Essay: Warum ist ein wissenschaftliches Studium sinnvoll für die pädagogische Praxis?

Nun gehöre ich ja zu der Sorte von Menschen, denen grundsätzliche Fragen Schweißperlen auf die Stirn treiben, doch trotzdem soll sich dieses kurze Essay mit dem Sinn meines gewählten Studiengangs befassen. Im Weiteren soll vor allem die Pädagogik mit meinem Hauptfach in Bezug gebracht werden und die Bewandtnis dieser als Wissenschaft im allgemeinen befragt werden.

Nach der krönenden Bestätigung meines Studienplatzes an der Uni Hamburg mit dem Wunschfach Medien und Kommunikationswissenschaft und dem Nebenfach Erziehungs- und Bildungswissenschaften stellte sich schnell eine Frage die einem, ob man es möchte oder nicht, unaufhörlich gestellt wurde. Was möchten Sie später damit machen, pocht es auf einem ein. Dabei genügt meinen lehrämtlichen Kommolitonen das hochziehen einer Augenbraue als Antwort, wobei es bei mir nur weitere Fragen hervorruft. Letzendlich kam ich zu der Vermutung das ich das mit der Bildung schon irgendwie gebrauchen könnte. Wie genau steht allerdings noch in den Sternen. Schließlich wirkt es Heute noch etwas unangebracht mit Kindern über Mediensysteme zu sprechen, oder stundenlang Filme zu analysieren. Abgesehen davon ist die Vermittlung von Medienkompetenzen im deutschen Schulalltag, zu schweigen von einer Umsetzung als eigenständiges Fach, schlichtweg nicht vorgesehen. Umso mehr verlangt es Kreativität der Erziehung einen Platz in der Medienbranche anzudichten. Bisher steht für mich jedoch fest, einem Platz in einem medienaffinem Berufsfeld zu suchen. Ob dieser in Marketing, PR oder anderer Orientierung angesiedelt sein soll, bleibt meiner Spontanität und meinem zukünftigen Interesse überlassen.

Die Handlungsfelder der Pädagogik, die ich mir mit meinem derzeitig, geringen Erkenntnisstand in einem derartigen Bereich vorstellen kann, bedeuten zuerst einmal eine entsprechende Position, aus der heraus mir die Möglichkeit gegeben wird auf bildungstheoretischer Basis andere Menschen in ihrer Entwicklung zu begleiten. Vor allem wenn man davon ausgeht, dass das Lernen nie final ist und das der junge Mensch gerade nach Abschließen seiner schulischen Laufbahn sich noch größeren Herausforderungen stellen möchte. Dann ergibt sich ein neues Spektrum an Aufgaben denen die Individuen gegenüberstehen. Es wird ausgebildetes Personal benötigt, das sein Wissen strukturiert an die Gemeinschaft weitergeben kann. Dementsprechend sollte meine gewählte Fächerkombination die Grundlage bilden, um medien- und kommunikations- wissenschaftliches Fachwissen an ein breiteres Publikum weiterzugeben.

In diesem Rahmen, sollte es meine Aufgabe seien, den Personen die Mittel auf den Weg zu geben, die sie benötigen um ihre weiteren Aufgaben adäquat in Angriff nehmen zu können. Selbstverständlich variieren hier die theoretischen Grundlagen zur Lehrsituation mit Kindern oder Jugendlichen, zu denen von Erwachsenen. Worin genau diese Unterschiede liegen könnte kann ich jedoch nur vermuten. Orientiert man sich an Kant dürften Zivilisierung und Kultivierung die Zentralen Kompetenzen für diese Phase bieten, da sich Moral und Disziplin praktisch als Grundvoraussetzung zum Erreichen eines gefestigten gesellschaftlichen Platzes sehen lassen.

Umso wichtiger ist es also, dass mir ein erziehungswissenschaftliches Studium die Möglichkeit bietet meine Erkenntnisse in einem pädagogischen Rahmen umzusetzen und einen Lerneffekt erzielen zu können. Nichts ist so praktisch wie eine gute Theorie, lautet das Credo, nach dem Wissenschaftler ihre, auf den Beobachter sehr praxisferne wirkende Arbeit begründen. Da die Theorie versucht ein systematisch vereinfachtes Abstrakt der realen Bedingungen zu erstellen, gilt es, gerade als Lehrperson, stets die angeeigneten wissenschaftlichen Grundlagen mit dem Erlebten abzugleichen, um eventuell einen neuen Erkenntnisstand zu gewinnen. Dabei sollten die Modelle und Ideen von Persönlichkeiten wie Horkheimer, Kant, Bordieue usw. dem Studenten das philosophische oder soziologische Fundament für die Arbeit im echten Leben geben und helfen größere Zusammenhänge vereinfacht zu verstehen. Damit bildet das Studium die sehr gute Ergänzung zu einer praxisnahen Ausbildung, und ermöglicht es aktuelle Probleme wie z.B. Inklusion oder lebenslanges Lernen methodisch und analytisch zu hinterfragen um Lösungsansätze für die Praxis zu erforschen. Zum anderen bekomme ich als Student die Werkzeuge Vorhandenes durch fundierte Kritik zu erneuern.

Das wissenschaftlich Studium erübrigt vor allem in der Erziehungswissenschaft kein echtes Erleben der besprochenen Situationen, da diese tatsächlich schnell von den Erörterungen des Professors abweichen können und nicht mehr dem ideellen Bild der Wissenschaft entsprechen.

Allerdings finde ich, dass weder die praktische, noch die wissenschaftliche Ausbildung wichtiger ist. Vielmehr denke ich, dass aus dem Zusammenhang der bekannten drei Register (Realität,Imagination,Symbol) sich übertragen auf den Lehrvorgang das beste Ergebnis für den Belehrten und den Lehrenden erzielbar ist.