Schulpraktikum: Die Rolle des Religionslehrers

Kunst als Forschung

Was macht einen guten Lehrer und eine gute Lehrerin aus? Friedrich Adolph Diesterweg hat 1865 ein Anforderungsprofil verfasst, dass die Eigenschaften eines Lehrers benennt:

Die Gesundheit und Kraft eines Germanen, den Scharfsinn eines Lessing, das Gem√ľt eines Hebel, die Begeisterung eines Pestalozzi… die Beredsamkeit eines Salzmann, die Kenntnis eines Leibniz, die Weisheit eines Sokrates und die Liebe Jesu Christi. ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬†¬†(Biesold; Klimannn 2007:104)

Auch Friedrich Heinrich Otto Weddingen (1851-1940) betonte die Rolle des Lehrers, und dabei sei ganz besonders wichtig:

Auf die Persönlichkeit es Lehrers kommt alles an. Der Wert aller Verordnungen und Methoden ist zweifelhaft.

Normalerweise wird √ľber ein Praktikum berichtet, indem eine schriftliche Seminararbeit abgegeben werden muss, die am Ende des Semesters benotet wird. Die gewonnenen Unterrichtserfahrungen des Praktikums k√∂nnen jedoch mit einer anderen Art der Reflektion und Pr√§sentation die verschiedenen Gef√ľhle und neugewonnenen Perspektiven oftmals besser darstellen. Kunst und kreative Prozesse bieten hierf√ľr einen Ort, an dem es m√∂glich ist, mit der Doppeldeutigkeit unseres Erziehungs- und Bildungsverst√§ndnisses experimentell umzugehen. Kunst kann damit eine starke Bedeutung bei der Interpretation von verschiedensten Situationen einnehmen.

Der Lehrer ist der Lenker und Bildner fremden Talents. Schwerer ist es freilich, die eigene Natur zu bilden.            Marcus Fabius Quintilianus, Lehrer des römischen Kaisers (30-96)

„Fachspezifischer Umgang mit der eigenen Person, fachspezifischer Umgang mit den Sch√ľlerinnen und Sch√ľlern und fachspezifischer Umgang mit der Sache, sprich: der Religion, dem Glauben.“ Das ist die Antwort von Johanna Maria Meyer auf die¬†Frage, was einen guten Religionslehrer bzw. eine gute Religionslehrerin ausmacht. Dazu hat sie eine Collage hergestellt: „Um die einzelnen Profilmerkmale, welche letztlich ein Ganzes ergeben, und den Facettenreichtum visuell darstellen zu k√∂nnen, entwickelte ich die Idee des Collagierens. Schrittweise formte sich die Idee weiter: Damit auch die pers√∂nlich-reflexive Ebene integriert ist, wurden das Foto und die Denkblasen erg√§nzt.“
„Der Hintergrund wird aus W√∂rtern gebildet, die die Leitfrage ‚Was macht eine gute Religionslehrkraft aus?‘ beantworten. Betrachtet man den Hintergrund des Werkes, bekommt man also eine Antwort auf die Leitfrage und durch die F√ľlle der aufgegriffenen Antworten einen Eindruck √ľber die vielf√§ltigen Antwortm√∂glichkeiten und die vielen Eigenschaften und F√§higkeiten, die eine gute Religionslehrkraft ausmachen oder wichtig f√ľr Religionslehrkr√§fte sind.

Lehrerrolle- Johanna Maria Meyer

Die Rolle der Lehererin- Johanna Maria Meyer

Die Fragestellung und ihre vielf√§ltigen Antworten eignen sich f√ľr die Collage-Technik gut: Aus vielen Einzelteilen (den Buchstaben), ergeben sich kleinere Einheiten (W√∂rter, Wortgruppen), die wiederum ein Gesamtbild ergeben. So wie sich die Profile guter Lehrkr√§fte aus vielen verschiedenen Einzelmerkmalen und deren Zusammenwirken zusammensetzen, entsteht auch das komplexe Gesamtkunstwerk aus vielen Einzelteilen. Struktur und Inhalt sind dementsprechend kongruent ‚Äď die Methode entspricht dem Inhalt. Der Betrachter kann seinen Fokus auf Einzelmerkmale, aber auch auf das Gesamtwerk legen.“

Ein vertiefender Text dazu Hilger/ Leimgruber /Ziebertz: Religionsdidaktik

Weitere Informationen zum Seminarkonzept und Fotos Kunst als Forschung

 

 

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