Dienstag, 05. Februar 2013

Direkt am zweiten Tag waren morgens beide Klassenlehrerinnen nicht da, ganz kurzfristig wurde eine Vertretungslehrerin organisiert. Da diese Lehrerin die Klasse noch nicht besonders gut kannte, war der Tagesablauf der SuS ein anderer. Die fehlende Routine konnte man den ganzen Schultag ĂŒber erkennen, da die Klasse sehr viel aufgedrehter war.

In der zweiten Stunde ließ mich die Vertretungslehrerin mit der Klasse allein. Direkter Sprung ins kalte Wasser 😉 Ich habe also die Lesezeit mit den Kindern gemacht und ihnen das Buch Heute gehen wir zum Zahnarzt vorgelesen und hinterher mit den SuS ĂŒber deren Erfahrungen mit dem Zahnarzt gesprochen. Leider war die Stunde durch diese SpontanitĂ€t nicht so vorbereitet, wie ich es normalerweise beim ersten Mal gerne gemacht hĂ€tte, aber dennoch hat die Arbeit mit den Kindern gut geklappt und Spaß gemacht. FĂŒr mich haben sich in dieser Situation trotzdem folgende Fragen aufgeworfen, wie ich handeln könnte, wenn die SuS mich nicht als Lehrkraft akzeptiert hĂ€tten:

  • Wie mit den SuS schimpfen?
  •  Welche Strafen / Konsequenzen zeigen Wirkung?

Nach der großen Pause war die Klassenlehrerin wieder da. In der dritten Stunde haben die SuS hauptsĂ€chlich erzĂ€hlt, wie der Tag bisher verlief und wie die Pause war. Es gab einige Rangeleien, von denen die Kinder berichten wollten. Die Klassenlehrerin legt großen Wert darauf, dass nicht gepetzt wird, sie unterbindet dies sofort mit der Frage „XY, warst du das? Nein? Dann musst du jetzt grad gar nichts sagen. Ich möchte von XYZ wissen, wie das passiert ist.“ Und es klappt tatsĂ€chlich. Sogar das Kind, das z.B. jemandem wehgetan hat, erzĂ€hlt, was passiert ist und auch ehrlich, welchen Anteil es selbst dabei hatte. Die Klassenlehrerin tadelt bzw. zeigt mögliche Konsequenzen auf und ist standhaft, falsches Verhalten aufzuzeigen, bleibt dabei aber immer noch ruhig und schreit nicht herum o.Ă€. Ich finde das ist ein sehr respektvoller Umgang, nicht „von oben herab“ vom Lehrer / Erwachsenen zum SchĂŒler / Kind. Und dass es auch so funktioniert, gefĂ€llt mir.

 

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Ein Kommentar zu “Dienstag, 05. Februar 2013”

  1. natalie
    22. April 2013 um 10:03

    Zum Schimpfen / Strafen:
    Die Zurechtweisung erfolg auf der Beziehungsebene,
    LK: „Ich bin richtig enttĂ€uscht von dir“ (nur bei gravierneden Dingen!), „Du störst mich“ usw.
    Konfliktlösung ruhig und sachlich, nicht als AutoritÀtsperson von oben herab. Auch bei schlimmeren Sachen, laute aber sachlich sprechen.
    Kind in den Gruppenraum schicken.

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