Projektseminar: Interreligiöser Dialog in der multikulturellen Stadt Hamburg

60 Student*innen, die im Bachelor-Lehramtsstudium an der Vorlesung ‚ÄěEinf√ľhrung in die Fachdidaktik Religion‚Äú teilnehmen, wurden in sechs Gruppen unterteilt. Nach einer sorgf√§ltigen, eigenst√§ndigen Vorbereitung wird sich im Februar jede studentische Gruppemit einer √§hnlich gro√üen Gruppe von Mitgliedern aus einer der Religionsgemeinschaften in Hamburg treffen. Unter Ber√ľcksichtigung der Prinzipien des interreligi√∂sen Dialogs und des interkulturellen Lernens werden sie eine Auswahl an Themen, die f√ľr sie wichtig sind und auf die sie sich im Konsens verst√§ndigt haben, diskutieren und erarbeiten. Diese Begegnungen werden audiovisuell aufgezeichnet und im Anschluss in einem Booklet sowie auf diesem Blog mit Ausz√ľgen aus den verschiedenen Gespr√§chen pr√§sentiert. Abschlie√üend werden die Teilnehmer*innen der Gemeinden eingeladen, sich an einer gemeinsamen Reflexion der Gespr√§che im Rahmen einer abschlie√üenden Plenumsveranstaltung zu beteiligen. Diese √∂ffentliche Abschlussveranstaltung wird am 2.M√§rz 2019 im H√∂rsaal im Rechtshaus, Schl√ľterstr. 28 / Rothenbaumchaussee 33, 20146 Hamburg stattfinden. Herzliche Einladung!

Reflexion: Seminarsitzung, 29.1.
Nach der Begr√ľ√üung durch Nathalie Giele gaben die Studierenden einen Einblick in die bisher geplanten Dialogveranstaltungen. Es folgte ein Impulsvortrag von Cornelia Knoll zum Thema teilnehmende Beobachtung, insbesondere einer kritischen Reflexion √ľber den Ursprung dieser ethnologischen Methode und einer kritischen Reflexion √ľber die Rolle von Forscher*innen. Anschlie√üend wurde in Kleingruppen Fragen zur interkulturellen Kompetenzen gearbeitet. Ein weiterer Vortrag zum Thema interreligi√∂ses Lernen und interreligi√∂se Kompetenzen von Nathalie Giele folgte, sowie eine √úbung und Reflexion in der Kleingruppe. In der abschlie√üenden Feedback-Runde berichteten die Teilnehmer*innen, wie die Planungen der Dialogveranstaltungen zus√§tzlich um kreative Methoden und Reflexionen hinsichtlich der Forschungshaltung bereichert wurden. Gemeinsam freuen wir uns auf die bevorstehenden Gemeindebesuche!

 

Eindr√ľcke von den Besuchen und Dialogveranstaltungen in den religi√∂sen Gemeinden:¬†

Besuch 1: Schiitische Gemeinde

Am Dienstag, den 8. Februar traf sich eine Gruppe von Studierenden um 13:30 an der Imam Ali Moschee an der Au√üenalster. In den R√§umen der dazugeh√∂rigen Bibliothek fand zun√§chst ein lebhaftes und kontroverses Gespr√§ch zu den Unterschieden zwischen schiitischem und sunnitischem Glauben statt und die Gruppe konnte ihre Fragen an einen der Gemeinde angeh√∂rigen Experten richten. Danach gab es eine F√ľhrung durch die Moschee sowie ein gemeinsames Gebet. Im Anschluss wurde von einem weiteren Angeh√∂rigen der schiitischen Gemeinde Fragen zu den Alltagspraktiken des schiitischen Glaubens beantwortet z.B. in den Unterschieden der Gebetspraxis wie die Verwendung von Gebetssteinen.

 

Besuch 2: Alevitische Gemeinde am Nobistor

Datum: Freitag, 8.2., Uhrzeit: 18:30Uhr, Ort: Nobistor 33.35/11, 22767 Hamburg

Am Abend des Besuchs an der Alevitischen Gemeinde Altona war eine gro√üe Anzahl von Jugendlichen sowie Geistliche und Vertreter*innen der Gemeinde anwesend. Nach einer Einf√ľhrung zu der Gemeinde und zum Alevitentum im Allgemeinen stellten die Studierenden ihre vorbereiteten Fragen an die Vertreter*innen und es entstand ein reger Austausch. Zus√§tzlich wurde ein Film √ľber die Geschichte und Traditionen des Alevitentums gezeigt sowie ein Lied vorgetragen. Im Anschluss daran gab es die M√∂glichkeit, die Jugendlichen, die in der Gemeinde engagiert sind, in Kleingruppen und informellen Gespr√§chen kennenzulernen und zu ihren Bez√ľgen und Praktiken des Alevitentums zu befragen. Der Abend endete mit vielen lebhaften Gespr√§chen im Raum und herzlichen Einladungen an die Studierenden, die Veranstaltungen des Fastenbrechens in der Gemeinde zu besuchen.

 

Besuch 3: Alevitische Gemeinde in Bergedorf

Datum: Sonntag,10.2., Uhrzeit: 18:00, Ort: BAKM e.V., Leuschnerstraße 86, Bergedorf

Am Sonntag Abend traf sich eine Studierendengruppe in den R√§umen der Alevitischen Gemeinde in Bergedorf zu einem ‚ÄěSpeed-Cem‚Äú. Auf dem mit Teppichen ausgelegten Boden befanden sich Sitzkissen und kleine Hocker, auf denen sich die Besucher*innen in einem Kreis setzen. Die Vertreter*innen der Gemeinde gaben eine Einf√ľhrung zur Gemeinde sowie zur alevitischen Glaubenspraxis, die mit dem Z√ľnden und Erl√∂schen der Kernzen und mit Gebeten auch konkret erfahrbar wurde.

Einer der Schwerpunkte des Dialogs lag auf den Bedeutungen der alevitischen Lieder und deren Texten. Es wurden Lieder vorgetragen und im Anschluss daran die Texte in deutscher √úbersetzung in Kleingruppen besprochen und √ľber deren tieferliegenden Bedeutungen diskutiert. Ein vorbereitetes Essen, das nach einem Segensgebet gemeinsam verzehrt wurde, vermittelte gro√üe Gastfreundschaft und Herzlichkeit.

 

 

Besuch 4: Sunnitisch-Muslimische Gemeinde

Datum: Dienstag,12.2., Zeit: 10:00Uhr, Ort: Centrum Moschee Hamburg , Böckmannstraße 40 , 20099 Hamburg

Am Dienstag Vormittag traf sich eine Studierendengruppe an der Centrum Moschee in St. Georg. Zun√§chst gab es eine herzliche Begr√ľ√üung durch den Imam ¬†und einige erste Informationen zu dem Geb√§ude, in dem die Moschee beheimatet ist. Bei einem Tee im angrenzenden Restaurant der Moschee konnten erste Fragen gestellt werden. Danach ging es in den gro√üen Gebetsraum im ersten Stock des Geb√§udes und die Gruppe erfuhr zun√§chst viel √ľber die Geschichte und Ausstattung der Moschee und des Raumes sowie √ľber die Bedeutungen der Symbole, die zu sehen waren. In einem Gespr√§chskreis auf dem Boden wurde √ľber den Islam und die dazugeh√∂rigen Praktiken berichtet. In einer sogenannten ‚ÄöIslam-Kiste‚Äô befanden sich signifikante Gegenst√§nde, die den Islam repr√§sentieren und wichtig sind.Der Imam zeigte und erkl√§rte der Gruppe z.B. eine Gebetskette, verschiedene Ausf√ľhrungen des Korans, einen Kompass und vieles mehr.Anschlie√üend wurden die Besucher*innen durch den Gebetsraum f√ľr Frauen sowie Seminarr√§ume, den Kinderbetreuungsraum und das Archiv geleitet. Sogar hinauf auf das Dach der Moschee durfte die Gruppe gehen, um die Minarette und die Kuppel zu sehen und mehr √ľber die Entstehungsweise dieser zu erfahren. Zur Mittagszeit wurden die Studierenden eingeladen, das Mittagsgebet im gro√üen Gebetsraum zu beobachten. Bei einem anschlie√üenden Essen, zu dem die Studierenden eingeladen waren, konnten vertiefende Fragen zum Erlebten gestellt werden. Ein Besuch im benachbarten islamischen Jugendclub beschloss des Besuch, bei dem sich die Studierenden rundum wohl und willkommen gef√ľhlt haben.

 

Dieses Projekt wird gefördert durch den Jubiläumsfonds der Universität Hamburg.

Religionspädagogik auf Tai Shan in China

Auf dem Berg Tai Shan, dem heiligsten Berg Chinas, gibt es viele daoistische Tempel, die von zahlreichen Pilgern aufgesucht werden. Der Hamburger Religionsp√§dagoge Gordon Mitchell besuchte den besonderen Berg mit einem Nachwuchswissenschaftler zusammen und lernte einige Rituale vor Ort kennen. Eine neue Kooperation mit chinesischen und s√ľdkoreanischen Universit√§ten waren der Anlass seiner Reise. Im Sommer wird es eine erste gemeinsame Summer School geben.

Religionspädagogisches Lernfestival

Studierende und Dozenten der Religionsp√§dagogik kamen f√ľr ein eint√§tiges Lernfestival zusammen

Wie kann man eine Geschichte aus den Buyruk-Schriften √ľber Hochmut und Demut in einem Standbild darstellten? Der alevitische Religionsleher aus Niedersachsen, Cemalettin Karatas (rechts) leitet das Seminar gemeinsam mit dem evangelischen Mitarbeiter der Religionsp√§dagogik, Harry Hauber (zweiter von rechts).

Lehrer und Dozenten gaben vormittags Einf√ľhrugen in Poesie, Geschichten erz√§hlen, Theater, Popmusik und sakrale Orte. Nachmittags wurden die Dozenten und Lehrer gemeinsam mit den Studierenden zu Teilnehmern in den Sitzungen, die von Studierenden geleitet wurden. Standbilder zu der Geschichte von Mohammed und der Versammlung der heiligen Vierzig aus den Buyruk-Schriften wurden gebaut, das Lied „Human“ von Rag’n’Bone Man wurde genutzt um zu theologisieren und die ausergew√∂hnliche Frau Maria, die Mutter Jesu, wie sie im Koran beschrieben wird, wurde kennengelernt. In einer anderen Sitzung konnte man Poesie erfahren und anwenden und andere konnten in St.Georg mit einer Kamera das Heilige im Profanen entdecken. Nachmittags wurden die Studierenden zu Dozenten und vermittelten die Methoden an die Teilnehmer.

Der Schriftsteller und Mitarbeiter der Indologie der Uni Hamburg, Sadiq Rahman, vermittelt die Möglichkeiten von Posie im Religionsunterricht.

Das Lied „Human“ von Rag’n’Bone Man, das gegenw√§rtig in den Charts ist, hat relig√∂se Bez√ľge, wird bei der Textanalyse deutlich. Welches Menschenbild vermittelt es? Und was ist die Aussage √ľber Religion und Propheten? Die katholische Mitarbeiterin Nathalie Dieckscheid f√ľhrt dazu ein.

 

 

Spirals of Dialogue in der Ukraine – Performative Konflikte

Vom 6.-11. Juni 2017 findet in Lviv in der Ukraine ein neues Art Peace Project statt: „Performative Konflikte – Spirals of Dialogue“. Je 5 Studierende aus Lviv (Ukraine); Krakau (Polen) und Hamburg (Deutschland) sind dabei eingeladen, die wechselseitige performative Wirkung von konkreten Orten und der eigenen Geschichte k√ľnstlerisch zu beleuchten.

Religionspädagogen & Fachdidaktiker im Dialog

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Die Religionsp√§dagogik in Hamburg befindet sich derzeit vor einem gro√üen Wendepunkt. Seit WS 2015/16 werden nicht nur evangelische Lehramtsstudierende ausgebildet, sondern katholische, islamische und alevitische. Diese Tatsache macht die Weiterentwicklung einer interreligi√∂sen Fachdidaktik dringend notwendig und daher wurde ein Expertenworkshop ins Leben gerufen. Lehrende aus den verschiedenen (Religions-)Fachbereichen und Lehrende aus der Religionsp√§dagogik kommen hier zusammen, um gemeinsam an einem Konzept einer interreligi√∂sen Fachdidaktik zu arbeiten und Texte f√ľr ein Handbuch ‚ÄěInterreligi√∂se Religionsdidaktik‚Äú zu erstellen, dass sich an Studierende der Religionsp√§dagogik richtet.

Studierenden der Religionsp√§dagogik wurde bereits eine erste Fassung des Handbuches vorgelegt um zu evaluieren, ob die Texte auch die bisherige ‚ÄěInterreligi√∂se‚Äú Fachl√ľcke f√ľllen k√∂nnen. Die Studierenden haben zu den Texten Anmerkungen machen k√∂nnen, was ihnen im Hinblick auf die Verst√§ndlichkeit und an Erl√§uterungen und Definitionen fehlt. Diese Anmerkungen werden jetzt noch in die Texte mit aufgenommen und im Sommersemser 2016 wird das Handbuch dann fester Bestandteil der Seminarlekt√ľre in der Religionsp√§dagogen werden.

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EINLADUNG zur AUSSTELLUNG

Religiöse Bildung als Friedensbildung?

Religion wird oft eher als hinderlicher Faktor f√ľr ein friedliches Zusammenleben dargestellt. In diesem Seminar m√∂chten wir aber explizit der Frage nachgehen (in Vortr√§gen und Workshops), in welcher Form religi√∂se Bildung zu einem friedlichen Zusammenleben beitragen kann.

Das zweite besondere Merkmal dieses Seminars ‚ÄěInterkulturelles und Interreligi√∂ses Lernen in der Schule / Religi√∂se Bildung als Friedensbildung?‚Äú ist die Zusammensetzung der Teilnehmenden: Das Seminar ist f√ľr unterschiedliche Zielgruppen konzipiert, um damit einen fach√ľbergreifenden Austausch der besonderen Art zu f√∂rdern. Es richtet sich an Lehramtstudierende des Fachbereichs Religion (Fachbereich Alevitische, Evangelische, Katholische oder Islamische Theologie) sowie an Studierende der Friedensbildung, an Studierende mit einem Fl√ľchtlingsstatus und an Lehrende.

Die Dozenten kommen aus unterschiedlichen theologischen Fachbereichen und sind zum Teil Professoren oder LehrerInnen. Und während es am ersten Tag Vorträge und Plenumsdiskussionen geben wird, sind am zweiten Tag verschiedene Workshops geplant, in denen mit verschiedenen Methoden in Kleingruppen dieser Frage nachgegangen wird Рd.h. Konfliktmediation, Theater und andere (interaktive) Methoden werden in den verschiedenen Workshops gezeigt und genutzt, um in einen Erfahrungsaustausch zu treten.

Vortragende und/oder Workshopleitende:

Gordon Mitchell (Professor f√ľr Religionsp√§dagogik)
Handan Aks√ľnger (Juniorprofessorin f√ľr Alevitentum)
Hamida Behr (Wissenschaftliche Mitarbeiterin f√ľr Islamische Religionsp√§dagogik)
Nathalie Dickscheid (Wissenschaftliche Mitarbeiterin f√ľr Katholische Religionsp√§dagogik)
Harry Hauber (Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich Religionspädagogik)
Julika Koch (Referentin f√ľr Friedensbildung der Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland)
Andreas Gloy (Studienleiter f√ľr den Religionsunterricht in der Sekundarstufe I in Hamburg)
Friederike Mizsdalski (Fachseminarleiterin f√ľr Katholische Religion)
Emina Dizdarevic (Religionslehrerin RUFA (Islam))
H√ľlya G√ľl (Religionslehrerin RUFA (Alevitentum))
Zeynep Baris-Yalcinkaya (Religionslehrerin RUFA (Alevitentum))

Vorträge/Arbeitssprache: Deutsch und Englisch

Organisiert vom Arbeitsbereich Religionsp√§dagogik, Fakult√§t f√ľr Erziehungswissenschaften

Kooperationspartner:

  • Zentrum f√ľr Lehrerbildung Hamburg
  • Stifterverband f√ľr die Deutsche Wissenschaft
  • Heinz Nixdorf Stiftung

Flyer der Veranstaltung

Die Blockveranstaltung findet am 01. und 02. April 2016 statt.

Praktische Einf√ľhrung in die Erziehungswissenschaften

In der praktischen Einf√ľhrung arbeiten wir mit szenischer Darstellung und theatralen Methoden wie Rollenspielen etc.

Eine Gruppe erstellte selbstst√§ndig ein Video zum Thema „Die perfekte Lehrerin/der perfekte Lehrer“ in der PE im WiSe 2015/16:

 

 

Harry Hauber

 

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