Adorno in China

Offensichtlich kaufen die Chinesen nicht nur unsere Schwerindustrie und bedrohen umgekehrt unsere Kreativ-Industrie (weil sie selber nämlich auch kreativ sind), sondern sind durchaus auch an unserer Kulturproduktion interessiert. Folgendes las ich gerade hier:

“Bereits seit Beginn der chinesischen Reform- und Ă–ffnungspolitik Anfang der 1980er Jahre werden die Theorien der Frankfurter Schule in China rezipiert. Intellektuelle und Wissenschaftler verwendeten sie als Instrument, um die Missstände der Reformpolitik und des gesellschaftlichen Wandels zu analysieren und zu kritisieren. In der Phase der staatlichen Repression, die auf die Niederschlagung der Demokratiebewegung von 1989 folgte, stellte die Frankfurter Schule eines der wenigen westlichen Theoriegebäude dar, das von der staatlichen Zensur verschont wurde. Die der Frankfurter Schule zu Grunde legenden marxistischen Grundgedanken wurden als Bindeglied zum chinesischen Marxismus angesehen. Es ist gerade die doppelte Identität der Frankfurter Schule – gleichzeitig regimekonform und dezidiert gesellschaftskritisch – die einerseits die Instrumentalisierung der kritischen Theorie ermöglicht, andererseits aber auch fĂĽr das anhaltende Interesse an der Frankfurter Schule in China verantwortlich ist.”

Letztlich geht es im Ăśbrigen um die Tagung “Kritik – Theorie – Kritische Theorie: Die Frankfurter Schule in China” vom 25.-27. September 2008 in Frankfurt. Unter anderem dabei: Alex Demirovic und natĂĽrlich Axel Honneth.


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