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	<title>Christina Schwalbe &#187; 2008 &#187; Juli</title>
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	<description>Nachgedacht statt nachgemacht!</description>
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		<title>Christina Schwalbe</title>
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	<itunes:author>Christina Schwalbe</itunes:author>
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		<title>Michael Wesch: A Portal to Media Literacy</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jul 2008 17:14:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ferner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kulturanthropologie]]></category>
		<category><![CDATA[Lehr- und Lernformen]]></category>
		<category><![CDATA[Social Web]]></category>
		<category><![CDATA[media literacy]]></category>
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		<description><![CDATA[Via Mandy Schiefner bin ich auf einen Vortrag von Michael Wesch aufmerksam geworden, der u.a. bei YouTube zu sehen ist: &#8220;A Portal to Media Literacy&#8221;. Michael Wesch ist Kulturanthropologe und Medienökologe. Er untersucht die Veränderungen menschlicher Interaktion im Zusammenhang mit der Entwicklung aktueller Medientechnologien. Dies tut er nicht nur auf theoretischer Ebene, sondern nutzt intensiv [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Via <a title="Mandy Schiefner" href="http://www.mandyschiefner.ch/blog/archives/1228">Mandy Schiefner</a> bin ich auf einen Vortrag von <a title="Michael Wesch" href="http://www.ksu.edu/sasw/anthro/wesch.htm">Michael Wesch</a> aufmerksam geworden, der u.a. bei YouTube zu sehen ist: <a title="A Portal to Media Literacy" href="http://mediatedcultures.net/ksudigg/?p=174">&#8220;A Portal to Media Literacy&#8221;.</a> Michael Wesch ist Kulturanthropologe und Medienökologe. Er untersucht die Veränderungen menschlicher Interaktion im Zusammenhang mit der Entwicklung aktueller Medientechnologien. Dies tut er nicht nur auf theoretischer Ebene, sondern nutzt intensiv verschiedenste Anwendungen des Social Webs in seinen Vorlesungen und Seminaren mit dem Ziel, die kritisch-reflexive Nutzung aktueller Medien durch Studierende zu fördern. In der Netzwelt bekannt wurde er durch einige Videos die er gemeinsam mit seiner <a title="digital ethnography working group" href="http://mediatedcultures.net/">digital ethnography working group</a> (einer Arbeitsgruppe, die er mit Studierenden ins Leben gerufen hat)  erstellt hat, z.B. <a title="The Machine is Us/ing Us" href="http://www.youtube.com/watch?v=NLlGopyXT_g">&#8220;The Machine is Us/ing Us&#8221;</a>, oder <a title="A Vision of Students Today" href="http://www.youtube.com/watch?v=dGCJ46vyR9o">&#8220;A Vision of Students Today&#8221;</a><br />
In dem aktuellen Vortrag berichtet er von den Hintergründen und der Entstehung des Videos <a title="A Vision of Students Today" href="http://www.youtube.com/watch?v=dGCJ46vyR9o">&#8220;A Vision of Students Today&#8221;</a>. Dabei zeigt er sehr anschaulich auf, wie sich aktuell die Rahmenbedingungen für Bildungsinstitutionen verändern und welche Möglichkeiten sich durch kollaborative Webanwendungen ergeben. Es lohnt sich, die 66 Minuten durch zuhalten (auch in einer Zeit der permanenten Ablenkung muss man sich für einige Gedanken etwas Zeit nehmen):</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=Array"><img src="http://img.youtube.com/vi/Array/default.jpg" width="130" height="97" border=0></a></p>
<p>Einiges von dem, was Michael Wesch sagt ähnelt dem, was ich auch in meiner Masterthesis geschrieben habe. Durch die zunehmende allgegenwärtige Vernetzung in digitalen Strukturen werden andere Formen der Kommunikation in Lehr- und Lernsituationen befördert, die Hierarchien und damit die Rollenverteilung von Lehrenden und Lernenden verändern sich, Lernen findet zunehmend in projektförmigen, vernetzten Strukturen statt. Durch die permanente Verfügbarkeit von Informationen aller Art muss sich die Organisation von Lehr- und Lernsituationen weg bewegen vom Informationsinput hin zu partizipativen Strukturen in den Studierende verstärkt Informationen kritisieren, Zusammenhänge herstellen, den Informationen Bedeutungen zuweisen und Informationen in Frage stellen. Der Lehrende ist dabei nicht unbedingt derjenige, der das Wissen hat und dieses Wissen versucht weiter zu geben, sondern ebenso wie auch die Studierenden ein Teil im Netzwerk mit bestimmten Fähigkeiten und bestimmtem Wissen. Die Fähigkeit, Informationen zu bewerten und zu kritisieren war schon immer wichtig, in Zeiten der Überhand nehmenden Informationsflut wird sie jedoch zunehmend wichtiger. Die Entwicklung des WWW zum Read/Write-Web birgt viele Möglichkeiten, Informationen zu veröffentlichen, Zusammenhänge aufzuzeigen, Bedeutungen herzustellen &#8211; der &#8220;akademische Filter&#8221; jedoch fehlt, eine Autorität, die die Informationen &#8220;vorsortiert&#8221; und auswählt, prämiert und kritisiert fällt hier weg, dies wird im Netz jedem selbst überlassen.</p>
<p>Um eben diese Medienkompetenz (media literacy) zu fördern stellt Michael Wesch in seinen Seminaren und Vorlesungen die eigenständige Erarbeitung von Inhalten und Informationen in den Vordergrund und nicht die reine Informationsvermittlung. Für die kollaborative Projektarbeit hat Wesch bei <a title="www.netvibes.com" href="http://www.netvibes.com">netvibes.com</a> ein <a title="Plattform " href="http://www.netvibes.com/wesch#Digital_Ethnography">Portal eingerichtet.</a> Auf einer zentralen Seite werden verschiedenste multimediale Informationen per <a title="RSS bei Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rss">RSS</a> zusammengeführt: Der RSS-Feed vom Wiki, in dem alle Studierenden gemeinsam an einem Projekt arbeiten, eine Seite mit Feeds von verschiedenen wissenschaftlichen Blogs zum Thema, ein Fenster in dem eigene Videoprojekte kollaborativ bearbeitet werden können, ein Twitter-Stream mit aktuellen Ereignissen aus der Projektarbeit, Kalender und Aufgaben, eine Linkliste zum tag <em>Anthropology&#8230; </em></p>
<p>Man könnte diese Portalseite als Daten-Mashup bezeichnen, Informationen aus unterschiedlichen Quellen werden kombiniert und damit in einen neuen Zusammenhang gebracht, für die Studierenden bietet sich eine thematische Anlaufstelle &#8211; die Informationsflut wird über tags und RSS wieder vorsortiert und ausgewählt, nur das diese Auswahl der Inhalte nicht mehr durch einzelne Experten/Wissenschaftler geschieht, sondern über das kollektive taggen all derer, die Links abspeichern, Blogbeiträge schreiben oder verlinken, Videos produzieren oder weiter verbreiten.</p>
<p>Diese Idee, Informationen zu aggregieren und Möglichkeiten zu bieten, sich einen persönlichen Filter nach eigenen Kriterien einzurichten, hat auch das Konzept von <a title="life.epb.uni-hamburg.de" href="http://life.epb.uni-hamburg.de"><em>life</em>,</a> dem neuen Webmagazin (und bald auch Netzwerk) der Fakultät EPB, beeinflusst, an dem ich gerade im Rahmen des Projektes <a title="ePUSH" href="http://mms.uni-hamburg.de/blogs/epush/2008/05/26/life/">ePUSH</a> arbeite. Im Gegensatz zu Michael Weschs Portal ist life nicht dazu gedacht, einzelne Lehrveranstaltungen sondern die informelle Studienorganisation zu unterstützen. Ein ähnlicher Ansatz jedoch steckt dahinter: die Studierenden, die jetzt an Universitäten ankommen, nutzten vielfach das Social Web &#8211; meist jedoch zur Unterhaltung. Aufgabe von Universitäten ist es nun, gemeinsam mit Studierenden herauszufinden, welche Potentiale das Social Web in Bezug auf Lehren, Lernen, Kollaboration etc. bietet &#8211; und so die Studierenden im reflektierten Umgang mit dem neuen Medium zu bilden.</p>
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		<title>Zur Hyperkult 17: Ordnungen des Wissens</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Jul 2008 15:53:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ferner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ordnung]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[kulturwissenschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Tagung]]></category>

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		<description><![CDATA[Vorletzte Woche, am 3. &#38; 4. Juli 2008, fand an der Universität Lüneburg die Hyperkult 17 statt, eine jährlich stattfindende Tagung, die sich an der Schnittstelle zwischen technischen und kulturwissenschaftlichen Disziplinen befindet. Die Fragen, die dort gestellt werden (und natürlich auch Versuche angestellt werden, auf diese Fragen Antworten zu finden bzw. diese zu diskutieren) drehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vorletzte Woche, am 3. &amp; 4. Juli 2008, fand an der <a title="Leuphana Universität Lüneburg" href="http://www.uni-lueneburg.de/">Universität Lüneburg</a> die <a title="Hyperkult 17" href="http://www.uni-lueneburg.de/uniweb/index.php?id=hyperkult16">Hyperkult 17</a> statt, eine <a title="Hyperkult" href="http://www.uni-lueneburg.de/uniweb/index.php?id=hyperkult">jährlich stattfindende Tagung</a>, die sich an der Schnittstelle zwischen technischen und kulturwissenschaftlichen Disziplinen befindet. Die Fragen, die dort gestellt werden (und natürlich auch Versuche angestellt werden, auf diese Fragen Antworten zu finden bzw. diese zu diskutieren) drehen sich rund um die Wechselwirkungen zwischen informationstechnologischen und kulturellen Entwicklungen &#8211; also ein Feld, in dem auch ich versuche, mich zu positionieren.</p>
<p>Thema der <a title="Hyperkult 17" href="http://www.uni-lueneburg.de/uniweb/index.php?id=hyperkult16">diesjährigen Hyperkult</a> war &#8220;Ordnungen des Wissens&#8221;:</p>
<blockquote><p>Die Ordnung des Wissens wird mit und in Computern verwahrt. Börsennotierte Unternehmen besitzen es, machen es profitabel zugänglich oder enthalten es vor. Dabei geht es nicht um Zensur, wenn festzuhalten ist, dass die Verfügung über das Wissen der Welt nunmehr außerhalb der Verantwortung wohlmeinender Sachwalter wie Bibliothekarinnen oder Archivaren oder professioneller Geheimhalter wie den Sicherheitsdiensten geraten ist. Was Google und andere nicht anzeigen, wird heute nicht wahrgenommen und existiert morgen ganz einfach nicht mehr. Und was sie findbar machen, ist nicht mehr aus der Welt zu schaffen. Es ist die Ordnung selbst, die sich verändert, ohne dass dies von denen zu verhindern wäre, die noch zu Zeiten des Zettelkastens für das Wissen der Welt oder dessen Verschluss zuständig waren.</p></blockquote>
<p>Fragen aus dem Call for Papers zur Tagung, die mich besonders interessieren sind:</p>
<blockquote>
<ul>
<li>Welche Ordnungsstrukturen werden durch den Computer als Medium geschaffen, welche in Frage gestellt?</li>
<li>Wer kann noch Einfluss nehmen?</li>
<li>Was wird mit Computern geordnet und was entzieht sich diesen Bemühungen?</li>
<li>Welchen Wert bekommt die Unordnung in der digitalen Welt?</li>
</ul>
</blockquote>
<p>Damit die vielen Gedanken, die sich in meinem Kopf und meinem kleinen schwarzen Notizbuch in diesen zwei Tagen angesammelt und entwickelt haben, nicht allzu schnell in Vergessenheit geraten, versuche ich hier, einige Zitate und Gedanken aus und zu den Vorträgen aufzuschreiben. Dazu muss ich die über Assoziationen und Verknüpfungen vernetzte, nicht-lineare Struktur meiner Gedanken in eine linear geordnete Form bringen &#8211; was sich &#8211; auch durch die Fülle der gehörten Vorträgen &#8211; gerade als nicht ganz so einfach herausstellt. Ich versuche mich also auf das für mich Essenzielle beschränken.</p>
<p>Als Eingangsvortrag sprach <a title="Video zum Vortrag von Deborah Weber-Wulff" href="http://weblab.uni-lueneburg.de/kulturinformatik/hyperkult/hk_17/weberwulff.mp4">Deborah Weber-Wulff</a>, <a title="Deborah Weber-Wulff" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:WiseWoman">Wise-Woman bei Wikipedia</a> und Gründungsmitglied der Wikimedia Deutschland über die Entstehung der Wikipedia und die Ideen dahinter, aber auch über aktuelle Strukturen und Regeln oder &#8211; wie sie sagt &#8211; das Chaos in Wikipedia und die Ordnungen der Menschen, die an Wikipedia mitarbeiten.</p>
<p>Die Ursprungsidee der Wikipedia war, beeinflusst durch Konzepte wie <a title="As we may think" href="http://www.ps.uni-sb.de/~duchier/pub/vbush/vbush-all.shtml">Vannevar Bushs</a> <a title="Memex" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Memex">Memex</a> (Memory Extension) und <a title="Projekt Xanadu" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Projekt_Xanadu">Ted Nelsons Xanadu</a>, die Schaffung einer Open Content Enzyklopädie, in der Experten nach dem Peer-Review-Verfahren Artikel schreiben. Doch das gemeinsame Schreiben an einer Open Conten Enzyklopädie bringt für Wissenschaftler nicht das nötige Prestige, um dass sich in der Wissenschaftswelt doch sehr viel dreht, Wikipedia-Artikel zählen nicht als Publikationen &#8211; der Versuch schlug (zum Glück) fehl. Mit der Wendung zur offenen Enzylopädie, in der jeder schreiben darf, kam (und kommt immer noch) natürlich immer wieder die Frage nach der Qualität und der Reliabilität der Informationen auf: Wer ist Experte? Wer ist Laie? Wie definiert man beim kollaborativen Schreiben die Autorenschaft? Welche Informationen werden aufgenommen?  Dazu gibt es ausgefeilte soziale Strukturen mit einem zeitlich und nach Aktivität gestaffelten Rechtemanagement und einige Regeln zur Publikation von Artikeln &#8211; in der Wikipedia &#8220;lemma&#8221; genannt. Eine der Regeln, die gewährleisten sollen, dass nur gesichertes Wissen aufgenommen wird, besagt, dass alle Inhalte durch anderweitige Informationen nachweisbar sein müssen &#8211; wobei hier Printquellen gegenüber Internetquellen doch einen höheren Stellenwert erhalten. Zunächst war ich darüber etwas verwundert, jedoch ist ein Argument nicht von der Hand zu weisen: die Quellen müssen auch langfristig sicher verfügbar sein. Doch besteht insbesondere bei Zeitschriftenartikeln tatsächlich noch ein Unterschied, ob es nun eine gedruckte oder eine digitale Zeitschrift ist? Dies wirft wieder die Frage auf, wie sich die Publikationswege in der Wissenschaft verändern &#8211; wie sich traditionelle wissenschaftliche Ordnungsstrukturen verändern.</p>
<p>Nach dem Vortrag von <a title="Deborah Weber-Wulff" href="http://weblab.uni-lueneburg.de/kulturinformatik/hyperkult/hk_17/weberwulff.mp4">Debora Weber-Wulff</a> folgte ein Vortrag über die &#8220;Phänomenologie des Googeln&#8221; von <a title="Rainer Groh" href="http://weblab.uni-lueneburg.de/kulturinformatik/hyperkult/hk_17/groh.mp4">Rainer Groh</a>. Die zwei Hauptthematiken, wenn man über Ordnungen des Wissens im Zeitalter der Allgegenwärtigkeit des WWW spricht, sind damit klar: Wikipedia und Google (von Rainer Groh als &#8220;Ersatzsysteme für eine verlorengegangene Ordnung bezeichnet&#8221;) machen den Anfang. Rainer Groh jedoch versuchte sich von einer etwas anderen Seite an Google ranzupirschen &#8211; es ging nicht um Google als Filter dessen, was wahrgenommen wird, sondern um die visuelle Syntax von Google, die Art und Weise, wie wir aus der Google-Suche eine Bedeutungsperspektive entwickeln &#8211; etwas, dass durch die zumindest auf den ersten Blick gleiche Bedeutsamkeit der Suchergebnisse bei Google fehlt. Groh reduzierte die Google-Suchergebnisse auf die visuelle Syntax und verglich die erste Wahrnehmung der Ergebnisse auf dem Bildschirm mit der Wahrnehmung eines Bildes, mit ähnlichen Mustern der Augenbewegungen und der Interaktion mit Bildern. Hier jedoch hatte ich das Gefühl eines sehr konstruierten und an den Haaren herbei gezogenen Zusammenhangs &#8211; nur weil etwas einen Rahmen hat, wie der Inhalt auf einem Computerbildschirm, ist es noch lange kein Bild. Und wir nehmen nun einmal auch die semantischen Zusammenhänge der Suchergebnisse war.</p>
<p>Einen Ausflug in andere Gefilde machte <a title="Iris Meyer" href="http://weblab.uni-lueneburg.de/kulturinformatik/hyperkult/hk_17/imeyer.mp4">Iris Meyer</a> mit einem Vortrag über die &#8220;Erkennung von &#8216;micro expressions&#8217;&#8221;, bei dem es nicht so sehr um die Ordnung von Wissen in digital-vernetzen Medien ging sondern eher um Analysen menschlichen Verhaltens, mit dem Ziel ein gängiges soziales Ordnungsgefüge aufrecht zu erhalten. Eine spannende Präsentation verschiedener Verfahren, die sehr stark an den Film &#8220;Minority Report&#8221; erinnern, jedoch fehlte leider eine kritische Position bzw. eine konkrete Fragestellung und daher auch ein Fazit.</p>
<p>Sehr interessant &#8211; wobei ich jedoch den Bezug zum Tagungsthema nicht herstellen konnte &#8211; waren die Überlegungen von <a title="Herbert Hrachovec" href="http://weblab.uni-lueneburg.de/kulturinformatik/hyperkult/hk_17/hrachovec.mp4">Herbert Hrachovec</a> über Freiheit gegenüber den Grenzen durch Hardware. Natürlich ist unsere indivdiuelle Freiheit im Umgang mit Hardware durch die Eigenschaft der Hardware an bestimmten Punkten immer eingeschränkt &#8211; doch wie geht man damit um? Wie schafft man sich die Freiheit trotz Einschränkungen und welche Chancen hat man? Geknüpft sind diese Fragen immer an die Grundfrage: Wovon hängt Freiheit ab? Freiheit unterliegt immer bestimmten Regelungen, um ein soziales Miteinander zu gewährleisten &#8211; was von den einen als Einschränkungen wahrgenommen wird, die Freiheit der anderen jedoch erst zulässt.</p>
<p>Viel versprochen hatte ich mir im Vorfeld von dem Vortrag von <a title="Zorah Mari Bauer" href="http://weblab.uni-lueneburg.de/kulturinformatik/hyperkult/hk_17/bauer.mp4">Zorah Mari Bauer &#8220;<span style="text-decoration: line-through">Ordnung ist das halbe Leben.</span> The Next Social Revolution&#8221;</a> &#8211; doch leider war es in erster Linie eine sehr linear scheinende Einteilung  aktueller gesellschaftlichen Veränderungen in drei Phasen, gekennzeichnet mit den Attributen 1.0, 2.0 und 3.0 &#8211; vom hierarchischen Ordnungssystem in den Anfangszeiten des www über das &#8220;Zeitalter der Prosumenten&#8221; (so Bauer) und hin zur Rückbindung virtueller Welten an reale Orte über mobile ortsbasierte Anwendungen, in denen der Nutzer im Mittelpunkt steht, der &#8220;Informationswelt 3.0&#8243;. Eine dialektische Betrachtung anstatt einer linearen Beschreibung wäre meines Erachtens spannender gewesen.</p>
<p>Abschließend noch ein kurzer Hinweis auf <a title="Hans Dieter Hellige" href="http://weblab.uni-lueneburg.de/kulturinformatik/hyperkult/hk_17/hellige.mp4">Hans Dieter Helliges</a> historisch sehr spannende Darlegungen über verschiedene Konzepte einer digitalen Weltbibliothek &#8211; aufgehängt an der Frage, in wieweit technische Strukturen soziale Strukturen enthalten und miteinander in Beziehung stehen. Dabei beginnt er bei <a title="Paul Otlet" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Otlet">Paul Otlets</a> Konzept einer <a title="Universelle Bibliothek" href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23793/1.html">Universellen Bibliothek</a>, einem zentralen Archiv des gesamten Wissens der Welt, geordnet auf Zetteln. Man könnte fast sagen eine Art Papierversion der Wikipedia, jedoch mit einer eingeschränkten Autorenzahl. Über einige Visionen und Ideen nach dem Prinzip &#8220;One big library&#8221; &#8211; zentralistisch organisierte Systeme mit Verteilsystemen &#8211; über erste dezentrale, hierarchisch organisierte Versorgungsmodelle wie der &#8220;Library of the future &#8221; von Licklider et al. aus dem Jahr 1965 nähert er sich der  vernetzten Architektur digitaler Wissenspeicher bzw -netze. Anschauen lohnt sich!</p>
<p>Und natürlich: der experimentelle Vortrag von <a title="Torsten Meyer" href="http://mms.uni-hamburg.de/meyer">Torsten Meyer</a>: <a title="Versuch über das Prinzip Database" href="http://weblab.uni-lueneburg.de/kulturinformatik/hyperkult/hk_17/meyer_t.mp4">&#8220;Versuch über das Prinzip Database&#8221;</a>. Auch hier lohnt es sich, sich die Zeit zu nehmen und ihn anzuschauen.</p>
<p>Alle anderen Vorträge gibt es als Video-Stream und als Download unter <a title="http://weblab.uni-lueneburg.de/kulturinformatik/hyperkult/hk_17/index_hk17.htm" href="http://weblab.uni-lueneburg.de/kulturinformatik/hyperkult/hk_17/index_hk17.htm">http://weblab.uni-lueneburg.de/kulturinformatik/hyperkult/hk_17/index_hk17.htm</a>.</p>
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