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Der Projektaufbau
Zu Beginn haben wir uns überlegt, wie unser Portfolio-Projekt denn sinnvoll in den Unterricht integriert werden kann. Uns ist es wichtig gewesen, dass die SuS auch kreative Zeit bekommen, aber das sie auch einiges was Englisch, Poetry und Comics betrifft mit aus dem Projekt hinausnehmen.
Daher haben wir uns für ein Lernproduktportfolio entschieden. Das bedeutet, dass die Person/der Schüler und das Endprodukt im Mittelpunkt stehen sollen und somit immer der Weg dahin und das Endprodukt im Blick behalten werden. Somit versuchen wir das Konzept des individuellen Lehrens und Lernens mit unserem Projekt zu verbinden. Probleme könnte es nur dabei geben, wenn ein SuS so gar keine Lust/Ideen hat, aber dann kann man mit dem SuS auch gemeinsame Absprachen treffen. Durch Individuelles Lernen soll Verantwortung geschult werden, welches man für die Universität und allgemein im Leben später gebrauchen kann.
Um die SuS allerdings nicht ganz alleine zu lassen, würden wir unseren Unterrichtsverlauf nach Hronung-Prähauser (siehe Artikel: e-Portfolio Konzept für den Englischunterricht Sekundarstufe I) gestalten, welcher immer Inputphasen und selbstständige Arbeitsphasen in regelmäßigen Abständen vorsieht. In den Inputstunden werden die SuS bspw. mehr an das Thema Comics und Poetry herangeführt. Zwischendurch finden aber immer wieder selbstständige, kreative Phasen statt, da wir denken, dass jeder SuS bestimmt viele Ideen haben wird und diese ausprobieren möchte. Der Vorteil ist, dass die SuS nicht vollkommen alleine gelassen werden. Hinzukommt, dass wir uns überlegt haben, dass die SuS in den Inputphasen eventuell auch Vokabeltests oder ähnliches schreiben könnten, damit sie auch das Fachvokabular in ihren schriftlichen Reflexionen verwenden.
Inputstunden können bspw. so aussehen, dass man mit den Schülern die Bewertungskriterien erarbeitet und das Gedicht ‚The Day the Saucer came’ vorstellt. Das Ziel ist es, dass jeder SuS sich eine Strophe aus dem Gedicht aussucht (oder auch das ganze Gedicht) und seine eigene bildliche Interpretation des Gedichtes zu einem Kurzfilm zusammenstellt. Wir haben uns dafür entschieden, dass wir nur ein Gedicht zur Auswahl geben, da dieses Gedicht aus mehreren Strophen besteht und in jeder Strophe viele verschiedene Bilder angesprochen werden. Daher schränken wir die Schüler zwar ein, aber sie haben trotzdem eine hohe Auswahl an verschiedenen Strophen. Wir denken, dass es sonst schwer wird einheitlich zu bewerten zu können bzw. das die SuS eventuell gar nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Dadurch werden zwar einige SuS die gleiche Strophe nehmen, allerdings eigene Interpretationen von der Strophe wählen bzw. sich von den Ideen des anderen eventuell inspirieren lassen.
Noten – ja, bitte!
Wir sind beide der Ansicht, dass Noten nützlich und unumgänglich sind. Wir würden daher einen Bewertungsbogen mit unterschiedlichen „Gewichtungsfaktoren“ gemeinsam mit den Schülern erstellen. Der Vorteil eines Bewertungsbogens ist es, dass nicht nur das gestaltete Endprodukt, sondern auch der Arbeitsprozess, das soziale Verhalten und die Präsentation mit in die Bewertung mit einschließen (vgl. Peez 2008, S. 44ff.).
Oftmals wurde sich während unseres Seminars gegen Noten ausgesprochen, aber wir sind der Meinung, dass diese nicht nur unumgänglich sondern auch motivierend sein können. Wenn man bspw. viel Arbeit in etwas hineingesteckt hat, kann dieses durch eine gute Note anerkannt werden.
Aufgabe des Lehrers
Die Schule verlangt Noten und wir als Lehrkräfte müssen nun versuchen eine Möglichkeit zu finden, eine Notenzusammensetzung zu finden, bei der jeder Schüler seine Stärke mit einbringen kann. Jeder Schüler hat andere Stärken aber auch Schwächen. Wir sind der Meinung, dass es wichtig ist, dass Schüler mit ihrer Stärke glänzen können, aber das es genauso wichtig ist, dass Schüler an ihren Schwächen arbeiten. Daher sollte sich eine Endnote immer aus mehreren ‚Produkten’ zusammensetzen.
Bevor so ein Bewertungsbogen, welcher auch für die Schüler nachvollziehbar und einsichtig sein sollte, gestaltet wird, sollten den Schülern allerdings noch einige Kriterien, die uns als Lehrer wichtig sind, erläutert werden. Im Englischunterricht ist es bspw. ein Prämisse, dass vermehrt auf Sprache, Rechtschreibung und auch das freie Sprechen geachtet wird. Außerdem sollen die Schüler lernen, dass es nicht so sehr auf das Endprodukt ankommt – bei unserem Projekt wäre das der Kurzfilm – sondern eher das Augenmerk auf den Arbeitsprozess gerichtet ist.
Alles in allem denken wir, dass wenn die Notenzusammensetzung für die Schüler klar und auch zugänglich ist, dass die Schüler auch motiviert sind die verschiedenen Bereiche – soziales Verhalten, Präsentation, Arbeitsprozess, Endprodukt – gut zu bearbeiten.
Same, same but different
So, da nun schon unsere Präsentationen hinter uns liegen, kommen in den nächsten zwei Wochen noch kleine schriftliche Erklärungen.
Zu Beginn wollen wir einmal Jescos konstruktiven Beitrag mit in unser Konzept aufnehmen und zwar war sein Vorschlag, dass wir den Kunstunterricht mit unserem Konzept verbinden. Wir sind nämlich der Ansicht, dass wir nicht mehr als drei bis vier Wochen für unser Projekt an der Schule Zeit bekommen werden, da die Lehrpläne derzeit schon sehr voll sind und leider wenig Platz für kreatives lassen. Wenn wir also den Kunstunterricht miteinbeziehen, so haben wir eineinhalb Stunden die Woche mehr Zeit und geben den Schülern somit die Chance auch ein Endprodukt zustande zu bekommen. Zudem versucht man in Schulen bereits fächerübergreifend zu arbeiten und da bietet sich unser Projekt für an.
Bis bald
„Es gibt nicht das Portfolio“
In dem Text „Das Portfolio – Sein Einsatz im Unterricht und in Prüfungen moderner Sprachfächer“ von Dr. Oswald Inglin wird ein Portfolio Konzept aus der Schweiz vorgestellt, welches die Schulabschlussprüfung ersetzen/unterstützen soll. Einige Aspekte aus diesem Text könnten in unserem Portfolio noch ergänzt werden und der ein oder andere Hinweis zum Aufbau von solchen Portfolio-Projekten können wir auf unser Konzept zuschneiden.
Zu Beginn des Projektes müssen wir erst einmal einen Plan erstellen, an den sich die Schüler halten müssen, solange es keine offiziellen Änderung gibt müssen diese Daten eingehalten werden. Ein Plan könnte bspw. folgende Aspekte beinhalten:
Portfolio-Plan:
- Einführung in das Projekt (1. Woche)
- Kriterien und deren Umsetzung (2. Woche)
- Liste möglicher Inhalte (2.-4. Woche)
- Recherchezeit (2.-4. Woche)
- Abschluss Materialsammlung (2.-4. Woche)
- Abschluss Lesearbeit (5. Woche)
- Abschluss Redaktion/Texte (6. Woche)
- Abschluss Illustration Abschlusssitzung/Präsentationen
Dr. Oswald Inglin geht in seinem Text auch auf die Chancen und Risiken, als auch auf die derzeitige Entwicklung der Lehrmethoden ein. Derzeit befinden wir uns nach seinen Angaben in einem Paradigmenwechsel, in dem man weg vom lehrerzentrierten Unterricht und hin zum schülerzentrierten Unterricht bewegt. Dadurch ändert sich der Unterricht und seine Methoden und wirft die Frage auf, warum sich denn nicht auch die Prüfung in Form von Klausur sich verändern könnte?
Genau hier könnte man dann ein Projekt-Portfolio einsetzen. Die Chance, die Dr. Oswald Inglin in einem Portfolio sieht, ist, dass man weg von den klassischen Surface-Level-Learning-Aufgaben in Prüfungen kommt (beispielweise analysiere folgenden Textausschnitt; was deutet der Titel an, etc.) und hin zum Deep-Level-Learning-Abfragen, welches kreativere und motivierendere eigenerarbeitete Konzepte hervorbringt. Bisher standen in der Schule immer der Kenntnis- und Leistungsaspekt im Vordergrund, aber in den letzten Jahren werden diese erweitert mit dem Aspekt der Fertigkeit. Der Fertigkeitsaspekt beinhaltet folgende Fähigkeiten:
- Fähigkeit zum selbstständigen kritischen Denken und Urteilen
- Fähigkeit, sich Zugang zu neuem Wissen zu erschließen
- Entfaltung der Kommunikationsfähigkeit
- Fähigkeit, allein und in Gruppen zu arbeiten
- Fähigkeit zum intuitiven, analogen und vernetzten Denken
Ein Portfolio würde solche Fähigkeiten fördern, allerdings besteht auch die Gefahr darin, dass einige SuS zu sehr mit der kreativen Ausschmückung ihres Portfolios beschäftigt sind und dadurch nicht so sehr auf sprachliche Korrektheit und Systematik acht geben. Daher muss man vor Beginn eines solchen Portfolioprojektes erst einmal folgende Fragen beantworten:
- Wie offen bzw. wie eingeschränkt sollen die SuS beim Erstellen ihres Portfolios werden?
- Inhalt/Art der Einlagen und dessen Anteil selbstproduzierter Einlagen
(selbstgeschriebene Texte, gesammeltes Material aus anderen Quellen, Fotos, Ton- und
Filmdokumente)
- Perfektionsgrad (Notizen, Entwürfe, korrekturgelesene Texte)
- Selbstevaluierung/Fremdevaluierung?
Vorschlag: 4er Gruppen
[Vorarbeit: Bevor man startet mit dem Projekt einen Beispielsbeitrag von Unbekannt
kritisch lesen und die Ergebnisse schriftlich festhalten lassen]
Peer Converence:
- Um was ging es deinem Partner beim Schreiben dieses Textes?
- Sind die Gedanken/Handlungsteile/Beschreibungen so dargelegt, dass du ihnen leicht folgen kannst?
- Werden die Charaktere/Schauplätze/Handlungen lebendig oder bleiben sie hölzern/leblos)?
- Welches sind deine Ratschläge an die Verfasser/in?
- Terminabgabe und vor allem was geschieht, wenn dies nicht eingehalten wird!
- Beurteilung: Show-Case-Präsentationen – eigenen Film zeigen
- Arbeitsprozess beurteilen: Kriterien – Beobachtungen der Lehrkraft, aktive Mitarbeit/Kritik bei den Gruppenteilnehmern
- formale Korrektheit
- Tests währenddessen (vorher festlegen wann diese stattfinden?): Vokabeln, Schreibstile (Was ist ein Comic, Roman, Essay – wofür/wann benutzt man diese?)
- Authentizitätserklärung: Quellenangabe, Internetadressen
- Leitfragen für eine abschließende Reflektion vor der Präsentation:
- Welche Aufgabe und welches Ziel werden auf deinem Portfolio geführt?
- Wie hast du angefangen diese Aufgabe zu bearbeiten? (Internet-Recherche, etc.)
- Hast du dein Ziel erreicht und bist zufrieden damit?
- Welche Ziele wurden nicht erreicht und warum?
Meiner Meinung nach ist Portfolioarbeit sehr vielseitig und kann Schüler motivieren. Mit der Zeit weiß man als Lehrkraft auch worauf man achten muss. Das Vier-Pfeiler-Projekt-Modell von Christina Maria Kunz-Koch (2001) beinhaltet vier Aspekte, welche eine Portfolioarbeit tragen. Diese sind: Motivation – Theorie – Feldarbeit (kreativer Eigenanteil) – Produkt. Ich denke, dass unser Portfolio sich genau auf diese vier Pfeiler stützen sollte und die oben genannten Fragen berücksichtigen bzw. klar im Vorwege beantworten können sollte, um zu einem Erfolg, welcher ein Lernzuwachs im Bereich der Eigenverantwortung und im Bereich des kritischen Auseinandersetzens mit Texten ist, zu werden. Daher schließe ich mit den Worten von Dr. Oswald Inglin: „Portfolioarbeit ist gewöhnungsbedürftig und braucht Praxis. Aber die Früchte, die sich daraus ergeben lohnen jeden Einsatz.“
Literatur:
Dr. Oswald Inglin, 2005. Das Portfolio -Sein Einsatz im Unterricht und in Prüfungen moderner Sprachfächer. <http://osi-inglin.ch/beruf/_/portfolio-einsatz.pdf>
e-Portfolio Konzept für den Englischunterricht Sekundarstufe I
Inhalt:
- literarische Gattungen im Englischunterricht (poetry/comic)
- geplant für 3-4 Wochen a 5 Stunden/Woche in der 9./10. Klassenstufe
Ziele:
inhaltliche Ziele:
- literarische Gattungen Graphic Novel und Poetry kennen lernen, Unterschiede herausarbeiten
- eigenes Comic erstellen (in Slide-Show überführen)
allgemeine Ziele:
- Fähigkeit zum selbstständigen kritischen Denken und Urteilen
- Fähigkeit, sich Zugang zu neuem Wissen zu erschließen
- Entfaltung der Kommunikationsfähigkeit
- Fähigkeit, allein und in Gruppen zu arbeiten
- Fähigkeit zum intuitiven, analogen und vernetzten Denken
Formalia:
- projektorientierte Portfolioarbeit
- Lernproduktportfolio: Person/Produkt
Grafische Darstellung des Unterrichtsverlaufs (Grafik: Hronung-Prähauser et al. 2007)
Wahl des Werkzeuges:
- WordPress.com
Herausforderung:
- technische Infrastruktur
- Einführung/Anleitung ?–> Ratlosigkeit: Was soll man bloggen?
- Ziele definieren
Projektvereinbarung zwischen SuS und der Lehrkraft: In dieser Vereinbarung müssen die Eckpunkte des Portfolios festgelegt werden (z.B. Deadline und Konsequenzen beim Verfehlen von Deadlines) –> dient auch als Steuerungsinstrument für die Lehrkraft –> Freiheiten der SuS können hier „eingeschränkt“ werden, d.h. die Lehrkraft steuert mehr (für die Einführung der Methode empfehlenswert; vgl. Inglin 2005)
Bewertung:
- Absprache mit Schülerinnen/Schüler
- Noten? Ja bitte! Aber wie? à Bewertungsbogen mit „Gewichtungsfaktor“
- Vorteil: Nicht nur das gestaltete Endprodukt (praktischer Teil), sondern auch die Reflexion des Arbeitsprozesses (schriftlicher Teil), das soziale Verhalten (Arbeitsatmosphäre) und die Vorstellung vor der Klasse (Präsentation) können mit bewertet werden. (vgl. Peez 2008, S. 44ff.)
Bewertungskriterien:
- Inhalt
- Formelles, Gestaltung/Sprache
- Arbeitsprozess
Literatur:
- Hornung-Prähauser, Veronikaet al et., E-Portfolio. Didaktische, organisatorische und technologische Grundlagen von E-Portfolios und Analyse internationaler Beispiele und Erfahrungen mit E-Portfolio-Implementierungen an Hochschulen, Salzburg 2007.
- Gaiman, Neil, The Day the saucers Came, in: Ders., Fragile Things. Short Fictions & Wonders, London 2006, S. 329–332.
- Inglin, Oswald, Das Portfolio. Sein Einsatz im Unterricht und in Prüfungen moderner Sprachfächer, in: PRAXIS Fremdsprachenunterricht 6/2005, S. 6–11.
- Madden, Matt, 99 Ways to Tell a Story. Exercises in Style, London 2006.
- McCloud, Scott, Understanding Comics. The Invisible Art, New York 1994.
- Peez, Georg (Hg.), Beurteilen und Bewerten im Kunstunterricht. Modelle und Unterrichtsbeispiele zur Leistungsmessung und Selbstbewertung, Seelze 2008.
- Tan, Shaun, The Arrival, Singapore 2007.
Kritik an Portfolioarbeit
Einführung in die Erziehungswissenschaft
Konstruktivistische Ansätze (Immanuel Kant):
https://www.tu-braunschweig.de/Medien-DB/paedagogik/lehrmaterial1.pdf
Für Kritik und Grenzen der Portfolioarbeit vergleiche:
http://www.lehrer-online.de/815277.php
Geschützt: Portfolio – das digitalisierte Schulheft?
»Bildung kommt von Bildschirm und nicht von Buch, sonst hieße es ja Buchung.«
Hallihallo alle beisammen!
Meine Überschrift ist ein Zitat von Dieter Hildebrandt einem deutschen Kabarettisten. Ich fand es anlässlich unseres bevorstehenden Seminars passend, denn wir werden viel Zeit vor unseren Bildschrimen verbringen und der Computer ist inzwischen Teil unseres Bildungswesens geworden.
Da ich bereits an zwei Veranstaltungen teilgenommen habe, in denen wir mal mehr und mal weniger mit ePortfolios gearbeitet haben, hoffe ich diese Erfahrungen in diesem Seminar festigen zu können. Ich bin mir noch nicht so ganz sicher, wie man ePortfolios in der Schule einsetzen soll, aber ich finde sie für die Arbeit an der Uni sehr sinnvoll, denn sie machen die Arbeit transparent für die Seminarteilnehmer. Es ist für mich ein wichtiger Aspekt, dass wir als angehende Lehrer mit Computerkenntnissen umgehen können und nicht vor ihnen scheuen, denn bis wir in Rente gehen werden noch viele andere neue Medien auf uns zu kommen.
Ich freue mich auf unser gemeinsames Semester!
Eure Nele





