Unterrichtsbeispiel Portfolio

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eine Portfolio-Unterrichtseinheit über die Marktwirtschaft einer 9. Klasse über 12-14 Stunden.

Ziel des Portfolios sollte es sein, dass am Ende die Schüler an einem Nachmittag den Eltern und anderen interessierten ihre Arbeiten vorstellen. Außerdem soll es für das Portfolio eine Note geben. Als Besonderheit soll jeder Schüler einen Experten befragen und dies in sein Portfolio mit einfließen lassen.

In der ersten Doppelstunde sollten die Schüler zunächst aber erstmal klären, nach welchen Kriterien ihre Portfolios bewertet werden sollten. Hier überlies die Lehrperson die Gestaltung komplett den Schülern. So wussten die Schüler genau Bescheid, auf was sie zu achten hatten und was wichtig war. Dies erhöhte die Motivation enorm. Genau wie die Tatsache, dass die Schüler ihre Ergebnisse den Eltern präsentieren sollten.

Die Schüler einigten sich auf folgende Bewertungskriterien:

Sauberkeit / Ordnung 30%

Vollständigkeit 30%

Inhalt 30%

Rechtschreibung 10%

zusätzlich kann es für Extraarbeiten bis zu 20 Punkte extra geben.

Anschließend begann die eigentliche Arbeit am Portfolio. Zunächst sollten die Schüler sich eine Leitfrage für ihr Portfolio überlegen (vgl Titel). Dabei stellte sich schon heraus, dass die Schüler ganz verschiedene Interessen haben und somit auch in verschiedenste Richtungen arbeiteten. Die Schüler waren ganz frei in ihren Arbeitsweisen. Sie konnten alleine, zu Zweit oder in Gruppen arbeiten, durften den Klassenraum verlassen und sich eigene Quellen suchen. Die einzelnen Themen waren dafür vorgegeben und es gab zu jedem Thema ein Reflexionsbogen.

 

Ich finde besonders die Idee, dass die Schüler eigene Bewertungskriterien aufstellen, besonders gut. Dies fördert die Motivation und es wird transparent und legitim, auf was die Schüler achten müssen. Den Vorstellungsnachmittag kann ich mir schwer vorstellen und birgt für mich viele Gefahren. Zum einen, dass das ganze am Nachmittag stattfindet, zum anderen besteht die Gefahr, dass dies von den Eltern nicht angenommen wird. Hier kommt es, so denke ich, auch auf das Schulumfeld an. Die sehr offene Arbeitsweise gefällt mir sehr gut, setzt aber ein sehr großen Vertrauen voraus und ist nicht in jeder Klasse möglich. Zudem ist mir bei der Expertenbefragung nicht ganz klar geworden, was damit erreicht werden sollte. Die Umsetzung selber war ja auch nicht erfolgreich und wurde im Text somit auch nur kurz angeschnitten.

Allgemein war das ganze Projekt ein Erfolg, zumindest kommt es durch den Text so rüber und ich kann auch Ideen für eine eigene Portfolio-Unterrichtseinheit mitnehmen. Vor allem die ersten beiden Stunden, mit den Bewertungskriterien haben mir gefallen.

Quelle: Schwarz, Johanna, Karin Volkwein und Felix Winter (Hrsg.) – 13 Beispiele zum Einsatz von Portfolios im Unterricht, Verlag: Klett/Kallmeyer. Seelze-Velber 2008.

 

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