Abschluss Essay

Sportliches Training

Ein Grundlagenbaustein der Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes und Jugendlichen?

Essay von Sebastian Runde für das Seminar 41-61.018 Grundbegriffe, Theorien und Methoden der Erziehungswissenschaft: Medien als Forschungsfeld der Erziehungswissenschaft bei Christiana Schwalbe

In unserem Seminar haben wir verschiedenste Grundlagen zu den Erziehungswissenschaften behandelt. Ich als Sportstudent und hoffentlich künftiger Sportlehrer interessiere mich sehr dafür, in wie weit Sportunterricht oder sportliches Training im Verein Einfluss auf die Erziehung und Entwicklung eines Kindes nimmt.

Ich möchte in dem folgenden Essay überprüfen, ob eben diese  erziehungswissenschaftlichen Theorien, welche wir in unserem Seminar behandelt haben, auf sportliches Training bezogen werden können und so zeigen, dass sportliches Training eine wichtige Instanz im Leben eines Kindes bei seiner Persönlichkeitsentwicklung sein sollte.

Schon aus der Begriffsdefinition des „Training“ kann man deutlich erkennen, dass sportliches Training ein erzieherisches Konzept verfolgt.

Training steht dabei für einen Lern-/Übungsprozess, der eine Verbesserung in verschiedensten Zielbereichen (z.B. physisch, psychisch, motorisch, kognitiv, affektiv etc.) anstrebt (vergl. 21 Jürgen Weineck). Diese Definition zielt mehr auf den Aspekt des Lernens beim sportlichen Training ab. Das Training vereint hierbei, bei richtiger Planung und Durchführung, formelles und informelles Lernen, da sich sowohl Formelles, wie z.B. die jeweiligen Sporttechniken, oder aber auch Informelles, wie z.B. Sozialverhalten in einer Gruppen, vermitteln lässt.

Die Inhalte des sportlichen Trainings können dem Sportler wie wohl jede andere  zu vermittelnden Informationen auch, auf unterschiedliche Weise nahegebracht werden, wobei ein behavioristischer  Ansatz meist überwiegt. (vergl. S.146f Marotzki)

Ein konstruktivistischer Vermittlungsansatz ist im sportlichen Training ebenso möglich, auch wenn er nicht so häufig angewandt wird, wie der Behavioristische. Sportliches Training erfordert ein sehr hohes Maß an Disziplin und Wiederholung, die Anforderungen steigen mit dem Maß an Professionalität, in dem man seine Sportart ausüben möchte. So ist ein konstruktivistischer Lernansatz meist nur zu Beginn der Sportart sinnvoll, in dem man noch die Grundlagen der verschiedenen Techniken entdeckt. Man gibt den Athleten keine exakten Bewegungsvorgaben, welche sie in ihrer Kreativität und Entwicklung einschränken würde, sondern stellt ihnen stattdessen Bewegungsaufgaben. Es geht nun nicht mehr darum ein bestimmtes Bewegungsmuster genauestens auszuführen, sondern einen individuellen Lösungsweg für die Aufgabe zu finden. Hierbei gibt es kein richtig oder falsch. Diese Art der Vermittlung eignet sich jedoch nicht für die technische Schulung eines Sportlers. Um genaue Bewegungsabläufe zu schulen bedarf es mehr Vorgaben und Korrekturen, hier kommt der behavioristische Vermittlungsansatz ins Spiel.

Marotzki beschrieb den behavioristischen Lernansatz als eine Reiz-Reaktions-Optik, welche geschult und beeinflusst werden kann. Durch Lob und Tadel könnten bestimmte Reaktionen auf einen Reiz „antrainiert“ werden. Alles was benötigt würde, seien Rituale oder besser eine Routine bei gewissen Handlungen, welche ein abrufbares  Verhaltensmuster aufbaut. Solch eine Routine findet sich in jedem Sport, sei es eine Mannschafts- oder Individualsportart. Der Athlet trainiert sich über Jahre ein bestimmtes Verhalten an, wie z.B. einen rechten Haken, einen Pass oder einen Absprung, welches er dann jeder Zeit abrufen kann. Auch wenn es im ersten Moment  nicht so scheint, so wird dieses Verhalten durch einen Reiz ausgelöst. Bei dem rechten Haken ist es vielleicht eine falsche Deckung des Gegners und bei dem Leichtathleten die Anzahl der Schritte, die er vor seinem Absprung macht.                 All diese Dinge passieren ab einem gewissen Stand des Trainings intuitiv, da der Sportler meist nur Sekundenbruchteile hat um auf einen Reiz zu reagieren. Dies kann nur durch jahrelanges Training erreicht werden. Beim Training werden dem Athlet Reize vorgegeben, auf die er reagieren muss, er hat nun Zeit sich eine passende Reaktion zu überlegen, diese zu korrigieren oder korrigieren zu lassen. Hierbei spielt der Trainer eine große Rolle. Der Trainer oder auch Coach setzt den Athleten den Reizen aus und lobt oder tadelt sie für ihre Reaktion.

Ein Trainer ist nicht nur für die reinen Trainingsbelange (konditionelle Ausbildung, technische Schulung, Einüben von Standards) zuständig, sondern nimmt auch eine erzieherische Rolle ein, indem er als Coach für die Beratung und psychologische Führung bei Erwachsenen und Entwicklung bei Kindern, vor und während des Wettkampfes da ist. (vergl. 22f Jürgen Weineck)

Das oberste Ziel des Coachings ist zum einen die Leistungsoptimierung in Training und Wettkampf durch individuelle oder mannschaftbezogene Beratung, zum anderen  die Verhaltensstabilisierung bzw. die Veränderung oder Korrektur von Verhalten      (S.29 Jürgen Weineck). Nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit muss bei einem Sportler stimmen, sondern auch die mentale und wenn man an Kinder- und Jugendsport, weg vom Leistungssport, denkt so ist sogar die „mentale Leistungsfähigkeit“ wichtiger als die körperliche. Da Kinder und Jugendliche in diesem Zeitraum mitten in ihrer Persönlichkeitsentwicklung stecken, ist es enorm wichtig die Kinder zu motivieren, bei zwischenmenschlichen Problemen zu verhandeln und ein „gesellschaftsfähiges Sozialverhalten“ zu vermitteln. Dieses Sozialverhalten wird hier aus zwei Richtungen geprägt. Einerseits aus der Richtung des Trainers mit einem autoritären Erziehungscharakter und andererseits aus Richtung der anderen Sportler die meist im selben Alter sind. Hierbei gibt es einige Besonderheiten, die das sportliche Training einer Sportart von dem normalen „Erziehungsalltag“, wie z.B. der elterlichen Erziehung zu Hause oder der Schule. Die Kinder sind unter „professioneller“ Aufsicht, wenn wir davon ausgehen das der Trainer (in Deutschland offiziell verpflichtend) eine Schulung zum Anleiten von Kinder- und Jugendgruppen gemacht hat. Natürlich ist dies auch in der Schule der Fall, da wir aber nun einmal der Schulpflicht unterliegen kann es dazu kommen, dass die Kinder die Schule mehr als einen Zwang sehen als eine Bereicherung. Beim sportlichen Training hingegen kommen die Kinder freiwillig, weil es ihnen Spaß macht. Natürlich gibt es auch hier schwarze Schafe, die von den Eltern gezwungen oder besser dazu überredet werden, aber dies ist nach meiner Erfahrung nur ein sehr geringer Teil. Das sportliche Training ist also in der Entwicklung des Kindes/Jugendlichen ein Milieu, in das der Sportler integriert wird, sofern er sich darauf einlässt. Für viele Kinder/Jugendliche ist der Sport in einer Gruppe ein fester Bestandteil ihres Lebens, bei dem man sich mit Freunden trifft und Freiraum für körperliche Entfaltung findet.

Eine weitere Besonderheit sehe ich in der sozialen Durchmischung, wobei diese auch nicht immer vorliegt. Denn beim Sport zählen nicht die Herkunft oder Hautfarbe auch nicht wie arm oder reich jemand ist, dies sieht man deutlich an Ereignissen wie der letzten Olympiade oder der Fußballweltmeisterschaft. Das sportliche Training ist demnach Milieuübergreifend, da oftmals die Sportgruppen von Kindern aller sozialen und kulturellen Gruppen besucht werden. Ebenfalls Milieuübergreifend ist in gewisser Hinsicht die Altersdurchmischung die immer vermehrt in den Sportgruppen auftritt. Ich habe persönlich die Erfahrung gemacht, dass Sportler mit ihrem Verein und ihrer Sportart groß werden und sie in diese so hineinwachsen, dass sie sich dem Sport immer mehr verpflichten. So kommt es immer wieder vor, dass ein Schüler, hat er ein gewisses Alter erreicht, in der Arbeit als Trainer tätig wird und sich anfangs um die Jüngsten kümmert. In meinem Verein haben wir mehrere Generationen an Trainern, alle mit unterschiedlichen Methoden und Erfahrungen, von denen die Kinder und das sportliche Training profitieren können. Die jungen Trainer haben dabei einen ganz anderen Bezug zu den Kindern, da sie ja selbst gerade erst die Position der Trainierten mit der des Trainers getauscht haben und die Älteren können mit mehr Abstand und Erfahrung (in Bereichen des Trainings, aber auch des Privaten) mit Rat und Tat zur Seite stehen. Zudem ist die Beziehung zwischen Trainer und Athlet, meiner Ansicht nach, auch nicht so versteift wie die zwischen Lehrer und Schüler, wodurch der Trainer einen besseren Zugang zu den Kindern erreichen kann. Aber auch die Sportler untereinander haben eine größere Altersdurchmischung als z.B. in der Schule und bedenkt man Aktionen wie z.B. eine Sportausfahrt, so durchmischen sich junge und ältere Athleten, anders als bei einer Klassenreise.

Sportliches Training vermittelt zudem Charaktereigenschaften augenscheinlich ganz nebenbei, welche sich sonst nur mühsam aneignen lassen. Sportliches Training und speziell der Erfolg lassen sich nur durch Fleiß und hartes Training erzielen, sich solch ein Durchhaltevermögen, mit Spaß und Enthusiasmus anzueignen ist meiner Meinung nach nur bei ganz wenigen Dingen möglich, wie z.B. beim Erlernen eines Instrumentes. Ebenso das Verarbeiten einer Niederlage. Wir müssen in unserem Leben so einige Niederlagen wegstecken und im Sport kommen diese recht häufig vor, gerade zu Beginn einer „sportlichen Laufbahn“. Jedoch sind eben diese Niederlagen nicht so gravierend, meist teilt man die Niederlage mit seinem Team und muss nicht die gesamte „Schuld“ allein tragen.

Hier liegt es nun auch in der Verantwortung des Coachs, den Athleten wieder zu motivieren, denn eine Niederlage kann eine der größten Motivationen überhaupt sein. Man lernt wieder aufzustehen und sich nicht unterkriegen zu lassen. Dies kann für spätere Misserfolge im Leben sehr hilfreich sein, um nicht den Mut zu verlieren und einen Rückschlag nur als Trainingsaufforderung zu sehen.

 

Zusammenfassend kann ich aus meiner Sicht sagen, dass sportliches Training und die aktive Gestaltung der Freizeit wohl die wichtigsten Instanzen zum erwachsen werden sind. Das sportliche Training ist neben der Schule einer der ersten Bereiche in dem Leben eines Kindes indem es das sichere Zuhause verlassen kann um sich selbstständig zu entwickeln. Das Sportliche bietet zudem das Erleben von Erfahrungen, welche eine Charakterentwicklung fördert, die später sicher in der „Erwachsenenwelt“ bestehen kann und dies alles in einem sicheren Rahmen, wie es sonst keine andere Instanz vermag. Zu berücksichtigen ist nur, dass die Motivation zur sportlichen Tätigkeit vom Kind selbst ausgehen muss. Man kann es nicht dazu zwingen, da dies bedeutet, dass man das Kind oder den Jugendlichen in seiner Freiheit einschränken würde, obwohl man doch das genaue Gegenteil erzielen möchte. Mit dem richtigen Ansatz und guter Motivation kann sportliches Training zu einem der besten Grundbausteine für die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes oder Jugendlichen werden.

 

 

 

Literatur:

 

Winfried Marotzki „Einführung in die Erziehungswissenschaften“  2te Auflage 2006

Kap:

4.4 Sozialisation; 4.5 Erziehung; 4.6 Lernen

 

Jürgen Weineck „Optimales Training“  16te Auflage 2010

Kap:

1. Trainingslehre/Trainingswissenschaften – Begriffsbestimmung;

2. Training und Trainierbarkeit – Trainer/Coach

3. Sportliche Leistungsfähigkeit – Leistungsbestimmende Persönlichkeitsmerkmale von Sportler und Trainer

Veröffentlicht unter Essays

Exzerpt: Marotzki; Einführung in die Erziehungswissenschaft – Lernen

Das lernen wird in zwei Bereiche unterteilt, in das formelle Lernen, welches das Durchlaufen von gewissen Lehrinstitutionen beinhaltet und in das informelle Lernen, welches außerhalb dieser Institutionen von statten geht, quasi in der freien Umwelt.

Hierzu behandelte Lerntheorie 4.6.2

Diese geht einen nicht ganz so mechanischen Weg und Dewey geht hierbei mehr von einem Handlungskreis anstatt eines Handlungsbogens aus. Dies hat zur Folge das Reiz und Reaktion so verschmelzen das sie in einem geschlossenem Handlungskreis keines von beiden als dies wahrnehmen sondern einfach wie erlernt handeln. Kommt es jedoch nun zu einer Unterbrechung eben dieses Kreises und kann diesen nicht zu Ende führen kommt es zur bewussten Lernsituation. Existiert kein bewusster Reiz (gibt es also mehrere Möglichkeiten oder evt gar keine), so kommt es zu dieser Unterbrechung und der Prozess der Reizfindung ist eben dieser Konstruktionsprozess bei dem man lernt.

Eine Weiterführung dieses Gedankens ist die Abhängigkeit von einem System in dem eine Einheit existiert, dieses ist selbst erschaffen und abhängig von der Einheit selbst. Eine Umgebung, mit denselben Grundlagen kann für zwei verschiedene Einheiten zwei ganz unterschiedliche Systeme ergeben. Einer Veränderung in diesem System gegenüber der Einheit löst keine sofortige Reaktion der Einheit aus, diese ist träge und versucht den ursprungzustand so lange wie möglich zu erhalten.

Aus diesem Bestreben ergeben sich viele Reaktionsmuster (z.B. verhindern das die Umwelt sich verändert oder sich danach anpassen usw) Wie also die Einheit darauf reagiert hängt ganz von ihr selbst ab.

Lernen aus dieser Sicht ist also ein Selbststeuerungsprozess, es ist von Nöten ein Metakognitives Wissen von den individuellen kognitiven Strukturen zu haben. Dazu gehört vor allem die Fähigkeit sich selbst reflektieren zu können, um sich „von außen“ betrachten zu können. Dabei ist es wichtig eine Selbstwirksamkeit zu besitzen, also ein Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten zu haben. Dies macht die Einheit flexibel Veränderungen gegenüber und ermöglicht ihr sich immer auf wechselnde Situationen anzupassen. Das behavioristische Lernen zeigt uns also verschiedenen Richtungen auf ob nun aktiv oder passiv.

Exzerpt: Marotzki „Einführung in die Erziehungswissenschaften“

Begriff „Erziehung“ 136-145

4.5                                                                                                                                          Es exsistiert eine Vielzahl von ganz unterschiedlicher Verständnisweisen des Begriffs „Erziehung“, die meisten, so Marotzki, geben ein allgemeine Beschreibung des zu fassenden ab. Um ein von diesen Vorgaben unabhängiges Bild zu erhalten, muss man zu aller erst die Logik welche thematisiert wird ergründen.

4.5.1                                                                                                                                    Geht man bei der Erziehung von dem Einwirken des Erziehers auf den Zöglin aus, so lässt sich eine Abstufung im Grad der Einwirkung festlegen.

Es gibt die beiden Exrema, der direkten Einwirkung (Induktionspädagogik) und das  Sich-Entwickeln, möglichst ohne Einwirkung.

Bei der direkten Einwirkung werden klare Befehle und Vorgaben gegeben an die sich der Zöglin zu halten hat und somit er der Kontrolle des Erziehers.                                          Soll sich der Zöglin selbst entwickeln, so liegt es an dem Erzieher ihn fern von schlechter Erziehung zu halten und den Heranwachsenden seine Erfahrungen aus direktem Umgang und Kontakt mit der Umwelt zu sammeln.

4.5.2                                                                                                                                      Es stellt sich daher die Frage ob Erziehung überhaupt notwendig sei, hierzu gibt es viele Theorien die solch eine Frage beantworten. Zu erst legt Marotzki da, dass die Eltern eines Kindes, sowie es geboren ist, alleinverantworlich für es sind. Auf Grund der Hilflosigkeit des Neugeborenen obliegt den Eltern eine Allzuständigkeit, welche mit der Zeit immer weniger wird und das Kind allein Lebensfähig ist. Die Erziehung ist aus verschiedensten Blickwinkeln, der Weg zu dieser Selbständigkeit.

Kant ist der Auffassung Erziehung stellt den Weg zur Mündigkeit dar, obwohl man in der heutigen Zeit des „nie auslernens“ eine solche Schwelle wohl eher nicht mehr setzen sollte.                                                                                                                             Prange denkt bei Erziehung eher an einen Machtausgleich, denn zwischen Kindern und Eltern herrscht am Anfang ein Machtungleichgewicht, wegen der Totalverantwortung. Macht ist aber in Erziehungsfragen ein „böses“ Wort und gehört deshalb eher in die „schwarze Erziehung“.                                                                                                         Die Wohl einfachste Erklärung gibt Schleimacher, sie besagt die ältere Generation gibt einfach ihren Wissensstand an die Jüngere Generation weiter, damit diese für Erfahrungen und Entdeckenungen nicht immer wieder bei Null anfangen muss. Sonst wäre ein Fortschritt sehr schwer.

4.5.3                                                                                                                                      Die Grundstruktur von Erziehung lässt sich klar in einzelne Bereiche gliedern.                 Die Eltern sind die erste Erziehungsinstans, später folgen Institutionen wie Kindergarten und Schule. Zu erziehen sind natürlich die Kinder und wie sie erzogen werden hängt je nach Einstellung des Erziehers ab (autoritär, kooperativ oder lässig). Absichten der Erziehung lassen sich immer schwerer sehen als Wirkungen, diese lassen sich positiv wie negativ vermerken, es liegt am Erzieher entsprechend dem Ergebnis zu aggieren. Ob eine Wirkung beabsichtig war und sie durch die Vorgestellte Massnahme erziehlt wurde ist immer fraglich und lässt sich nie eindeutig bestimmmen. Deutlich bei einer Erziehung wird jedoch immer die Intention, und dadurch auch die Absichten eben dieses Ziel zu erreichen. Bei der Erziehung geht immer mit einher, dass der Erzieher seine eingenen Werte und Ansichten an den Zögling weiter gibt, es sollte allerdings immer die Intention vorliegen dem Zögling die Möglichkeit zu geben sein Urteilsvermögen zu bilden und so sich später eine eigene Meinung zu jenen Werten machen kann. Zu bedenken gilt, dass der Zögling nie Kulturell befreit erzogen wird, dennoch sollte es ihm später möglich sein, diese Kulturellen Normen anzunehmen oder abzulegen.

 

Exzerpt: Thomas Mock „Was ist ein Medium?“

Hauptthese: Das Medium ist zu aller erst das grundlegende Element der Kommunikation, ohne ein Medium wären wir nicht in der Lage zu kommunizieren, dennoch ist dieser grundlegende Begriff, wie so viele, nicht vollends zufriedenstellend definiert, da es viele verschiedene Formen von Medien gibt.

 

Da das Medium ein Beziehungs- oder Funktionsbegriff ist, lässt sich nicht sagen was ein Medium ist, sondern vielmehr welche unterschiedlichen Medienverständnisse es gibt.

Um den Begriff zu definieren, muss man sich im Klaren sein, dass er von mehreren Seiten beeinflusst wird. Der wissenschaftliche und der alltägliche Gebrauch vermischen sich häufig bei der Zuordnung des Begriffs. Jedoch kann man feststellen, dass die Ansicht ein Medium als ein Kommunikationsmittel zu verstehen, in beiden Bereichen am geläufigsten ist. Diese Bedeutung ist eine der jüngsten der Geschichte und wird erst seit Ende der 60er so gesehen, mit dem Aufkommen des Fernsehens und der damit immer stärker werdenden Sprachmischung (egl: mass media) kam es zu den heutigem typischem gebrauch „Massen Medien“.

Im wissenschaftlichen Gebrauch gibt es je nach Art der Wissenschaft eine spezielle Bedeutung für ein Medium, jedoch kann man allgemein sagen, dass ein Medium immer ein Mittel oder Werkzeug darstellt. Nun existiert in der Wissenschaft, allerdings noch ein weiterer Bereich in welchem Zusammenhang das Medium weitere Bedeutungen erhält. Betrachten man das Medium aus theoretisch reflektierter Vorstellung, so erhält je nach Betrachtungstheorie eine unterschiedliche Bedeutung, wovon einige auch wieder mit dem Alltagsgebrauch einhergehen.

 

Mock beabsichtig nun ein Grundverständnis von „Medium“ in der deutschen Kommunikations- und Medienwissenschaft zu finden. Dafür muss er alle Ansätze, Typologien, Modelle, ect. berücksichtigen um einen umfassenden Überblick über die existierenden Verständnisse zu erhalten und wichtige Elemente in  seiner Grundlagen Zusammenfassung zu berücksichtigen.

Wie schon zu Beginn lässt sich sagen, dass ein Medium eine Grundlage jeglichen Transfers von Informations- und Datenaustausches ist. Detaillierter lässt sich das Medium bei der Kommunikation in drei Bereiche einteilen, als Mittel der:

  1. Wahrnehmung; mit allen Sinnen, lässt sich nicht differenzieren (mit mehreren gleichzeitig)
  2. Verständigung; Zeichen und Systeme zur Umsetzung von Kommunikation (zB. Sprache (üblichstes System)) manche Systeme folgen der Deutung, klare Verständigung nicht immer möglich da Missverständnisse entstehen
  3. Verbreitung; Mittel die die Verbreitung von Kommunikation über Raum und Zeit ermöglichen

Entwicklung, generell die Technik machte erst vieler dieser Kommunikationsformen möglich, ebenso wie das Medium selbst, wie auch die Technik sind sehr eng mit den Menschen in Wechselwirkung, sie hat gesellschaftliche Effekte und unterliegt gesellschaftlichen Bedingungen zugleich.

Aus dieser Bedingung geht, im Zusammenhang mit den anderen drei, ein weiteres, völlig neuartiges Verständnis hervor. Das Medium ist auch als Form von Kommunikation zu verstehen, also ein Zusammenhang der drei Verständnisse als eigene Form.

Exzerpt: Aufenanger, Stefan (2008): „Mediensozialisation“

Hauptthese: Die Thematik der Mediensozialisation, vor allem in der heutigen Zeit, muss zur Grundlage der Pädagogik spz. Medianpädagogik sein. Auch wenn es viele verschiedene Forschungsbereiche und Ansätze gibt, so fehlt doch oft mehr Breite in den Studien und die Bereiche der Sozialwissenschaften sollten die Mediensozialisation mehr in ihr Forschungsgebiet einfassen, um vor allem die Bedeutung der Medienerziehung untersuchen zu können.

Mediensozialisation    [87-92]

[87-88]   Nach Aufenanger ist die Mediensozialisation als ein sehr komplexer Prozess  zu verstehen, hält man sich an das Postulat der Sozialisation von Hurrelman. So ist es als ein Prozess zu verstehen, in dem sich ein entwickelndes Subjekt aktiv und interpretativ mit seine mediengeprägten Umwelt auseinandersetzt, wiederum aber auch von ihr in vielen Persöhnlichkeitsbereichen beeinflusst wird.

[88] Medienkompetenz und -erziehung sollte dadurch einen hohen Stellenwert in der Medienpädagogik erhalten.

[89-91] Die von Aufenanger beschriebenen Anzätze zur Mediensozialisation, sind ihm oft zu einseitig, es fehtl ihm an allgemeiner Struktur und oft werden Arbeiten nur zu bestimmten Medien und Altersklassen druchgeführt, andere dabei aber komplet übersehen. Sehe man die Mediensozialisation nach dem Postulat der Sozialisation von Hurrelman, so müsse man nicht nur die Studien auf Kindes- und Jugendalter und Phänomene wie Werbung oder Gewalt beziehen, sonder Längsschnittstudien durchführen, welche den gesamten Prozesscharakters der Mediensozialisation umfassen

Sozialisationstheorie: Milieutheorie

Marotzki beschrieb in einem Text die Milieutherorie Mannheims als ein Prozess der Sozialisation durch kollektive Einbingungen. Mannheim ist der Auffassung, dass jeder Mensch durch ein Milieu Sozialisation erfährt, welches sich automatisch durch einen gemeinsamen Habitus bildet. Milieuzugehörigkeit ist teilweise offensichtlich und fast verbindlich (wie z.B. die Migrantenmilieus). Auch ist es oft so, dass sich eine Zugehörigkeit überlappt und Grenzen verschwimmen, wodurch nicht immer eine genaue Zuordnung möglich ist (Mehrdimensionalität). Milieus sind nichts gefixtes, auch wenn die größten von ihnen lange bestehen und wahrscheinlich nicht einfach verschinden, ist dies dennoch möglich, da die Milieus nur durch ihre „Mitglieder“ getragen werden. Ebenso entstehen ständig neue Milieus, sehr häufig geschiet das immoment in dem recht neuen Medium des Cyberspaces. Egal welches Milieu es ist und jeder von uns wird durch sie geprägt.

Essay: Was ich von mir als Pädagoge erwarte

Was ich von meinem zukünftigen Beruf erwarte oder wie ich ihn mir vorstelle, ist schwer zu sagen. Wir als Pädagogen haben wohl am ehesten eine Ahnung wie unser Beruf mal werden wird, da wir ihn uns 13 Jahre lang von der anderen Seite aus anschauen konnten.

Doch mit dem Lehrer werden, ist es wohl so wie mit dem Eltern werden, man möchte nie so werden wie seine Eigenen (Ausnahmen gibt’s immer). Jedoch sagt auch dies einiges darüber aus, was man glaubt später einmal zu werden oder besser, versucht zu werden.

Ich persönlich verfolge das Ziel später Spaß an meinem Beruf zu haben. Ich hatte eine doch recht schöne Schulzeit und möchte diese gern weitervermitteln. Ich arbeite gern mit Kindern, es macht mir Freude ihnen Herausforderungen zu stellen, um mit den Schülern gemeinsam an jenen zu wachsen und über jeden Erfolg meiner Schützlinge kann ich mich ebenso freuen wie sie sich selbst. Schon jetzt sammle ich einige Erfahrungen in diese Richtung, ich gebe seit vielen Jahren Leichtathletiktraining in meinem Verein und habe auch schon vor meinem Studium an einer Schule gearbeitet und dort Hausaufgabenbetreuung geleitet und Nachmittagskurse angeboten. Schon jetzt habe ich für mich gemerkt, dass es auch zu meine Aufgabe oder allgemein eines jeden welcher großen Einfluss auf einen Heranwachsenden haben kann gehört, dass Lehren und Unterrichten ab und zu auch über den gewohnten/schulischen/sportlichen Rahmen (egal ob Unterricht oder Training) hinausreicht und man auch für „private Angelegenheiten“  ein offenes Ohr haben sollte. Man sollte die Absicht hegen die Kinder/Jugendlichen bestmöglich zu  führen und ihm eine Basis zu geben, auf der er sein zukünftiges Leben errichten kann.

Dazu gehört nicht nur ein breiter Schulwissensfundus, welcher in der Zeit von Internet und Smartphones immer weniger von Nöten wird, sondern vor allem ist es wichtig zu wissen wo man dieses Wissen findet und wie man es, hat man es gefunden, anwendet.  Dazu gehört es den Umgang in und mit der Gesellschaft zu erlernen, wie auch wissenschaftliches Arbeiten und die praktische Anwendung des „Schulwissens“.

Genau dies erwarte ich von meinem Studium, das ich lerne wie genau ich meinen zukünftigen Schülern/innen Wissen vermittele und ihnen eine praktische Anwendung zeigen kann. Welche Tricks und Kniffe es gibt und worauf achten muss, um nichts oder niemanden zu übersehen. Hierbei ist es mir wichtig, dass das Studium nicht zu wissenschaftlich ist, denn oft wird der pädagogische Aspekt vergessen wobei dieser doch eigentlich im Vordergrund stehen sollte. Man lernt viel zu viel fachspezifisch und kann all dieses Wissen später nicht nutzen, da es über dem Schulniveau liegt. Wiederum kommt es vor, dass man auf das Lehren kaum vorbereitet wurde und somit am Ende seines Studiums oder am Anfang des Berufslebens steht, mit der Praxis überfordert ist.

Alles in allem erwarte ich nicht allzu viel von meinem zukünftigem Beruf. Ich möchte nicht die Welt verändern oder große Karriere machen, sondern meinem Lehrerdasein nachgehen und gut sein, in dem was ich mache. Wie sagt man so schön, Lehrer sein ist kein Beruf, sondern eine Berufung.

Ich denke, nur wenn man dies beherzigt, wird man wirklich gut in dem was man macht.

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