mal was in eigener Sache …
Meyer, Torsten; Münte-Goussar, Stephan; Kerstin Mayrberger et al. (2011):
Kontrolle und Selbstkontrolle. Zur Ambivalenz von ePortfolios in Bildungsprozessen
Wiesbaden, VS-Verlag
Meyer, Torsten; Münte-Goussar, Stephan; Kerstin Mayrberger et al. (2011):
Kontrolle und Selbstkontrolle. Zur Ambivalenz von ePortfolios in Bildungsprozessen
Wiesbaden, VS-Verlag
Spiegel-online berichtete neulich über eine etwas andere Variante der “Weisheit der Vielen” als sie den Vordenkern der “Smart Mobs” wohl vorschwebt. Meines Erachtens bemerkenswert:
“Großbritannien
Unternehmer macht Netznutzer zu Hobby-ÜberwachernVon Christian Stöcker
In Großbritannien soll jeder Big Brother spielen können. Eine Firma will die Bilder der Millionen Überwachungskameras im Königreich online stellen – wer ein Verbrechen entdeckt, soll es per Mausklick melden. Der erfolgreichste Späher bekommt am Monatsende 1000 Pfund. Datenschützer sind empört.
London – Großbritannien ist Weltmarktführer in Sachen Videoüberwachung. Im Schnitt kommt auf jeweils 14 Briten eine Überwachungskamera, 4,2 Millionen davon gibt es insgesamt im Land. Nun will ein Unternehmen namens Internet Eyes möglichst viele davon vernetzen – und die Bilder von Internetnutzern auswerten lassen.
Wer dort ein Verbrechen erspäht, soll es melden können, etwa an den zuständigen Kaufhausdetektiv. Wer oft genug erfolgreich zusieht, soll Geld gewinnen können – 1000 britische Pfund, jeden Monat. Besitzer von Ladengeschäften oder anderen Privateinrichtungen mit Überwachungskameras, sollen im Gegenzug 20 Pfund im Monat bezahlen, damit ihre Bilder bei Internet Eyes zu sehen sind.Internet-Eyes-Chef Tony Morgan setzt auf die “voyeuristischen Tendenzen” der Menschen: “Wie viele Leute sehen sich Big Brother sogar dann noch an, wenn die Lichter aus sind und nichts mehr passiert?”, fragt Morgan rhetorisch und fügt hinzu: “Internet Eyes wird stattdessen ein Programm bieten, das interessant ist.” Worüber sich streiten ließe – so viele spannende Dinge dürften vor den vielen Überwachungskameras kaum passieren. Ab November soll Internet Eyes zunächst in einer einzigen britischen Stadt getestet werden – in Shakespeares Heimat Stratford-upon-Avon.”
weiterlesen unter: Spiegel-online
“Liebe Kinder,
schaut ab und an mal in Eurem Schulranzen nach. Es könnte sein, dass Eure Eltern Euch nicht trauen oder übervorsichtig sind, und das Ortungsgerät iNanny der Firma Leoworx in Eurer Tasche versteckt haben.
Damit können Mama und Papa seit Februar überwachen, ob sich der liebe Nachwuchs gerade dort aufhält, wo er sein sollte. Wenn sich die Überwachten zu schnell bewegen oder am falschen Ort befinden, sendet iNanny den Eltern eine Not-SMS. Und falls die Sprösslinge eingeweiht sein sollten, was für ein Gerät sie da mit sich herumtragen, können sie im Notfall auch selbst den Alarm auslösen.
iNanny soll Schutzbefohlenen mehr Freiräume verschaffen und dennoch für ihre Sicherheit garantieren. Das ist sicher sinnvoll, wenn Papa mit Vornamen Barack heißt, elf Milliarden Euro auf der Bank hat oder dank eines Mafia-Zeugenschutzprogramms schon den dritten Nachnamen. Doch gleichzeitig könnten chronisch misstrauische Eltern oder Paranoiker das Ortungssystem auch missbrauchen, um ihren Sprösslingen hinterher zu spionieren.
Aber wenn iNanny auch nur das Verschwinden eines Kindes verhindern kann, nimmt man das gerne in Kauf. Nur eines sollte hier absolut klar sein: Eine vertrauensbildende Maßnahme ist das nicht, wenn man so etwas heimlich gegen die eigenen Kinder einsetzt.”
Nachzulesen unter: http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,611151-2,00.html
Dass die im Artikel angesprochenen Befürchtungen im Übrigen kein paranoider Quatsch sind, zeigt die Entwicklung in Großbritannien, wo inzwischen schon Grundschulklassen – also sechsjährige Kinder in ihrem Klassenraum – mit Videokameras überwacht werden – installiert von einem Privatunternehmen, namentlich “Classwatch”. Das nennt man heute wohl Classroom-Management. Siehe taz-Artikel vom 30.12.2008: Mal sehen, was die 4-Jährigen machen