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	<title>Blogs im Bildungskontext &#187; bottkopp</title>
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	<description>Seminar im Sommersemester 2011</description>
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		<title>Blogs im Bildungsprozess &#8211; Kommunikation 2.0</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Apr 2011 20:07:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bottkopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[essay]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie kann ich einen Blog nutzen, um Bildungsprozesse zu unterstützen, zu begleiten oder anzuleiten? Blogs sind laut Deutscher Nationalbibliothek Internetpublikationen, also müsste die eigentliche Frage lauten, wie selbst erstellte Texte, Inhalte oder sonstige medial veröffentlichte Kommunikation mit Bildungsprozessen zusammenwirkt. Dass dabei die Publikationen innerhalb eines Blogs überall durch das Internet verfügbar sind, halte ich zumindest in dieser Hinsicht nicht für entscheidend. Dieser Problemstellung nachspürend schrieben viele Autoren eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Arbeiten; es sei an dieser Stelle an die Landesrahmenverträge der Länder verwiesen, die das Kriterium des selbst erstellten Textes nach qualitativen Aspekten bewertet in ihren Bildungsplänen realisieren. Das Bloggen besitzt gegenüber dem „normalen“ Verfassen eines Textes oder dem drehen eines Videoclips jedoch eine fantastische Qualität: Die Verfügbarkeit!</p>
<p>Wenn man sich einen Blog als eine Art schwarzes Brett vorstellt, das jedem zugänglich ist, genug Platz für alle Mitteilungen bietet und darüber hinaus einen Bildschirm zum abspielen von Videoclips integriert, so scheint sich der einzig relevante Unterschied vom schwarzen Brett zum Blog nur noch in der ständigen Verfügbarkeit zu finden. Blogs sind dementsprechend Kommunikationsmedien, die ihre entscheidende Qualität in der potenziellen Verfügbarkeit durch das World Wide Web realisieren. Dieses besondere Moment der gleichzeitigen Nutzbarkeit und Zugänglichkeit als das eigentlich herausragende des Blogs gegenüber herkömmlichen medialen Kommunikationsformen erscheint auf den ersten Blick so offensichtlich, dass es kaum der Erwähnung bedarf. Interessant finde ich dies jedoch gerade im Hinblick auf die mediale Gestaltung von Bildungsprozessen, denn hier liegt sinngemäß das Potenzial des Bloggens. Er kann jederzeit gelesen, verändert, kommentiert, erweitert und dadurch vielfältig kommuniziert werden; einzige Voraussetzung sind ein an das Internet angeschlossener Computer und die Fähigkeit, einen Browser zu bedienen.</p>
<p>Der kommunikative Aspekt der Veröffentlichung steht dabei für mich im Vordergrund. Kommunikation ist nach dem modernen Konstitutionsmodell gut mit der Feuermetapher zu erklären. Das Feuer steht in diesem Bild in der Mitte und muss von allen am Leben erhalten werden, doch es spendet dafür allen Beteiligten Wärme und Licht. Kommunikation (von lateinisch communis, Gemeinsamkeit, gewöhnlich und auch communia, die Gemeinde, sowie communicare, etw. gemeinsam machen, einander mitteilen)  ist so gesehen ein miteinander teilen, in die Mitte stellen. Diesem Modell entsprechend erwächst die soziale Gemeinschaft, indem in der gemeinsamen Mitte Sinn erzeugt wird. Sinn ist das, was unserer Existenz eine Essenz verleiht. Durch die Vernetzung innerhalb eines Blogs gewinnt diese sinnkonstituierende Verfassung der Kommunikation eine über die im gewöhnlichen Alltag gegebene Bedeutung hinausweisende Funktion. Sie kann im einen Extrem durch die bloßen und oft unreflektierten reinen Meinungsäußerung zur „Klowand des Internets“ verkommen, auf der anderen Seite dagegen eine hervorragende Möglichkeit sein, Wissen in einem Themengebiet zu teilen und durch die Interaktivität und Verfügbarkeit in Bildungsprozesse integriert zu werden.</p>
<p>Irgendwo dazwischen scheint der gesellschaftliche Diskurs über politische Themen in Blogs zu stehen. Diese Form der politischen Kommunikation, die politische Bildung geradezu fordert, wenn ein adäquates Auseinandersetzen intendiert ist, bricht mit der bisher recht umständlichen Konsensbildung in unserer Demokratie gerade dadurch, das die kommunikativen Instanzen (Teilhaber an der Kommunikation) nicht mehr persönlich anwesend sein müssen, sondern unmittelbar an dem Geschehen teilnehmen können.</p>
<p>Es drängt sich die Frage auf, ob diese neue Qualität in der Kommunikation nicht auf ihre spezifische Weise eine innovative Form des gesellschaftlichen Diskurses, oder eine an und für sich neue Form des Diskurses und der politischen Meinungsbildung sein kann. Der Umgang mit dieser medial vermittelten Kommunikation erfordert sicherlich neben allgemeiner und politischer Bildung auch eine spezifische Medienkompetenz, aber im Hinblick auf das Internet als zukunftsweisendes Medium, eLearning und Web 2.0 sollte jeder daran partizipieren und das Potenzial dieser Kommunikationsform wertschätzen.</p>
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