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Lernentwicklungsgespräche

An zwei Tagen während meines Praktikums fiel die Schule aus und es fanden die sogenannten Lernentwicklungsgespräche statt. Diese Gespräche mit Eltern, Lehrern und Schülern ist in der Ausbildungs- und Prüfungsordnung der Stadt Hamburg vorgeschrieben. In §7 Lernentwicklungsgespräche steht, welche Themen diese Gespräche beinhalten müssen („1. Die individuelle Lernentwicklung, 2. Den erreichten Lernstand in allen im jeweiligen Schuljahr unterrichteten Fächern und Lernbereichen, 3. Die überfachlichen Kompetenzen und 4. Die nächsten Lernschritte und –ziele der Schülerin oder des Schülers“), wer Teilnehmen muss (wie oben genannt: „…mit der Schülerin oder dem Schüler sowie der bzw. dem Sorgeberechtigten (…). Grundlage (…) ist ein Bericht der Lehrkraft“), wie häufig diese durchzuführen sind („in jedem Halbjahr“) und wie das Gespräch protokoliert werden muss („Die Ergebnisse (…) sind im Schülerbogen zu dokumentieren“).

Die Lernentwicklungsgespräche machten auf mich einen sehr routinierten Eindruck. Jeder Schüler wusste was passiert, die Eltern kannten sich damit aus und die Lehrer spulten meistens ein vorgefertigtes Programm ab. Mir, als Zuschauer, waren diese Gespräche als einziger neu. Nach ein paar Gesprächen jedoch wusste auch ich, wie es läuft und konnte mich gut orientieren. Ich bin froh dieses in meinem Praktikum kennengelernt zu haben und weiß nun für meine Zukunft als Lehrer, dass es so etwas gibt und wie es ablaufen kann.

Mein Eindruck über die Sinnhaftigkeit und den Nutzen für die Schüler, aber auch die Eltern und Lehrer fällt positiv aus. Die Parteien kommunizierten auf einer Ebene, die Schüler hatten die Chance ihre Lernziele selber zu bestimmen. Es wurde, nicht wie bei Elternsprechtagen, nicht über das Kind sondern mit dem Kind gesprochen. Dies gibt dem Schüler auch eine gewisse Motivation die Ziele umzusetzen und sein/ihr letztes Ziel zu reflektieren. Die Lehrer gaben mir zusätzlich das Feedback, dass sie mit dieser Art der Schüler-Eltern-Lehrer-Kommunikation sehr zufrieden sind und dass bei den meisten Schülern die Ergebnisse gut umgesetzt werden.

JÜL (meine Einschätzung)

Ich empfand das jahrgangsübergreifende Lernen als sehr chaotisch. Oftmals war es so, dass am Anfang der Stunde erst einmal geklärt werden musste, welcher Schüler jetzt wo sein muss. Dies kam vor allem daher, dass teilweise die 9. Klassenstufe zum Beispiel in MUG ein anderes Thema bei der zweiten Lehrperson der Klasse in einem Nebenraum behandelte. So hatten die Siebt- und Achtklässler in der IIId das Thema Globalisierung und die Neuntklässler im Nebenraum das Thema Drittes Reich und Holocaust. Dies resultiert daraus, dass das Thema der 9. Klasse für die jüngeren in dem Umfang nicht angemessen war, es für die älteren aber wichtig für die Hauptschulprüfungen und die allgemeine Bildung war.

Ehe diese Dinge geklärt waren gingen mindestens fünf Minuten Unterrichtszeit verloren. In einem Fall ging es sogar soweit, dass gar kein Unterricht möglich war, denn die Ältesten waren im anderen Raum und haben ihren Unterricht gemacht, die Achtklässler waren bei den Vergleichstests KERMIT und von den übrigen Siebtklässler waren vier Schüler krank. Somit blieben bei meinem ersten Kontakt mit dieser Klasse drei Schüler, die ich kennen lernen konnte. Ein Unterricht wurde nicht veranstaltet. Man hat die Zeit mit Beschäftigungen jeglicher Art überbrückt. Dies war auch die Klasse, in der ich später Unterrichtet habe.

Beobachtungsschwerpunkte

Für mein Praktikum an der Bugenhagenschule in Alsterdorf möchte ich in erster Linie darauf achten, wie gut oder schlecht der jahrgangsübergreifende Unterricht funktioniert. Die Schule hat dafür ein besonderes Konzept entwickelt, welches ich später noch erläutern werde. Darauf wird mein Hauptaugenmerk liegen.

Zudem möchte ich beobachten, wie gut die Integration der sogenannten „i-Kinder“ funktioniert. In der Klasse ist ein Junge mit Trisomie 21 und ein Junge im Rollstuhl. Da ich Lehramt an Sonderschulen studiere, ist dies ein wichtiges Thema.

Besonders das Unterrichtsfach IT (neue Medien) interessiert mich, da dieses nicht an jeder Schule angeboten wird.

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