des Kunden sucht – wie sonst die Verweise auf Webshops, Ebay und Co. [...] Die Betreiber sprechen denn auch von “Personal Branding”: “Hier stellen sich Nutzer als Marke dar.”

Wer zahlt, das ist die Botschaft, bekommt dafür Kontrolle über das, was man im Netz über ihn findet. Mit Geld gegen den großen Gleichmacher Google.”

unbedingt weiterlesen bei Spiegel online - sehr lesenswert !!!

Der Staat fördert Studierende aus armen und reichen Haushalten fast gleich

“In kaum einem anderen Land auf der Welt ist die Studienfinanzierung so vielfältig und unübersichtlich wie in Deutschland. In einem Vergleich zwischen Tschechien, England, den Niederlanden, Norwegen, Spanien und Deutschland stellte ein internationales Forscher-Konsortium unter der Beteiligung der HIS GmbH [PDF - 1.6 MB] fest, dass bei uns die staatliche Unterstützung der Studierenden aus einkommensstarken Familien (über 64.000 Euro p.a.) in Höhe von 5.135 Euro pro Jahr über indirekte Leistungen z.B. in Form von Steuererleichterungen nahezu gleich hoch ist, wie die Unterstützung von Studierenden in Höhe von 5.720 Euro pro Jahr aus einkommensschwachen Familien (bis knapp 31.000 Euro p.a.) durch indirekte zuzüglich direkter Leistungen z.B. durch das Bafög.

Noch geringer sind die Unterschiede bei den staatlichen Vergünstigungen für Studierenden, die bei ihren Eltern wohnen, nämlich 4.523 Euro pro Jahr bei einkommensstarken Haushalten gegenüber 4.669 Euro pro Jahr in der unteren Einkommensstufe.
In Deutschland werden überwiegend die Eltern gefördert und nicht die Studierenden unmittelbar.
Würde man die direkten und indirekten Unterstützungsleistungen zusammenfassen, dann könnte man damit auch eine elternunabhängige Förderung der Studierenden – wie etwa in Finnland – finanzieren.”

Hier weiterlesen …

Katerstimmung …

… gefunden in der aktuellen Ausgabe der Erziehung und Wissenschaft – also der Zeitschrift der GEW: jener GEW, die im Übrigen neulich gerade beschlossen hat, nicht mehr mit Bertelsmann zusammen zu arbeiten:

Das also ist die digitale Bohème …

Den zugehörigen Spot gibt’s unter YouTube, einen – wie ich meine – ganz passenden Kommentar hier; die ersten Kurseinbrüche der Ich-Aktie Lobo kann man hier einsehen – zumindest wenn man auf die Idee der “Währung Respekt” – laut Lobo u.a. das Zahlungsmittel des web 2.0 – auch nur einen Heller gibt.

David Bowie fand ich irgendwie geiler …


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