Dies soll ein Essay zum Thema Blogs im Bildungskontext werden. Es ist also zu klären, wie Blogs und Bildung zueinander stehen und welche Folgen hieraus resultieren. Wie wirken sich Blogs auf Bildung aus? Und gilt die Beziehung vielleicht auch andersrum: Beeinflusst die Bildung einen Blog? Welche (neuen) Möglichkeiten eröffnen sich? Welche Gefahren ergeben sich? Wird man in der Zukunft überhaupt um das Thema Blog herumkommen oder wird es in ein paar Jahren schon vergessen sein? Eine Reihe von Fragen, die sich ergeben, wenn man den Titel der Veranstaltung hört und an deren Beantwortung ich sehr interessiert bin.
Um diese Fragen beantworten zu können, muss zuerst geklärt werden: Was ist eigentlich genau ein Blog? Welche Ziele verfolgt er bzw. man mit ihm? Welche technischen und gestalterischen Möglichkeiten gibt es? Diese wichtigen Antworten kann ich leider noch nicht liefern. Ich habe zwar schon einmal „geblogt“, aber ich kenne weder die technischen Möglichkeiten und Funktionen, die über einfaches Schreiben hinausgehen, noch kenne ich mich mit den Hintergründen und Absichten eines Blogs aus. Ich hoffe, dass ich am Ende des Seminars mehr zur Beantwortung dieser Fragen beitragen kann.
Des weiteren bleibt zu klären: Was wird unter dem Bildungskontext verstanden? Nur die Institution Schule oder auch außerschulische Bildung im weitesten Sinne? Diese Frage ist ausnahmsweise einfach zu beantworten: Unter Bildungskontext wird nicht nur schulische Bildung, sondern alles, wo Bildung stattfindet, verstanden werden. Diese Antwort schränkt die Interpretationsmöglichkeiten jedoch nicht ein, sondern sorgt im Gegenteil für ein großes und unübersichtliches Feld, für das es sicher keine einheitlichen Antworten geben wird.
Allein für die Schule lassen sich eine Reihe von weiteren Fragen formulieren: Welche Einsatzmöglichkeiten im Unterricht gibt es? Wie kann man bei Einsatz von Blogs im Unterricht gewährleisten, dass jeder Schüler Zugriff auf die Blogs hat (sowohl in der Schule, als auch zuhause)? Internet ist inzwischen zwar weit verbreitet, aber das heißt nicht, dass es als gegeben vorausgesetzt werden kann. Neben der Tatsache, dass alle die gleichen Chancen haben sollten, am Blog mitzuwirken bzw. von ihm zu profitieren, ist zu verhindern, dass der Zugang zu Technik und Internet noch stärker als bisher zum Prestigeobjekt wird und das nicht vorhanden sein der technischen Mitteln zu Ausgrenzung führt. Ab welchem Alter macht der Einsatz von Blogs Sinn bzw. ab welchem Alter können die Risiken, die das Blogen im World Wide Web mit sich bringt, erkannt und richtig eingeschätzt werden? Welche bisherigen Lernformen werden ersetzt und handelt es sich hierbei um einen Verlust? Wann und wie bringt man den Schülern den richtigen Umgang mit Blogs bei? Wird es hierfür ein neues Unterrichtsfach geben, das sich ganz auf die neuen Medien konzentriert oder muss diese Einarbeitung im Fachunterricht geleistet werden?
Die hier aufgeführten Fragen sind nur ein Teil dessen, über das man im Zusammenhang von Blogs und Bildung nachdenken kann und sollte. Sie decken gewiss nicht alle Bereiche ab, aber sie sollen einen Vorstellung dessen geben wie weitreichend das Thema Blogs im Bildungskontext ist und bewusst machen, dass die Beantwortung der aufkommenden Fragen kein Selbstgänger ist, sondern intensive Auseinandersetzung mit der Thematik verlangen. In diesem Sinne hoffe ich auf ein interessantes und lehrreiches Seminar.
lktt
/ 6. Juli 2011Hi Enomis,
viele deiner aufgeworfenen Fragen haben wir ja in der Zwischenzeit im Semina thematisiert und ich bin jetzt sehr gespannt, welche praktischen Erfahrungen wir alle bei der Druchführung eigener Blog-Projekte sammeln werden. Funktionieren unsere Projekte so, wie wir uns das vorgestellt haben, oder treten noch unzähllige, unbedachte Probleme auf!? Ich denke, der Praxistest wird nochmal richtig spannend!!! Ich hoffe, wir bleiben weiter in Kontakt, um uns auch in dieser Phase austauschen und unterstützen zu können…
Sehr guter Text mit wichtigen Fragen!!!
Viele Grüße, lktt
vanessa
/ 16. Mai 2011Hey, ich kann mich Annabelle da nur anschliessen, deine Fragen sind echt gut und auch ich stelle mir viele von denen. Außerdem finde ich deine Offenheit super, mit der zugibst, dass da noch Lernbedarf besteht. Aber dazu machen wir ja alle dieses Seminar.
Annabelle
/ 13. Mai 2011Hallo Enomis!
Du wirfst mit deinem Essay tatsächlich viele interessante Fragen auf! Ich hoffe, dass wir diese im Kurs noch klären oder zumindest besprechen können! Ansonsten finde ich dein Essay sehr interessant und gut geschrieben. Es bringt Spaß ihn zu lesen und regt zum Nachdenken an!
Lieben Gruß,
Annabelle
P.S. Tolles Anagramm!