Eine mögliche Umsetzung des Portfolioentwurfs
März 2nd, 2012
Zum Abschluß möchte ich gerne eine mögliche schulische Umsetzung meines Portfolioentwurfs für den Biologieunterricht skizzieren:
Die Umsetzung erfolgt im Rahmen einer Projektarbeit über vier Wochen in einer gymnasialen Oberstufe (Studienstufe). In der ersten Hälfte der ersten Woche werden die Methode der Portfolioarbeit vorgestellt und diskutiert, die Themen vergeben, die Ziele und Inhalte der Projektarbeit besprochen, die Art der Qualitätssicherung und die Bewertungskriterien im Klassenverband diskutiert und festgelegt. In den nächsten sieben bis acht Tagen erfolgen die Recherche und mögliche Qualitätskontrollen. Die dritte Woche ist für die Durchführung der Exkursionen geplant, während in der vierten Woche die Ergebnisse präsentiert werden und die Bewertungsgespräche stattfinden sollen.
Die Auswahl der Themen erfolgt in Bezug zum verbindlichen Inhalt Ökologie und Nachhaltigkeit in der gymnasialen Studienstufe (vgl. Rahmenplan Biologie, 2009). Die SuS sollen sich thematisch mit verschiedenen Ökosystemen in der näheren Umgebung der Stadt Hamburg beschäftigen (zum Beispiel Thema Wald, Thema Wattenmeer, Thema Ökosystem Fluß, etc.). Das beinhaltet zum Einen die Vertiefung in ein spezielles Thema aus dem Bereich der Ökologie, sowie die Suche nach einem geeigneten Exkursionsziel mit einer entsprechenden Kontaktaufnahme mit einem Experten (zum Beispiel vom NABU oder der Stadt Hamburg), und zum Anderen auch eine detailierte Erarbeitung zur Durchführung einer möglichen Exkursion und einer Ausarbeitung eines Fragenkataloges zum entsprechenden Ökosystem. Die ausformulierten Fragebögen können in der Praxis auch mit Hilfe der Experten beantwortet werden. Die geplanten Qualitätskontrollen im Plenum sollen die SuS dabei unterstützen die inhaltliche Vollständigkeit zu überprüfen und die tatsächliche Umsetzbarkeit der Exkursionen zu gewährleisten.
Die Durchführung der Exkusionen sollen den SuS die praktische Veranschaulichung der unterschiedlichen Ökosysteme in der Umgebung der Stadt Hamburg ermöglichen, sowie eine eigene Beurteilung / Reflektion ihrer Planung der Exkursionen erlauben. In den abschließenden Präsentationen sollen die Unterschiede zwischen den Ökosystemen noch einmal verdeutlicht werden, und zudem auf die selbst erstellten Exkursionsfragebögen eingegangen werden. Die Präsentationen können im Plenum auch kommentiert und diskutiert werden. Eine Benotung erfolgt danach in einem Gespräch unter Einbeziehung des vorher festgelegten Kriterienkataloges.
Ich denke, das die vorgestellte Projektarbeit in der Praxis durchführbar wäre. Eventuelle Schwierigkeiten sehe ich in der Konzeption und Umsetzung der Exkursionen, hier ist vielleicht mehr Unterstützung durch die Lehrkraft nötig (zum Beispiel durch Vorgabe von Exkursionszielen und Kontaktadressen zu Experten). Ein klarer Vorteil dieses Entwurfs ist sowohl der praktische Bezug, als auch die Möglichkeit zur Reflektion des Arbeits- und Lernprozeßes und die Möglichkeit zur eigenen Überprüfung des Lernerfolgs. In Bezug auf den Rahmenlehrplan Biologie werden durch diese Portfolio-Projektarbeit die SuS in den Kompetenzbereichen Fachkenntnisse, Kommunikation und Bewertung (vgl. Rahmenplan Biologie, 2009) geschult.
Fazit: Ein überarbeiteter Portfolioentwurf für den Biologieunterricht
Januar 17th, 2012
Aufgrund meiner Recherche zu den Punkten Bewertung des Portfolios und der Selbstbestimmtheit der Schülerinnen und Schülern habe ich den anfänglich vorgestellten Portfolioentwurf wie folgt verändert:
- Allgemeine Einführung
- Gemeinsame Festlegung der Bewertungskriterien
- Terminkalender
- Informationsbereich
- Strategiebereich
- Reflexionsbereich
- Notizen / Materialablage
- Ergebnissammlung
- Qualitätssicherung
- Präsentation
Die hervorgehobenen Punkte sind neu eingefügt worden, um eine spätere Bewertung transparenter und gerechter zu gestalten. In diesem neuen Entwurf wird nur die abschließende Präsentation bewertet und die Bewertungskriterien werden gemeinsam im Vorfeld festgelegt. Vor der finalen Bewertung erfolgt eine Qualitätssicherung, d.h. die SchülerInnen haben die Möglichkeit ihre Arbeit vor der Präsentation zu verbessern, bzw. zu verändern. Damit entfällt der Punkt “Kriterienkatalog zur Beurteilung” aus dem ersten Entwurf. Zudem habe ich auch den Punkt “Aufgabenstellungen und Checkliste der Aufgaben” aus dem ersten Entwurf gestrichen, damit den SchülerInnen ein höheres Maß an Selbstbestimmtheit eingeräumt wird.
AUSBLICK:
Ich kann mir sehr gut vorstellen diesen Entwurf in der Schulpraxis einzusetzen. Die Bewertung, insbesondere im Hinblick auf die Trennung von Lern- und Leistungssituationen, ist transparent und nimmt etwas Druck von den SchülerInnen, um während der Portfolio Arbeitsphase in einer reinen Lernsituation auch tatsächlich effektiv zu lernen. Das Thema kann (auch Lehrplanabhängig) variiert werden. Es wäre auch vorstellbar, das die SchülerInnen sich selbst die Themen aussuchen, und damit das Maß an Selbstbestimmtheit der Portfolioarbeit noch gesteigert wird.
Insgesamt bin ich zufrieden mit dem Entwurf (ohne detailierte inhaltliche Vorstellungen zu haben), und kann mir, wie oben geschrieben, einen Einsatz in der Schule sehr gut vorstellen.
Portfolio Biologie
November 28th, 2011
(e)Portfolio “5 Tage, 5 Exkursionen, 5 Biotope”
Projektwoche oder Einzeltage in einer Oberstufe
Erarbeitung in Gruppen; Hauptaufgaben: Planung der Exkursionen (eine pro Gruppe), Exkursionsberichte, Präsentation
Inhalt des Portfolios:
1. Allgemeine Einführung
• Allgemeine Einführung in die Portfolioarbeit
• Informationen zur Teamarbeit und zur Bewertung des Portfolios
2. Terminkalender
3. Aufgabenstellungen und Checkliste der Aufgaben
4. Informationsbereich
• Allgemeiner Text zu Biotopen
• Beispiele zu Exkursionsgebieten
• Literaturliste mit ausgewählten Internetseiten (Linkliste)
5. Strategie-Bereich
Gruppenarbeit
• Wie wird Gruppenarbeit zum Erfolg?
• „Gruppengift“
Internet
• Vom Internet auf die Festplatte
• Internetrecherche
6. Reflexionsbereich
• Hilfe für die Formulierung der Reflexionen
7. Ergebnissammlung
• Exkursionsberichte
• Präsentation
8. Notizen / Materialablage
9. Kriterienkatalog zur Beurteilung
Quelle: Portfolio “Von Maden und Mördern – der Kriminalbiologie auf der Spur”
http://www.schillergymnasium-koeln.de/schule/methoden/grafik/maden-moerder.pdf, Zugriff am 28.11.2011
Ich halte die Gliederung und den Aufbau des vorgestellten Portfolios für gut durchdacht und auch gut Umsetzbar. Für meine weitere Arbeit interessieren mich aus diesem Portfolio-Aufbau insbesondere zwei Aspekte: 1) Die Bewertung / Benotung der Portfolioarbeit in diesem Fall und auch im allgemeinen Fall, und 2) die Frage nach der Selbstbestimmtheit in und bei der Portfolioarbeit…
Mit diesen zwei Fragen werde ich mich im folgenden Beschäftigen und nach Möglichkeit am Ende wieder auf dieses Schul-Portfolio-Beispiel zurückkommen und eventuell entsprechende Änderungen einfügen.
