Lehre

SoSe 2010

Gesellschaftliche Bedingungen von Bildung und Erziehung: Neoliberalismus – theoretische Grundlagen, Praxis, Konsequenzen fĂŒr das Bildungswesen (studentisch organisiertes Seminar)

Ehemals gemeinwirtschaftlich organisierte Sektoren sollen sich zunehmend nach den Regeln „des Marktes“ organisieren – in Konkurrenz zueinander, orientiert auf Profitmaximierung. Die Gesundheitsversorgung, der (öffentliche) Nahverkehr und verstĂ€rkt auch die (Hoch-)Schulen werden in diesem Zuge privatisiert oder nach unternehmerischen Steuerungsmodellen reformiert. Die global bestimmenden RationalitĂ€ten, die all diesen Entwicklungen zugrunde liegen, sind die des Neoliberalismus, dessen Vorreiter auf die angeblich alternativlose „Liberalisierung“ und “Ökonomisierung” aller Lebensbereiche setzen. Auch die aktuelle Transformation der Studienstruktur im Zuge des Bologna-Prozesses muss in diesem Kontext gesehen werden.

WiSe 2009/10

LebenskunstKunst und Technik der LebensfĂŒhrung

Postmoderne UnĂŒbersichtlichkeit, fehlendes Orientierungswissen, fragiler sozialer Zusammenhalt, das Ende der großen ErzĂ€hlungen oder gar das der Geschichte. So lauten einige zeitdiagnostische Schlagworte. Aktuell ist nun auch die allein ĂŒbrig gebliebene regulativen Idee des Marktes in die Krise geraten. Entsprechend groß ist der – auch individuelle – Bedarf an pragmatischen Verfahren, wertfreien Techniken und neutralen Methoden, die einem die Frage abnehmen, wie das – eigene – Leben zu fĂŒhren sei. Im pĂ€dagogischen Diskurs taucht dies in der Form der didaktische Methode der “Selbststeuerung” und der gegenwĂ€rtigen Leitidee der “Individualisierung” auf. Vor dem Hintergrund einer Auseinandersetzung mit dem – nicht zuletzt von Michel Foucault erneut aufgegriffenen – Begriff der “Lebenskunst”, der Kunst also, sein eigenes Leben zu “fĂŒhren”, sollen hieran anschließende bildungstheoretische Überlegungen nachvollzogen und anhand konkreter Beispiele aus der pĂ€dagogischen Praxis bearbeitet werden. Es stellt sich die Frage, ob diese “Östhetik des Existenz” eine Alternative zu dem auch pĂ€dagogisch aktuell gepflegten “Selbstkult” darstellen könnte und welche konkreten “Techniken des Selbst” hierfĂŒr denk- und umsetzbar wĂ€ren.

SoSe 2009

Gesellschaftliche Bedingungen von Bildung und Erziehung – Virtuelle IdentitĂ€t

Die so genannten Neuen Medien markieren ein zentrales Moment innerhalb jener gesellschaftlichen Transformationsprozesse, die unsere Gegenwart ausmachen. Entsprechend tauchen sie auch im pÀdagogischen Feld auf. Sie sind lÀngst selbst ein Raum geworden, innerhalb dessen sich Bildung vollzieht.
Mit den AnfĂ€ngen des Internet begeisterte sich der pĂ€dagogische Diskurs zunĂ€chst an der “Virtuellen IdentitĂ€t”, an “Gender Swapping« und virtuosen Rollenspielen, die einen von den Fesseln des Identischen zu lösen versprachen. Inzwischen ist im Zusammenhang mit MySpace, YouTube & Co, sprich dem web 2.0 und dem davon abgeleiteten Lernen 2.0 auch von einer Ausweitung der Bekenntnis- und Bewerbungskultur, neuen Formen der Selbstthematisierung und Selbstvermarktung sowie einer allgegenwĂ€rtigen Kontrolle die Rede.
Das Seminar möchte diesen verschiedenen Formen einer “Virtuellen IdentitĂ€t” im erziehungswissenschaftlichen Kontext nachgehen. Es ist damit zugleich eine EinfĂŒhrung in grundlegende Theorien der Sozialisation.
Basierend auf den vorangegangenen Veranstaltungen im Modul “Grundlagen der Erziehungswissenschaft” erfolgt die ModulprĂŒfung als mĂŒndliche PrĂŒfung auf Basis von ePortfolio-Arbeit (idealerweise ĂŒber das gesamte Modul “Grundlagen der Erziehungswissenschaft”).

Medien & Bildung
UnterstĂŒtzung bei der Organisation der Ringvorlesung

Die Ringvorlesung möchte in diesem Semester interdisziplinÀre Perspektiven auf medientechnische und konzeptuelle, auf individuelle und soziale Mechanismen von Kontrolle und Selbstkontrolle eröffnen. [...]
Aktuelle medientechnologische Entwicklungen, zusammengefasst unter dem Schlagwort „Web 2.0«, fördern Transparenz und Öffentlichkeit und prĂ€gen durch ihre Architektur, Struktur und Beschaffenheit verĂ€nderte Mechanismen und Prozesse der Kontrolle und Selbstkontrolle. ‚ÄØDurch die zunehmend geforderte SelbstreflexivitĂ€t im Rahmen neuer Formen der sozialen Eingebundenheit wird Bildung zur Selbst-Bildung. Der Gegenstand der BemĂ€chtigung ist nicht mehr die Welt, sondern die eigene Vita, die zum Objekt stĂ€ndiger Konstruktion und Konfiguration wird.
Aus unterschiedlichen Perspektiven sollen aktuelle medientechnologische und damit zusammenhÀngende kulturelle Entwicklungen vorgestellt und diskutiert werden.

WiSe 2008/09

Foucault – pĂ€dagogische LektĂŒren

Die Arbeiten von Michel Foucault werden nicht nur in der Philosophie, Sozial- und Sprachwissenschaft, sondern seit einigen Jahren auch in der Erziehungswissenschaft breit diskutiert. Zum einen wird hier Foucaults Machtanalyse fĂŒr eine Kritik der Schule als Disziplinaranstalt herangezogen. Zum anderen wird unter dem Stichwort der GouvernementalitĂ€t die VerschrĂ€nkung freier SelbsttĂ€tigkeit und Selbstgestaltung mit neuen Formen von Regulierung und Kontrolle in den Blick genommen – eine VerschrĂ€nkung, die im aktuellen pĂ€dagogischen Diskurs als Liberalisierung und Humanisierung angepriesen wird.
Das Seminar möchte einen systematischen, auch fĂŒr AnfĂ€nger geeigneten Einstieg in das Denken Foucaults und damit auch ein VerstĂ€ndnis fĂŒr gegenwĂ€rtige Reformen im Bildungswesen ermöglichen.

PE: (e)Portfolio

Selbststeuerung ist gegenwĂ€rtig ein entscheidendes pĂ€dagogischen Leitmotiv und eine allseits geforderte Basiskompetenz. Als Instrument der Selbststeuerung und -reflexion werden TagebĂŒcher, Lern-Journale und Portfolios angepriesen. Als e-, also elektronisches Portfolio bietet sich gegenwĂ€rtig die so genannte social-software des web 2.0 an, wie z.B. weblogs und wikis.
Im Seminar soll die aktuelle pĂ€dagogische Debatte um Portfolios nachvollzogen und zudem durch Besuche und Befragungen in Schulen oder anderen pĂ€dagogischen Praxisfeldern, in denen schon mit Portfolios gearbeitet wird, in der Praxis erkundet werden. Die TeilnehmerInnen fĂŒhren zudem selbst ein ePortfolio und können im Sommersemester 09 in einem Anschlussseminar die ModulprĂŒfung basierend auf diesem ePortfolio ablegen.

SoSe 2008

knk.pngKultur des neuen Kapitalismus II
In Ihrem viel beachteten Buch Der neue Geist des Kapitalismus unterscheiden Luc Boltanski und Ève Chiapelle zwei Arten der Kapitalismuskritik: Die KĂŒnstlerkritik und die Sozialkritik. Tritt erstere fĂŒr soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit und Umverteilung ein – gegen Ungleichheit, Ausgrenzung und Armut – wehrt sich sich letztere gegen Massenproduktion, Verdinglichung und BĂŒrokratie – im Namen individueller Freiheit, KreativitĂ€t, AuthentizitĂ€t und Selbstverwirklichung. Im historischen Verlauf traten diese Formen der Kritik zuweilen in Allianz, aber auch als widerstreitende Bewegungen auf. GegenwĂ€rtig koppelt sich die KĂŒnstlerkritk wieder deutlich von der Sozialkritik ab und wird mit ihrer Forderung nach KreativitĂ€t, Eigeninitiative und SelbststĂ€ndigkeit selbst Teil des neuen Geistes des Kapitalismus.
Vor dem Hintergrund einer eingehenden LektĂŒre der an Max Weber und Pierre Bourdieu geschulten soziologischen Studie von Boltanski und Chiapello sollen im Seminar bildungspolitische Reformprogramme, das SelbstverstĂ€ndnis der pĂ€dagogischen Praxis sowie erziehungswissenschaftliche Forschung und Theoriebildung exemplarisch befragt werden: Wo werden hier Chanchengleichheit und Gerechtigkeit befördert, wo auf KreativitĂ€t und Selbststeuerung gesetzt? Wo treten diese AnsĂ€tze gemeinsam, wo eher gegeneinander an?

WiSe 2007/08

knk.pngKultur des neuen Kapitalismus I
„Die Politiker verfolgen heute das gleiche Ziel wie die Radikalen vor fĂŒnfzig Jahren: die Zerschlagung starrer BĂŒrokratien. Doch die Geschichte hat der Neuen Linken ihren Wunsch in perverser Form erfĂŒllt”, behauptet Richard Sennett in seinem kleinen Buch „Die Kultur des neuen Kapitalismus”. Wie kann man vor diesem Hintergrund die aktuelle Umgestaltung von Bildungseinrichtungen verstehen? Mit welcher Reformtradition verbindet sie sich? Inwiefern kann man von einer „Perversion” dieser Tradition sprechen? Welche Rolle spielt dabei der Einsatz neuer Medien fĂŒr eine Neue Lernkultur? Was bedeuten diese VerĂ€nderungen fĂŒr das Subjekt der Bildung? Im Rahmen des Seminars möchte ich dieser Transformation und deren Geschichte sowohl theoretisch wie auch konkret an den Orten, an denen sie stattfindet, nachspĂŒren.

ltgb.pngÜber sich selbst schreiben
Selbststeuerung ist gegenwĂ€rtig ein entscheidendes pĂ€dagogischen Leitmotiv und eine allseits geforderte Basiskompetenz. Als Instrument der Selbststeuerung und -reflexion werden TagebĂŒcher, Lern-Journale, Portfolios angepriesen. Ihre Entsprechung finden diese Techniken im so genannten web 2.0 in Form von weblogs, Livejournal, ePortfolios und MySpace.
Was ist aber die Geschichte und Tradition des Schreibens ĂŒber sich selbst? Welche Erfahrung hat die Erziehungswissenschaft mit der technisch unterstĂŒtzten Selbstreflexion? Was sind die pĂ€dagogischen Grundannahmen, die hinter der Selbstaufzeichnung des Lernens stehen?

SoSe 2007

GTMGrundbegriffe, Theorien und Methoden der Erziehungswissenschaft (Kerncurriculum)
Jede wissenschaftliche Disziplin hat einen spezifischen Gegenstand, den sie mit je eigenen Begriffen, Theorien und Methoden bestimmt. Wie fasst die Erziehungswissenschaft ihren Gegenstand? Welche Probleme bearbeitet sie und worin besteht der Sinn wissenschaftlicher Reflexion ĂŒber Erziehungs- und Bildungsprozesse? Es wird also darum gehen, zentrale Grundbegriffe, theoretische AnsĂ€tze und methodische Zugriffsweisen der Erziehungswissenschaft kennen zu lernen. Zum anderen soll es aber auch um die Fragen gehen, was eine Aussage zu einer wissenschaftlichen Aussage macht und welche Bedeutung wissenschaftliche Theorien fĂŒr die Erziehung, Bildung und die pĂ€dagogische Praxis haben können.

portfolio(e)Portfolio als pÀdagogische Selbst-Technik

Unter einem Portfolio wird die Sammlung und Dokumentation von Leistungsnachweisen, eigenen, auch unfertigen Arbeiten und in Bezug hierzu verfasster Selbstbeschreibungen verstanden. Als e-, also elektronisches Portfolio bietet sich gegenwĂ€rtig so genannte social-software an, wie z.B. weblogs und wikis. In der pĂ€dagogischen Diskussion werden Portfolios stets mit Erhöhung der Selbst-ReflexivitĂ€t, Selbststeuerung und Selbstverantwortung verbunden. Portfolios sollen der Planung, der Reflexion und der ggf. notwendigen Nachregulierung eines selbstorganisierten Lernprozesses dienen. Sie sollen potenziell herkömmliche LeistungsĂŒberprĂŒfungen ablösen. Sie eignen sich zudem fĂŒr eine SelbstprĂ€sentation im Sinne einer Bewerbung. Insofern geht es um die VerschrĂ€nkung von Selbst- und Fremdbeurteilung. Im Seminar soll die aktuelle pĂ€dagogische Debatte um Portfolios nachvollzogen und seminarbegleitend selbst mit (e)Portfolios experimentiert werden.

Medien & Bildung
Mitarbeit bei der Organisation der Ringvorlesung
“Medien und Bildung hĂ€ngen auf vielfĂ€ltige Weise zusammen, auch wenn der Medienbegriff nicht auf „Neue« oder „elektrische« Medien verkĂŒrzt wird. Eine PĂ€dagogik, die ohne Mittel und Mittler auskommt – un-mittel-bar sozusagen –, ist nicht denkbar. Und eine Bildungstheorie, die das VerhĂ€ltnis von Subjekt und Gesellschaft ohne BerĂŒcksichtigung medientechnologischer Bedingtheiten zu beschreiben sucht, erscheint vor diesem Hintergrund lĂŒckenhaft. [...] Mit der Ringvorlesung „Medien & Bildung« geht es darum, ein interdisziplinĂ€res Bezugsfeld zu erkunden, das von der Philosophie ĂŒber die Kunst-, Medien- und Kulturwissenschaften bis zur Informatik reicht und einen Raum eröffnet fĂŒr Diskussionen um pĂ€dagogisch-praktische wie bildungstheoretische Implikationen von Medien als Mittel und als Gegenstand der Auseinandersetzung von Ich und Welt.

WiSe 2006/07

GTMGrundbegriffe, Theorien und Methoden der Erziehungswissenschaft
(Kerncurriculum)
siehe oben

auAufschreibesysteme – Vom Zettelkasten bis zum (e)Portfolio
Seit Menschen Geschichte schreiben, seit sie die Spuren ihrer Kultur aufzeichnen und u.a. durch Lehre und Lernen ĂŒber Generationen hinweg tradieren, werden diese Prozesse des Sammelns, Speichers, Ordnens und Übermittels stets von materiellen TrĂ€gern gestĂŒtzt: Grabmal, Buch, Mikrochip usw. Zudem sind es (materialisierte) Techniken, die das Organisieren der Sammlungen, das Ordnen der Ideen, die Reflexion oder das Management der individuellen Lernprozesse ermöglichen: Archive, Schreibmaschinen, ZettelkĂ€sten, Notizblöcke, StundenplĂ€ne, Aktenordner, TagebĂŒcher usw.
Im aktuellen pĂ€dagogischen Diskurs spielen Kompetenzraster, (e)Portfolios und Credit point Systeme sowie online-TagebĂŒcher und kollaborative Kommunikationssysteme (weblogs, wikis, Lernplattformen) eine zunehmende Rolle.
Im Seminar soll die Geschichte dieser Techniken nachvollzogen und deren gegenwÀrtige, digitale Spielarten in den Blick genommen werden. Es stellt sich die Frage, in wie weit sie Bildung ermöglichen oder Humankapital verwalten helfen.

SoSe 2006

agambenDas nackte Leben: Agamben, Buergel und die Documenta
Der italienische Philosoph Giorgio Agamben schreibt: „Dem nackten Leben kommt in der abendlĂ€ndischen Politik das einzigartige Privileg zu, das zu sein, auf dessen Ausschließung sich das Gemeinwesen der Menschen grĂŒndet.« FĂŒr die Documenta 12 – die fĂŒr 2007 bevorstehende weltweit grĂ¶ĂŸte Ausstellung zeitgenössischer Kunst in Kassel – hat Roger Buergel – der kĂŒnstlerische Leiter – das „nackte Leben« als einen thematischen Slogan ausgegeben – u.a. neben dem der „Bildung«.
Anhand einer intensiven LektĂŒre ausgewĂ€hlter Schriften Agambens und dessen BezĂŒgen (Foucault, Benjamin, Arendt) soll im Seminar zunĂ€chst die Konzeption des „nackten Lebens« nachvollzogen werden. Von hier aus kann die Frage gestellt werden, was ein wissenschaftliches Konzept, wie das „nackte Leben«, mit Kunst zu tun haben könnte – und in den Diskussionen um die Documenta vielleicht bereits hat? Wie können allgemein Kunst und Wissenschaft in ein VerhĂ€ltnis gesetzt werden? Wie kann dies mit „Bildung« zusammengedacht werden und was wĂ€re in diesem Zusammenhang ein „nacktes« in Relation zu einem „qualifizierten Leben«.

Medien & Bildung
Mitarbeit bei der Organisation der Ringvorlesung
siehe oben

WiSe 2005/6

making Making Things Public – Wie macht man öffentliche Dinge?
„Wir haben uns an eine Auffassung von Demokratie gewöhnt, in der es nur um eine Art der ReprĂ€sentation geht, nĂ€mlich um die ReprĂ€sentation des Volkes bzw. der Interessen von Menschen, deren Konflikte im Parlament gelöst werden. [...] Der hier vorgetragene neue Begriff des Politischen [...] erweitert die bisherigen politischen ReprĂ€sentationstechniken um Wissenschaft und Kunst. [...] Wir lenken die Aufmerksamkeit auf [...] ein komplexes Set von Technologien, Schnittstellen, Plattformen, Netzwerken und Medien, die Dinge öffentlich werden lassen. [...] Wir fragen, wie entstehen Dinge? Wie werden Dinge öffentlich gemacht? Was sind öffentliche Dinge, res publica? Republik?«
Soweit ein einfĂŒhrender Text zur Ausstellung „Making Things Public« des Zentrums fĂŒr Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe. Die Ausstellung soll im Seminar zum Ausgangspunkt fĂŒr die Frage herangezogen werden, was es fĂŒr PĂ€dagogik und Erziehungswissenschaft, aber auch fĂŒr individuelle Bildungsprozesse bedeutet, wenn die ReprĂ€sentation – u.a. öffentlicher Angelegenheiten – in die Krise gerĂ€t und die parlamentarische Versammlung in einer globalisierten Welt nur noch eine unter vielen Möglichkeiten ist.

fouheadTechnologies of the Self and New Media (im Rahmen des MA-Studiengangs ePedagogy Design)
People say: Times are complex, postmodern, plural, heterogenic, global, neo-liberal and last but not least hyper-. Accordingly, identity is fluid, patchwork-like, query, flexible, entrepreneurial, multiple and often lost in … The conscious creation of a draft for life, a lifestyle, ego-tactics, a work of art in life, self-marketing and production, life-art, life-coping-competence, self-responsibility – in one word: the project „me« thus imposes an unavoidably individual and lifelong educational challenge. On the one hand media offer reference points, images, role-models, discourses, rationalities and are on the other hand technologies themselves, which can train this kind of educational work as self-technologies.
This seminar attempts to reflect on these offers and their application in popular culture and especially in the WWW.
This seminar is adjoined with the research-project „ICON – Identity formation in contextual media culture«, which at the time is being introduced by the Multimedia-Studio in cooperation with the University of Art and Design in Helsinki. Possibly there might be opportunities to participate in this project.

SoSe 2005

fouheadSelbsttechniken im Neuen Medium (III)
Ausgangspunkt des Seminars ist das SpannungsverhĂ€ltnis zwischen den Begriffen „Regierungskunst« und „Lebenskunst« wie sie sich bei Michel Foucault finden. Vor diesem Hintergrund sollen (Selbst)Techniken im Umgang mit verschiedenen multimedialen und hypertextuellen Aufschreibe-, Lern-, (Alltags)Organisations- und Kommunikations-Systemen betrachtet werden. Im Fokus wird hierbei der eigene Umgang mit der zum Seminarthema bereits vorliegenden digitalen Materialsammlung und dem im MultiMedia-Studio des Fachbereichs entwickelten Knowledge-Discovery-Tool „study.log« stehen. Ziel ist es u.a., die Materialsammlung zu erweitern und gemeinsam zu einem online-Learning Object (Lerngegenstand) fort zu entwickelt.

WiSe 2004/5

fouhead GouvernementalitÀt und Lebenskunst im Neuen Medium (II)
Junge Menschen sind zunehmend “degital natives”. Sie navigieren virtuos durch globale DatenrĂ€ume, stehen in jeder Lebenslage dank ihrer mobile devices in Kommunikations- und InformationsflĂŒssen, tauschen Wissen, Programme und Kenntnisse in peer-to-peer-Groups aus: hier finden Lernen und Bildung weit ab von gewohnten BildungsgĂ€ngen und institutionellen Rahmungen statt. Kann man die hier entstehende informelle, basisdemokratische, selbstbestimmte Kultur demnach als eine neue Form von freiheitlicher Lebenskunst ansprechen oder wirken hierin vielmehr neue, subtile Machtmechanismen. Ausgehend von dem SpannungsverhĂ€ltnis zwischen den Begriffen der “Regierungskunst” und der “Lebenskunst”, wie sie sich bei Michel Foucault finden, sollen ausgewĂ€hlte BildungsgĂ€nge der neuen Netz-Generation auf diese Ambivalenz hin untersucht werden.

SoSe 2004

fouhead IdentitÀt und Lebenskunst im Neuen Medium (I)
Man sagt: Die Zeiten sind unĂŒbersichtlich, postmodern, plural, heterogen, global, neoliberal und nicht zuletzt hyper-. IdentitĂ€t ist entsprechend fluide, patchworkartig, query, flexibel, entrepreneurial, multipel und nicht selten lost in … Die bewusste Gestaltung eines Lebensentwurfes, Lifestyling, Ego-Taktiken, das Lebenskunstwerk, Selbstvermarktung und Inszenierung, LifeArt, LebensbewĂ€ltigungskompetenz, Ich-AG – in einem Wort: das Projekt Ich wird so zu einer unabweisbaren individuellen und lebenslangen Bildungs-Anforderung. Medien bieten zum einen Anhaltspunkte, Bilder, Rollen-Modelle, Diskurse, RationalitĂ€ten und sind zum anderen selbst Technologien, die als Selbsttechnologien diese Bildungsarbeit anleiten können.
Das Seminar möchte diesen Angeboten und ihrer Anwendung in der populĂ€ren Kultur und speziell im WWW nachspĂŒren.

Wissensdesign – am Beispiel des Projektes “study.log«
E-Learning, vernetzte Schulen und Bildungsserver, Online-Wissensdatenbanken, Content-Management-Systeme usw. sind momentan in aller Munde. Sie werden nicht selten als Garant fĂŒr ZukunftsfĂ€higkeit in der so genannten Informations- und Wissensgesellschaft gehandelt.
Doch was meinen wir eigentlich, wenn wir von Hypertext sprechen? Wie ist das WWW entstanden, welche VorlĂ€ufer gab es? Wie muss dieser „Wissensraum« gestaltet sein, damit Bildungsprozesse initiiert und unterstĂŒtzt werden? Wie mĂŒssen Interfaces designt werden, damit Informationen zu Wissen werden können? Im MultiMedia-Studio des Fachbereiches wird zur Zeit das Wissens-Management-System „study.log« entwickelt und evaluiert. Ziel ist es, ein Tool fĂŒr Studierende zu entwickeln, dass eigene Lernwege visualisiert und strukturieren hilft. Die Entwicklungsarbeit soll im Seminar auf eine Auswahl medientheoretischer Texte bezogen werden. Teilnehmer können sowohl Praxiserfahrung bei der Konzeption und Realisation der Software erwerben wie auch an deren Erprobung und Bewertung teilhaben.

SoSe 2003

Interface – Culture – Design
Was genau ist ein Interface? Im einfachsten Sinn meint der Begriff Software, welche die Interaktion zwischen Benutzer und Computer ermöglicht. Die Schnittstelle dient als eine Art Übersetzer, der zwischen den beiden Parteien vermittelt und die eine fĂŒr die andere verstĂ€ndlich macht (Steven Johnson). Vor dem Hintergrund des Internet und anderer medialer Globalisierungen muss “Interface” allerdings auch als Schnittstelle eines kollektiven, und zwar weltweiten kollektiven Informations-, Wissens- und Kulturraum gesehen werden. Steven Johnson spricht darum von einer “interface-culture”.
Dieses Interface, seine Kultur und seine Interfaces mĂŒssen gestaltet werden. Einerseits eine Aufgabe fĂŒr Informatiker und Screendesigner, andererseits – die Ă€sthetische Darstellung der Welt ist das HauptgeschĂ€ft der Erziehung (Herbart) – fĂŒr PĂ€dagogen und Erziehungswissenschaftler.
Im Seminar wird aus der Produktions- und Konzeptionspraxis von (Lern-)Software und anderen Interface-Designs berichtet. Es werden beispielhafte Problemstellungen, Lösungswege und Lösungen vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen dabei Grammatiken von Hypertext und Hypermedia und semantische Datenmodellierungen. Praktische Arbeiten von Seiten der Seminarteilnehmer sind sehr willkommen.

WiSe 2002/3

GrundschulpÀdagogik und Neue Medien
Nimmt man den Begriff “Grundschule” ernst, so wird deutlich, dass in dieser Entwicklungsphase Grund legende Kenntnisse und Kompetenzen erworben werden (sollten). Im Hinblick auf die (immer) mediale Verfasstheit auch der kindlichen Lebenswelten, muss >Medienkompetenz< gerade in dieser Schulstufe als Grund legende SchlĂŒsselqualifikation angesehen werden. Allerdings darf dabei unter >Medienkompetenz< nicht oberflĂ€chlich die fehlerfreie Bedienung technischer Apparaturen verstanden werden, sondern eine FĂ€higkeit zum Umgang mit den “Schnittstellen” zwischen dem Subjekt und dem kulturellen und damit sozialen Ganzen. Bislang gibt es kaum pĂ€dagogische Konzeptionen, die diesem Umstand im Rahmen der Grundschulbildung Rechnung tragen. Was wĂ€re >Medienkompetenz< auf Grundschulniveau? Wie erklĂ€rt man Kindern, was das Internet ist? Wie erklĂ€rt man Fischen was Wasser ist?
Im Seminar sollen entlang dieser offenen Fragen entsprechende Konzeptionen fĂŒr den Grundschulunterricht entwickelt werden.

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