Religionsunterricht für Alle

Der Hamburger „Religionsunterricht für alle“

Seit über zwanzig Jahren realisieren Hamburger Schulen eine inklusive Form des Religionsunterrichts als Antwort auf die zunehmende Heterogenität der Schülerschaft. Da der „Hamburger Religionsunterricht für alle“ innerhalb Deutschlands Sonderwege geht, ist der Bedarf an konzeptioneller sowie empirischer Forschung außerordentlich hoch und eine entsprechende Aktivität auf bildungspolitischer Ebene notwendig. Religionspädagogik in Hamburg hat ein charakteristisches Profil entwickelt als interdisziplinäres und interreligiöses Fach, das in der Allgemeinen Erziehungswissenschaft wurzelt ist und sich damit von konfessionell ausgerichteten Studiengängen im Bundesgebiet unterscheidet. Somit trägt der Religionsunterricht in Hamburg in besonderer Weise zu einer Einübung in interreligiöses Lernen bei. Hier wird der Religionsunterricht für alle Schülerinnen und Schüler mit ihren verschiedenen religiösen Orientierungen und Weltanschauungen konzipiert und durchgeführt.

In Hamburg gab es „Religionsunterricht für alle“, aber Lehrer*innen waren bis jetzt nur evangelische Christen. Dies verändert sich nun und ab dem Wintersemester 2014/15 werden die Fachdidaktik Religions-Seminare religiös divers angegangen, zunächst mit muslimischen, alewitischen und protestantischen Student*innen. Um einen multiperspektivischen Ansatz zu entwickeln, sollte desweitern eine größere Varianzmöglichkeit bei der Präsentation in den Seminaren möglich werden.

Gordon Mitchell

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