Christina Schwalbe

Nachgedacht statt nachgemacht!

KnowledgeFormation – Kommentar zum Seminar

Posted on | Januar 13, 2009 | 8 Comments

Manchmal ist es schwierig, wenn man sich mit einem Thema sehr intensiv auseinandersetzt, dieses in einfachen Worten zu beschreiben. Ich habe gerade versucht, den Kommentar zu meinem Seminar im nächsten Semester zu schreiben – und bleibe immer wieder in viel zu komplizierten Formulierungen hängen. Daher stelle ich ihn hier mal zur Diskussion – vielleicht können mir ja einige der potentiell interessierten Studierenden Rückmeldung geben, ob dieser Kommentar eher anzieht oder abschreckt. Wäre ja sehr schade, wenn bei einem (wie ich finde) sehr spannenden Thema die Studierenden wegbleiben nur wegen des Kommentars.

Titel des Seminars: KnowledgeFormation – Mediale Darstellung und Konstruktion von Wissen vom Buchdruck bis Hypertext

Die Veranstaltung beschäftigt sich mit verschiedenen Formen der Darstellung, Speicherung und Übertragung von Wissen. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Geschichte und der Entwicklung technischer Verbreitungsmedien von der Erfindung des Buchdrucks bis zu aktuellen Medientechnologien. Zentrale Frage ist der Zusammenhang zwischen den technischen Medien, der Form der Darstellung von Wissen und den Prozessen der Generierung und Konstruktion von Wissen. Wie verändert sich die Definition dessen, was als Wissen verstanden wird in Zusammenhang mit der Entwicklung der Medien, die zur Darstellung und Übertragung von Wissen verwendet werden? Welche Auswirkungen haben die verwendeten Medien auf kulturelle Prozesse und Denkformen? Die Fragestellung bewegt sich dabei zwischen medientheoretischen, bildungstheoretischen und kulturwissenschaftlichen Ansätzen.

Ziel des Seminars ist es, ein Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen Formatierung und Formation von Wissen, d.h. zwischen Darstellung und Konstruktion von Wissen zu schaffen.

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Comments

8 Responses to “KnowledgeFormation – Kommentar zum Seminar”

  1. Markus
    Januar 13th, 2009 @ 18:49

    Hmm..also zunächst finde ich das Seminar schon interessant. Die Formulierung ist auch gut. dennoch sehe ich leider nicht den Unterschied zu den vergangenen Seminaren, die ich bei Dir gewählt habe. Ich werde es wahrscheinlich trotzdem wählen, da mich das Thema zu sehr interessiert! besonders im Hinblick auf studylog.

  2. schwalbe
    Januar 13th, 2009 @ 19:03

    Ja, in der Tat, das Seminar ist im Prinzip ein ähnliches wie das im letzten Semester (war auch Knowledge Formation), da es im Rahmen von ePedagogy Design als eines der Pflichtseminare angeboten werden muss. Allerdings dieses Mal mit einem Schwerpunkt auf Konstruktivismus – und weniger Kommunikationsformen. Aber es werden dir sicher ein paar Texte bekannt vorkommen, einige neue sind jedoch dabei…

  3. Malte
    Januar 13th, 2009 @ 21:41

    Ich erinnere mich jetzt nicht an die Beschreibung der anderen beiden Seminare, aber es klingt für mich so, als ob das, was dort implizit mitschwang, zum Hauptthema wird. Also etwas Back-to-the-roots. Insofern klingt zumindest der Zentrale Text für mich nach einem Seminar, mit dem man auch gut in die Thematik einsteigen kann. Titel und Schlusssatz könnten im Gegensatz dazu allerdings evtl. auch etwas abgehoben rüberkommen, als müsste man schon in der Thematik „drin“ sein.

  4. Alex
    Januar 13th, 2009 @ 22:21

    Erst mal ein gute Idee, hier Crowdsourcing zu betreiben 😉 Der Text klingt gut. Im ersten Satz fehlt mir der Aspekt der Generierung von Wissen. Kommt zwar später noch, da dort jedoch auch alle Aspekte genannt werden, könnte das auch im ersten Satz passieren, oder nicht?
    Wenn ein Schwerpunkt auf dem Konstruktivismus liegt, könntest du das auch benennen.

  5. Sebastian
    Januar 15th, 2009 @ 09:53

    „Crowdsurfing“? Das kannte ich noch nicht…

    Zur eigentlich intendierten Auseinandersetzung mit dem Kommentar ist es mittlerweile ja aufgrund der zwischenzeitigen Veröffentlichung leider zu spät, trotz leicht selbstreferenzieller Twitter-Memos. Dennoch ein kurzes Statement von mir:

    Ich finde es im Gegensatz zu Alex‘ Hinweis ziemlich gut, dass das „K-Wort“ nicht explizit in der Ankündigung auftaucht. Schön, wenn wichtige Texte in der Richtung an zentraler Stelle im Seminar behandelt werden (zum Einen: wer die Ankündigung liest, wird nicht darum umherkommen das zu „ante“zipieren; zum Anderen: Wer dazu meinen Webnick kennt, wird wissen, dass ich bei derartigen erkenntnistheoretischen Fragen voller Vorfreude bin). Aber in Anbetracht dessen, was einem unter dem Schlagwort heute alles in Seminaren begegnen kann, wäre mit dem Titel ein eigenes Seminar angebracht, das sozusagen Grundlagenforschung betreibt. Vielleicht im übernächsten Semester? Ansonsten freue ich mich sehr auf die Veranstaltung uns werde zur Vorbereitung wohl nochmal „Die Realität der Massenmedien“ des kleinen Mannes mit der Hornbrille herauskramen müssen…

  6. Malte
    Januar 30th, 2009 @ 12:17

    Ich habs mir grad nochmal durchgelesen, und versucht da einen Bezug zu unseren ausufernden Twitter/Flur Diskussionen bezgl. Spencer-Brown, Prädikaten-Logik, Systemtheorie, Wiedersprüchen etc zu ziehen. Ich find es geht, und es geht nicht. Natürlich könnte man Logik als grundlage Westlicher Wissenschaftsgeschichte (und damit Wissensgenerierung), sowie wie darüber die Systemtheorie mit Mathematik verbunden ist, und als Gegensatz (für Wey 😉 )andere Denkweisen einbringen, aber dann wär das Seminar ziemlich schnell voll, ohne nah an den Kern, die Medien, zu kommen.

  7. Wey
    Januar 30th, 2009 @ 18:04

    Zum Flurgespräch mit Malte über die Medialität von u.a. Logik, VW und mathematischer Modellbildung:
    Ist ein Medium nicht unter anderem definierbar als eine abgrenzbare Menge von Formatierungsregeln und Elementen, z.B. Grammatik und Vokabular? Damit ist der westliche Rationalismus (siehe z.B. John Searle 1997 http://tinyurl.com/bwrmzm) ein Medium, in dem sich Kultur, Wissenschaft, Bildung und generelles Weltverständis bis heute bei uns ausformen kann. Allerdings geht es in Christinas Seminar ja hauptsächlich um technische und nicht epistemologische Medien, insofern stimme ich zu, dass das das Seminar eventuell überfordert.
    Andererseits wird meiner Ansicht genau *das* als technisches Medium überhaupt wahrnehmbar, denkbar und entwickelbar, was den epistemologischen Medien einer Kultur entspricht – mit Rückwirkung auf letztere natürlich.
    Und gerade das Thema des Flurgesprächs ist meiner Ansicht nach durch die gesamte Geschichte der Medien präsent: Existiert eine vom Menschen unabhängige (auch soziokulturelle) Realität, die nur genau genug abgebildet bzw. modelliert werden müsste, um das Paradies – die verlorene, unschuldige Objektivität – wieder herstellen zu können?
    Schrift, Photo, Film, Social Software…
    Da kann man nun drüber streiten ob ja oder nein – oder man kann sich auf einer Metaebene fragen, warum dieser Wunsch nach Abbildbarkeit und Abbildung überhaupt existiert und nach welchen kulturellen Vorgaben er beantwortet zu werden versucht wurde und wird.

  8. Sebastian
    Februar 1st, 2009 @ 11:50

    Gerade bei dieser Frage (Realität) scheint mir (dann auch) die Auseinandersetzung mit John Searle sehr vielversprechend: Bei der Lektüre von „Construction of Social Reality“ habe ich häufiger gedacht, dass der Mann gar nicht fern von systemisch-konstruktivistischem Gedankengut ist, obwohl er völlig andere Annahmen (Korrespendenz) trifft und ein anderes Vokabular benutzt. Vielleicht sogar gerade deswegen: Weil sich Searle so ausserhalb des Kreises der üblichen Verdächtigen steht… Das sind dann aber vielleicht auch eher Detailfragen für den 10ten Stock.

    Aber den westlichen Rationalismus als Medium zu betrachten – das ist doch ein (wenn nicht DER) essentielle Punkt, wenn nach „Darstellung, Speicherung und Übertragung von Wissen“ gefragt wird: Er ist doch (und gleicht damit Luhmanns allgemeinstem Medium) unser SINN. Naja. Das Problem: Unter dem von Christina offeriertem Titel ließen sich zahllose interessante Seminare denken. Oder anders: Eine Vielzahl möglicher Formen im Medium dieses Seminars. Selektion? Invisible hand?

Christina Schwalbe

*1978 :: Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hamburg, Fachbereich Erziehungswissenschaft - Forschungsschwerpunkte: Medien & Bildung, Mediengeschichte & Kulturgeschichte, Kommunikation

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