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	<title>Christina Schwalbe &#187; Mediologie</title>
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	<description>Nachgedacht statt nachgemacht!</description>
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		<title>Transmission und Kommunikation</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Apr 2009 10:47:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christina Schwalbe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bisher war die inhaltliche Planung meiner Dissertation immer noch extrem weit gefasst &#8211; aus einer kulturwissenschaftliche Perspektive möchte ich den Zusammenhang zwischen der Entwicklung von Medientechnologien und (institutionalisierten) Prozessen der Übermittlung von Wissen, kulturellen Bedeutungen, Ideen etc. untersuchen. Also medientheoretisch basierte Fragen nach Kommunikationsstrukturen, dem Konzept von Wissen, Darstellung und Darstellbarkeit von Wissen und nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bisher war die inhaltliche Planung meiner Dissertation immer noch extrem weit gefasst &#8211; aus einer kulturwissenschaftliche Perspektive möchte ich den Zusammenhang zwischen der Entwicklung von Medientechnologien und (institutionalisierten) Prozessen der Übermittlung von Wissen, kulturellen Bedeutungen, Ideen etc. untersuchen. Also medientheoretisch basierte Fragen nach Kommunikationsstrukturen, dem Konzept von Wissen, Darstellung und Darstellbarkeit von Wissen und nach sich historisch verändernden Strukturen und Bedeutungen von Bildungsinstitutionen.</p>
<p>So langsam beginnt sich nun ein Fokus herauszubilden, der sich am mediologischen Ansatz nach Régis Debray orientiert. Kommentare zu dieser kurzen Skizze meines Themas sind herzlich willkommen.</p>
<blockquote><p>Die geplante Dissertation beschäftigt sich also im großen und ganzen mit dem Zusammenhang von Medientechnologien und Bildungssystemen. Betrachtungsraum sind Prozesse medialer Umbrüche und damit zusammenhängende kulturelle Veränderungen. Hier schlage ich einen Bogen vom Übergang der oralen Kultur der Stammesgesellschaft zur Schriftkultur der antiken Gesellschaft die sich dann weiterentwickelte zur Buchkultur der modernen Gesellschaft (McLuhan, Baecker). Hauptgegenstand der Untersuchung soll jedoch der aktuell zu beobachtende Übergang von der Buchkultur der modernen Gesellschaft zu einer noch zu benennenden digital-vernetzten Kultur der ‚Äûnächsten Gesellschaft« (Baecker) sein.</p>
<p>Im Zentrum steht die Frage, wie sich mit der Entwicklung der Medien und damit der kulturellen Rahmenbedingungen der Umgang mit Wissen und Information jeweils verändert hat bzw. sich aktuell verändert. Gegenstand der Untersuchung ist hierbei das Verhältnis der Weitergabe von Informationen im Raum (Kommunikation) und der Weitergabe von Informationen in der Zeit (Transmission im Sinne Debrays). Neben unterschiedlichen Transmissions- und Kommunikationsformen, haben sich auch je unterschiedliche Institutionen als Medien der Transmission und Kommunikation herausgebildet. Eine Funktion der Medien der Transmission ist die Archivierung, das heißt die langfristige Speicherung von Wissen sowie dessen kulturelle Kontextualisierung und Indexierung. Bildungsinstitutionen (Schule, Museum, Universität etc.) sind Medien der Transmission. Sie greifen dabei auf technische Transmissionsgeräte (Bücher, Bilder, Datenbanken etc.) sowie auf Archive zurück und binden das gespeicherte Wissen in jeweils aktuelle Kontexte ein.</p>
<p>Das Verhältnis von Kommunikation und Transmission wird zunehmend prekär. Es deutet sich an, dass sich ‚Äì im Unterschied zu bisherigen Medienumbrüchen ‚Äì in einer hochgradig konvergierenden digital-vernetzten Mediosphäre (im Sinne Debrays) weder die Prozesse von Transmission und Kommunikation noch deren Formen weiterhin so deutlich differenzieren lassen. Das Internet ist gleichzeitig Archiv (und damit Transmissionsmedium) und Kommunikationsmedium. Diese These soll im Dissertationsvorhaben untersucht werden.</p>
<p>Was bedeutet es für Bildungsinstitutionen, die traditionell Funktionen der Transmission übernehmen, wenn kommunikative Elemente die Prozesse der Transmission überlagern? Welche Prozesse der Transmission entwickeln sich außerhalb institutioneller Grenzen? Was müssen Ziele von Bildungsprozessen sein, um Transmissionsprozesse in einer flüchtigen Welt zu erhalten?</p></blockquote>
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		<title>Sinn und Unsinn von Twitter</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Oct 2008 11:07:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ferner</dc:creator>
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Vor Kurzem habe ich mich mit Ralf Appelt, einem begeisterten Twitterer, über den Sinn und Unsinn von Twitter diskutiert. Das möchte ich hier einmal kurz zusammenfassen.
Ich persönlich bin noch nicht ganz überzeugt vom Konzept des Microbloggings, d.h. davon, permanent kurze Gedanken, Statusnachrichten, Informationen über Twitter zu kommunizieren und diese Nachrichten von anderen zu abonnieren. Meine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blogs.epb.uni-hamburg.de/schwalbe/files/2008/10/twitter.png"><img class="alignnone size-medium wp-image-23" src="http://blogs.epb.uni-hamburg.de/schwalbe/files/2008/10/twitter.png" alt="Twitter" width="455" /></a></p>
<p>Vor Kurzem habe ich mich mit <a title="Ralf Appelt" href="http://appelt.net">Ralf Appelt</a>, einem begeisterten Twitterer, über den Sinn und Unsinn von <a title="Twitter" href="http://www.twitter.com">Twitter</a> diskutiert. Das möchte ich hier einmal kurz zusammenfassen.</p>
<p>Ich persönlich bin noch nicht ganz überzeugt vom Konzept des Microbloggings, d.h. davon, permanent kurze Gedanken, Statusnachrichten, Informationen über <a title="http://www.twitter.com" href="http://www.twitter.com">Twitter</a> zu kommunizieren und diese Nachrichten von anderen zu abonnieren. Meine Kritik würde ich untermauern mit der Unterscheidung zwischen Übermittlung und Kommunikation des Mediologen Régis Debray. Debray betrachtet die Übermittlung als die Weitergabe und Verbreitung von Informationen über die Zeit. D.h. Ideen, Wissens- und Glaubensinhalte und kulturelle Bedeutungen werden über Generationen hinweg weitergegeben. Dazu werden die technischen Medien der Übermittlung genutzt, also z.B. Bücher. Das Fortbestehen und die Weiterentwicklung von Kultur ist gekoppelt an die Übermittlung. Kommunikation hingegen ist die Weitergabe von Informationen im Raum, also dem direkten Austausch von Informationen &#8211; wobei sich Kommunkation und Übermittlung nicht unbedingt ausschließen. Nach Debray ist &#8220;Kommunikation [‚Ä¶] die notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für Übermittlung.&#8221; (Einführung in die Mediologie, 2003: 23)</p>
<p><a title="http://www.twitter.com" href="http://www.twitter.com">Twitter</a> ist ein Beispiel für Kommunikation im Sinne Debrays: Die Informationen werden aktuell über das Netz verbreitet und erreichen unter Umständen (je nach der Zahl und Verbreitung der Follower) eine große räumliche Reichweite &#8211; jedoch kaum eine zeitliche Reichweite. Sehr schnell gehen die Informationen unter in der großen Anzahl der Nachrichten, die insgesamt über <a title="http://www.twitter.com" href="http://www.twitter.com">Twitter</a> permanent gesendet werden. <a title="http://www.twitter.com" href="http://www.twitter.com">Twitter</a> ist also quasi ein permanentes Gemurmel im Netz.</p>
<p>Die Gefahr die ich dabei sehe, ist dass das Verhältnis von Übertragung und Kommunikation aus dem Gleichgewicht gerät. Die Kommunikation, also der permanente Austausch von Informationen im Hier und Jetzt, schiebt sich vor die Übermittlung, längerfristige Prozesse der Speicherung und Weitergabe von Wissensinhalten geraten ins Hintertreffen &#8211; bei mir persönlich würde einfach die Zeit für eine reflektierte Auseinandersetzung mit Themen nicht mehr ausreichen, wenn ich permanent meine spontanten Gedanken veröffentliche.</p>
<p>Ralfs Argument war, dass <a title="http://www.twitter.com" href="http://www.twitter.com">Twitter</a> als eine Art direktes digitales Notiz&#8221;buch&#8221; genutzt werden kann, wie es z.B. Thomas Bernhardt tut, der <a title="Twitter im Blog" href="http://www.elearning2null.de/2008/10/22/rechtsfragen-im-web-20/">während eines Vortrags seine Kommentare getwittert hat und diese im Nachhinein in einem Blogbeitrag anderen zur Verfügung stellt</a>. Ich muss Ralf zustimmen, dass dies durchaus eine sinnvolle Nutzung von <a title="http://www.twitter.com" href="http://www.twitter.com">Twitter</a> ist: durch die weitere Verarbeitung der Twitternachrichten in einem Blogbeitrag ist auch die längerfristige und in einen Kontext eingebundene Weitergabe der Informationen gegeben. Leider jedoch ein sehr rar gesätes Nutzungsverhalten. Es ist also hier wieder die Kompetenz im Umgang mit dem Medium nötig, um eben das Verhältnis von Übermittlung und Kommunikation nicht kippen zu lassen &#8211; womit wir wieder bei dem Thema Bildung wären: Bildungsinstitutionen müssen sich auf die veränderten Rahmenbedingungen einstellen, die Charakteristika des Mediums (an-)erkennen und einen reflexiven und sinnvollen Umgang fördern. Sowie man Lernen muss, einen Text zu lesen, zu verstehen, zusammen zu fassen und weiter zu verarbeiten, muss man auch Lernen, kommunikationsfreudige Medien wie z.B. <a title="http://www.twitter.com" href="http://www.twitter.com">Twitter</a> sinnvoll zu nutzen.</p>
<p>Allerdings habe ich auch bei dieser Nutzung einen Kritikpunkt an <a title="http://www.twitter.com" href="http://www.twitter.com">Twitter</a>: die Zeichenbegrenzung auf 140 Zeichen zwingt war dazu, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, manchmal kann man jedoch komplexe Gedanken nicht ganz so sehr einschnüren, ohne dass der Kern verloren geht. Ich selber hatte große Probleme damit, als ich auf der GMW-Tagung twittern wollte, um den zu Hause gebliebenen Ralf schnell über die Diskussionen vor Ort zu informieren, so dass ich dann einen Link zu meinem <a title="Live-Bericht" href="http://blogs.epb.uni-hamburg.de/ferner/2008/09/17/gmw-tagung-live-bericht/">Blogbeitrag</a> twitterte.</p>
<p>Meine Erwartung, eventuell über <a title="http://www.twitter.com" href="http://www.twitter.com">Twitter</a> direkt mit anderen während der Vorträge schon Gedanken austauschen zu können, in dem ich den <a title="http://twemes.com/gmw08" href="http://twemes.com/gmw08">Twitter-Stream zur GMW-Tagung</a> verfolgte, wurde leider enttäuscht, da doch vor allem Beschwerden über die Technik und kurze Statusnachrichten über den jeweiligen Aufenthaltsort gepostet wurden.</p>
<p>FAZIT: Ich könnte mich überzeugen lassen, Microblogging-Tools wie <a title="http://www.twitter.com" href="http://www.twitter.com">Twitter</a> tatsächlich auch zu nutzen, wenn ich es schaffe, mein persönliches Zeit- und Gedankenmanagement auf die <a title="http://www.twitter.com" href="http://www.twitter.com">Twitter</a> eigene Geschwindigkeit und Aktualität einzustellen, ohne dass dabei auch das intensive Nachdenken nicht zu kurz kommt (selbst bei Blogbeiträgen komme ich nicht immer hinterher, meine Gedanken in der Geschwindigkeit in Worte zu fassen und auch fundiert zu begründen <img src='http://blogs.epb.uni-hamburg.de/schwalbe/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  ). Und auf jeden Fall muss Microblogging in Bildungsprozessen Berücksichtigung finden, damit wir nicht langfristig in einer riesengroßen Flut an permanenter Kommunikation ertrinken, sonder über eigene Mechanismen zur Reduktion der Komplexität auch die Übermittlung erhalten bleibt.</p>
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