Christina Schwalbe

Nachgedacht statt nachgemacht!

Digitale Gesellschaft – Digitale Bildung?!

Posted on | Oktober 13, 2014 | Kommentare deaktiviert für Digitale Gesellschaft – Digitale Bildung?!

Das BMBF hat in diesem Jahr das Wissenschaftsjahr „Digitale Gesellschaft“ ausgerufen – und damit deutlich gemacht, dass der aktuelle technologische Wandel eben nicht nur ein technologischer Wandel ist, sondern vor allem auch ein sozialer und kultureller Wandel.

Unter der Schirmherrschaft von Vizepräsidentin Prof. Dr. Rupp haben wir, das eLearning-Netzwerk der Uni Hamburg, aus diesem Grund eine Ringvorlesung „Digitale Gesellschaft“ auf die Beine gestellt. Den Auftakt macht eine Podiumsdiskussion zum Thema „Digitale Gesellschaft – Digitale Bildung?!“

http://www.aww.uni-hamburg.de/de/oeffentliche-vortraege/programm/11-digitalgesellschaft.html

Die Zeit und auch andere große Massenmedien postulieren seit geraumer Zeit immer wieder die „Revolution der Bildung“ – und sprechen hier vor allem über MOOCs, d.h. über große, frei zugängliche Kurse im Netz, die zunehmend auch von großen Universitäten meist in den USA aber seit einer Ausschreibung des Stifterverbandes im letzten Jahr auch hier in Deutschland angeboten werden. Aber ist das nun die große Revolution? Endlich der große neue Wurf, nachdem das Schulfernsehen der 70er und die eLearning-Euphorie der 90er bisher ihre Versprechen nicht einlösen konnten? Das Internet verändert auf jeden Fall vieles – insbesondere die Formen der Kommunikation und Produktion von Wissen.

Zumindest auf den ersten Blick aber scheinen Bildungsinstitutionen noch nicht sonderlich revolutionär auf die technologischen, sozialen und kulturellen Entwicklungen zu reagieren. Aber müssen sie das denn? Brauchen wir nicht auch weiterhin Orte der Konzentration, der Auseinandersetzung mit Wissen, in denen das Internet als permanente Ablenkung soweit wie möglich rausgehalten wird? Oder machen sich Bildungsinstitutionen auf lange Zeit überflüssig, wenn sie die Digitalisierung verschlafen und gleichzeitig im Netz zahlreiche offene Bildungsangebote entstehen? Verändert sich das Lernen im Netz tatsächlich? Und müssen wir davon ausgehen, dass auch die gesellschaftliche Selektion, die traditionell von Bildungsinstitutionen durch das Prüfungswesen mit übernommen wird, neue Formen annehmen wird? …?

Die Meinungen zur Digitalisierung der Bildung schwanken zwischen euphorischem Glauben an eine Demokratisierung von Bildung, einem offenen und freien Zugang zu Wissen und zur Ermächtigung des Individuums durch die erweiterten Möglichkeit zur Partizipation auf der einen Seite und zwischen kritischer Ablehnung digitaler Medien wegen fehlender oder nicht akzeptierter Formen der Qualitätssicherung von Inhalten, Kritisierung neuer Formen der öffentlichen Kommunikation, die stark geprägt ist von privaten, scheinbar irrelevanten Inhalten, die Ablehnung der zunehmenden Individualisierung und Neoliberalisierung im Netz sowie der Angst nach einer Entmenschlichung des Sozialen durch die digitalen Medien auf der anderen Seite.

Gemeinsam mit vier fachkundigen und kritischen Experten wollen wir diskutieren, was das denn eigentlich sein soll, die „Digitale Gesellschaft“, was Bildung in und für eine „Digitale Gesellschaft“ bedeutet – und vor allem, welche Rolle dem Bildungssystem in der aktuellen Umbruchsituation zukommen kann (und sollte). Sie sind herzlich eingeladen, sich an der Diskussion vor Ort zu beteiligen!

TeilnehmerInnen auf dem Podium sind:

Dr. Nils Weichert, Leitung Abteilung Bildung und Wissen, Wikimedia Deutschland, Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e. V. , Berlin
Lisa Rosa, Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, Referat für Gesellschaft
Jun.-Prof. Dr. Mandy Schiefner-Rohs, Fachbereich Sozialwissenschaften, Arbeitsbereich Schul­entwicklung, Technische Universität Kaiserslautern
Prof. Dr. Thomas Weber, Institut für Medien und Kommunikation, Universität Hamburg
Dr. Martin Lindner, Consultant und Partner bei wissmuth: wissen | visuell | sozial, Freising

Moderation: Christina Schwalbe, Leitung eLearning Büro der Fakultät für Erziehungswissenschaft

Wann und wo?
Donnerstag, 23.10.2014, 18-20 Uhr, Philosophenturm, Von-Melle-Park 6, Hörsaal F

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Christina Schwalbe

*1978 :: Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hamburg, Fachbereich Erziehungswissenschaft - Forschungsschwerpunkte: Medien & Bildung, Mediengeschichte & Kulturgeschichte, Kommunikation

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