Ringvorlesung "Medien und Bildung"

In diesem Semester findet, nun bereits zum vierten Mal, die vom *mms organisierte Ringvorlesung zum Thema “Medien und Bildung” statt. Diese beschäftigt sich mit dem Thema “Kontrolle und Selbstkontrolle in Bildungszusammenhängen”.

Die Ringvorlesung möchte interdisziplinäre Perspektiven auf technische und konzeptuelle, auf individuelle und soziale Mechanismen von Kontrolle und Selbstkontrolle eröffnen, die gerade deswegen so schwer zu entdecken sind, weil sie allgegenwärtig und öffentlich sind. Diskutiert werden sollen Ausformungen, Auswirkungen und Ausgänge dieser Entwicklung im Hinblick auf ein zukünftiges Verständnis von Bildung und Selbstbildung.

Aktuelle medientechnologische Entwicklungen, zusammengefasst unter dem Schlagwort “Web 2.0″, fördern Transparenz und Ă–ffentlichkeit und prägen durch ihre Architektur, Struktur und Beschaffenheit veränderte Mechanismen und Prozesse der Kontrolle und Selbstkontrolle.

“Als ›Freiheitstechnologie‹ ermöglicht die soziale Software Designkonzepte freiheitlicher Lebensformen und Lebensstile und versucht, ihre Protagonisten möglichst effektiv und effizient anzusprechen. Unter der Beibehaltung der Illusion der Selbsterschaffung soll auf jeden einzelnen ein indirekter Zwang ausgeĂĽbt werden, sich zu den eigenen Fähigkeiten, Begabungen und Fertigkeiten zu bekennen und sich beraten, belehren und evaluieren zu lassen” (RamĂłn Reichert)

Durch die zunehmende individuelle Transparenz und Öffentlichkeit wird Bildung zunehmend zur Selbst-Bildung, der Gegenstand der Bemächtigung ist nicht mehr die Welt sondern die eigene Vita, die zum Objekt ständiger Konstruktion und Konfiguration wird.

Aus unterschiedlichen Perspektiven sollen aktuelle medientechnologische und damit zusammenhängende kulturelle Entwicklungen vorgestellt und diskutiert werden.

Welche Chancen und Bedrohungen ergeben sich durch die Nutzung digitaler Tools in Bildungszusammenhängen, wie z.B. ePortfolios und digitale LerntagebĂĽcher, meinProf.de, Social Networks, Weblogs, CommSy, STiNE, life…?

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In den ersten zwei Sitzungen referierten Benjamin Jörissen zum Thema “Bildung, Visualität, Subjektivierung – Sichtbarkeiten und Selbstverhältnisse im partizipativen Web” sowie Nils Zurawski: “Weniger vom Lehrer, mehr vom SchĂĽler – neue Bildungsansätze zwischen “soft surveillance”, Selbstverantwortung und Emanzipation”. Heute erwarten wir Stephan MĂĽnte-Goussar zum Thema: “(e)Portfolio: Ă–konomisierung des Selbst und Technik der Selbstsorge”.
Das Gesamtprogramm der Ringvorlesung sowie die Videomitschnitte der Gastreferenten der vergangenen Wochen sind hier zu finden.


 
 
 

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