Rolle der Lehrperson

Die Lehrkraft nimmt in den Übungsphasen die Rolle des Beraters ein. Sie gibt Verbesserungsvorschläge koordiniert die Feedbacksituationen und achtet auf die Zeitrahmen. Desweiteren kommt ihr die Erstellung von individuellen Aufgaben nach Bedarf zu. Zusätzlich muss sie kontrollieren ob die Aufgaben im Rahmen der Gruppen-ePortfolios eingehalten werden.

Lerntagebuch

Was sollte in einem Lerntagebuch stehen und wofür das Ganze?!

Der SuS beschreibt in einem Lerntagebuch, was er in einer Übungseinheit gemacht hat. Außerdem erklärt er wie er sich dabei gefühlt hat, welche Schwierigkeiten er hatte, was gut funktioniert hat und wie er sich verbessern möchte.

Über allem stehen die 3 Fragen: Wo stehe ich jetzt? – Was will ich lernen? – Was will ich als nächstes lernen?

In diesem Zusammenhang kann der SuS sich auch überlegen ob er sich Hilfe von anderen SuS oder von der Lehrkraft holen möchte und wie diese Hilfe aussehen kann.

Bewertung

In diesem Text werde ich mich mit dem Thema der Bewertung des Portfolioprojekts auseinandersetzen. Es handelt sich bei dieser Portfolioarbeit um ein Entwicklungsportfolio, mit welchem das Ziel der individuellen Unterstützung des Lernprozesses der Kinder verfolgt wird. Deshalb ist das Thema Bewertung sehr ambivalent zu betrachten.

Zum einen ist eine Bewertung in einem solchen Portfolio unangebracht, da die Motivation der SuS nicht sein sollte eine gute Note zu erlangen (extrinsisch), sondern etwas dazuzulernen, was sie selbst interessiert (intrinsisch). Außerdem kann die Tatsache, dass in einem Entwicklungsportfolio, welches von der Lehrkraft auch als solches verkauft wird, eine Note vergeben wird dazu führen, dass die Glaubhaftigkeit verloren geht.

Andererseits stecken die SuS sehr viel Arbeit in die Portfolioarbeit und wollen häufig auch dafür benotet werden. Zum einen, damit ihre Arbeit nicht „umsonst“ war und zum anderen damit sie Anerkennung in Form einer Note erfahren.

In dieser Portfolioarbeit wird sowohl das Produkt (die Choreographie) als auch der Prozess bewertet. Die Choreographie wird zu 50 % von der Klasse auf einer Skala von 1 bis 15 aufgrund der aufgestellten Kriterien bewertet. Die anderen 50 % bewertet die Lehrkraft. Das Produkt wird im Normalfall als Gruppe bewertet und macht ebenfalls 50% der Endnote. Der Prozess wird individuell von der Lehrkraft bewertet. Hier zählen Aspekte wie: Fachliche Verbesserung, Beteiligung an Feedbackprozessen, Beteiligung an der Erstellung der Choreographie.

Die Note des Portfolioprojekts beeinflusst die Gesamtnote für das Schulhalbjahr zu 30%. Sie kann also den Ausschlag geben wenn SuS zwischen 2 Noten stehen.

Welche Kompetenzen sollen während der Projektzeit entwickelt werden?

Ich werde mich im folgenden Text mit Kompetenzen, welche in der Projektzeit entwickelt werden können, auseinandersetzen. Die Feedbackkompetenz ist in diesem Portfoliokonzept von besonders großer Bedeutung. Das Feedback sollte stets klar, pointiert und konstruktiv sein. Niemals beleidigend oder respektlos. Wichtig ist, dass die MitschülerInnen aufgrund des gegebenen Feedbacks Informationen über mögliche Verbesserungen erhalten oder erkennen, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Es gibt während der Projektzeit verschiedene Feedbackanlässe. Während der Unterrichtszeit kann anonymes, schriftliches Feedback von „stillen Beobachtern“ gegeben werden. Jede Gruppe hat einen eigenen Schuhkarton in welche ein solches Feedback, entweder an eine Einzelperson oder die ganze Gruppe, eingeworfen werden kann. Darüber hinaus können die SuS sich immer wieder mündliches Feedback geben. Dies kann entweder spontan und ungefordert oder nach Aufforderung geschehen. Die Gruppen bekommen zudem die Aufgabe Videos von ihren Übungseinheiten (privat oder in der Unterrichtszeit) regelmäßig in einen Blog zu laden. Hier soll ebenfalls Feedback von der gesamten Klasse erfolgen. Dieses Feedback kann sich entweder an die gesamte Gruppe richten (Choreographie) oder an die einzelnen Personen (Feedback oder Fragen zu Bewegungen).  Die Feedbackkompetenz ist in diesem Projekt von besonderer Bedeutung, da auf diese Weise ein Gemeinschaftsgefühl entstehen kann. Die SuS bekommen den Eindruck, Teil eines großen Projekts zu sein und nicht nur eine Choreographie in einer Kleingruppe einzuüben. Sie verfolgen mit Spannung den Prozess der gesamten Gruppe. Darüber hinaus hilft das Feedback besonders im Sportunterricht ein Gefühl für die eigenen Bewegungen zu entwickeln und diese zu verbessern.

Um gutes Feedback zu geben bedarf es natürlich auch Beobachtungskompetenz, hierbei (Notiz an mich) kann ein Beobachtungsraster hilfreich sein. Die SuS müssen sich bewusst sein, was sie beobachten und wofür.

Lernkompetenz ist ein weiterer Schwerpunkt der Projektzeit. Jeder SuS sollten herausfinden wie sie am besten lernen. Hierfür sollte ihnen genügend Zeit eingeräumt werden. Lernprotokolle/Tagebücher können bei diesem Prozess hilfreich sein.

Des weiteren sollten die SuS ihre Fähigkeiten im Rollen und Gleiten verbessern. Die Auswahl an Geräten wird bewusst nur insofern eingeschränkt, als das sie mit Rollen und Gleiten zu tun haben müssen. Dies hat den Grund, dass auf diese Weise die Gefahr minimiert wird, dass ein gewisser materieller Standard vorausgesetzt wird. Außerdem bietet diese breite Fächerung sehr viele Gelegenheiten für reflexives und interdisziplinäres Lernen.

Bei der Erstellung der Choreographien sind zudem verschiedene soziale Kompetenzen gefordert. Kommunikationsfähigkeit, Kooperationsfähigkeit, Problemlösefähigkeit und Rücksichtnahme sind nur einige der geforderten Kompetenzen. Eine gelungene Choreographie ist nur in intakten Gruppen möglich.

Die Portfolioarbeit wird in diesem Projekt sowohl individuell als auch als Gruppe durchgeführt. Jede SuS führt ein Portfolio, in welchem sie die Unterrichtsstunde reflektiert, schriftliches Feedback sammelt und ein Lerntagebuch führt. Als Gruppe wird außerdem ein ePortfolio geführt, in welchem Übungsphasen der Gruppe und einzelner SuS und Zwischenstände bei der Erstellung der Choreographien hochgeladen werden. Im Rahmen dieser Portfolioarbeit sollten die SuS das strukturierte führen eines Portfolios erlernen. Außerdem sollte sich im Rahmen der Blogs mit dem Thema Medienkompetenz und Öffentlichkeit außeinandergesetzt werden.

Welches Vorwissen haben die Schüler?

Das Vorwissen ist bei der Portfolioarbeit im Sportunterricht besonders wichtig. Denn im Sportunterricht steht nicht genügend Zeit zur Verfügung um eine ausführliche Einführung in das Thema Portfolioarbeit und Umgang mit den entsprechenden Medien zu gewährleisten. Deshalb sollte das benötigte technische Wissen vorhanden sein und/oder der technische Anspruch der Portfolioarbeit gering gehalten werden.

Was sollten die SuS konkret beherrschen?

Für die Portfolioarbeit kommt entweder ein WordPressblog, evtl kombiniert mit einem papierbasierten Portfolio, in Frage oder eine gängige Videoplattform wie Vimeo. Hier gilt es allerdings zu klären ob die Öffentlichkeit der Videos eingeschränkt werden kann. Ist dies möglich stellt beispielsweise Vimeo die Ideallösung dar, da dies den SuS Lernmöglichkeiten in Bezug auf Medienkompetenz ermöglicht, sowie den technischen Aufwand relativ gering hält. Da ich allerdings vermute, dass alle Videos auf den gängigen Plattformen generell öffentlich sind wird die Wahl auf den WordPressblog fallen. Hierfür sollten die SuS wissen, wie sie sich einen solchen Blog einrichten und  wie sie vor allem Videos einbinden und kommentieren können. Außerdem können Pläne und Ideen auf den Blogs vorgestellt werden. Der vorrangige Nutzen der Blogs sollte aber das hochladen und kommentieren der Videos sein.

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