„Keine Bildung ohne Medien“

Die Initiative „Keine Bildung ohne Medien“ setzt sich für die Förderung der Medienbildung ein, da uns Medien, vor allem in der Bildung, viele neue Möglichkeiten bieten. Ziel ist es, die Medienpädagogik breitenwirksam, systematisch und nachhaltig in der Bildung zu verankern. Dabei ist besonders der Erwerb bzw. die Erweiterung der Medienkompetenz, und somit der reflektierte Umgang mit Medien, von Bedeutung. Um dies zu erreichen, stellen sie folgende Forderungen:

1. Medienbildung schon in der frühkindlichen Bildung und Schule, in außerschulischen Bildungsangeboten, wie im Bereich der Jugend-, Familien- und Elternarbeit und bei der Inklusion von Menschen mit Behinderung. Jedes Kind soll die Chance haben seine Medienkompetenz zu erweitern.

2. stärkere Beschäftigung mit Medienbildung in der Schule. Um dies zu ermöglichen, ist die Aufstellung von Lehrplänen und Bildungsstandards für die Medienbildung von Bedeutung.

3. Förderung der Medienbildung vor allem in bildungsbenachteiligten Milieus und für Kinder aus Migrationskontexten. Dabei spielen die außerschulischen Angebote eine große Rolle.

4. Regelfinanzierung medienpädagogischer Angebote

5. Ausbau und Förderung medienpädagogischer Netzwerke.

6. verpflichtende Grundbildung im Bereich der Medien in allen pädagogischen Studiengängen und eine feste Verankerung der Medienbildung in der Fort- und Weiterbildung.

7. Ausbau der medienpädagogischen Forschung, um differenzierte Studien zu ermöglichen und vor allem die Mediensozialisationsforschung und die medienpädagogische Begleit- und Praxisforschung zu stärken und auszubauen.

Den Grundgedanke und die Ziele der Initiative betrachte ich als sinnvoll, jedoch befinde ich den Einsatz von Medien im frühkindlichen Alter als zu früh, da ich es als sinnvollter betrachte Kinder in ihrer natürlichen Umgebung ohne Medien, wie Smartphones, Tablets oder Computer aufwachsen zu lassen. Der ständige Gebrauch solcher Medien hat Auswirkungen auf das Lernverhalten der Kinder. In der weiterführenden Schule halte ich eine stärke Beschäftigung mit Medien und ihren Funktionsweisen als sinnvoll, da eine erweiterte Medienkompetenz auch für den späteren Beruf sinnvoll ist.

Virtuelle Räume und Hybridisierung der Alltagswelt (Alexander Unger)

Einleitung

In der Einleitung erläutert Alexander Unger, dass er sich in den nachfolgenden Kapiteln mit den Auswirkungen beschäftigen wird, die die Verbreitung digitaler Medientechnologien auf die soziale Lebenswelt, die individuelle Existenzbewältigung und die Persönlichkeitsentwicklung hervorruft. Die Neuen Medien schaffen eine neue virtuelle Handlungssphäre, die mit der Realität verknüpft ist. In den fünf Kapiteln beschäftigt sich Unger mit diesem Vermischungsprozess und seinen Konsequenzen aus einer raumtheoretischen Perspektive.

Zur Konstitution der Wissensgesellschaft

Wissen hat einen großen Einfluss auf die gesellschaftliche Reproduktion, Weiterentwicklung, Partizipation und auf die Persönlichkeitsentwicklung. Wissen bezieht sich in diesem Fall auf die Fähigkeit, sich auf verändernde gesellschaftliche Bedingungen zu reagieren, die gerade durch die Ausbreitung der neuen Medientechnologien dringend benötigt wird.Dieser Anpassungsprozess führt zur Entgrenzung. Wir werden immer häufiger mit Situationen konfrontiert, in denen uns bekannte Strukturen in einen Auflösungsprozess übergehen. Das Anpassen unseres Handelns wird als selbstverständlich betrachtet.

Hybridisierung als Signum der postindustriellen Gesellschaft

Eine zentrale These von Donna Harraways Manifest für Cyborgs ist, dass die Dualismen, die das westliche Denken bestimmen, durch die wissenschaftlich-technische Entwicklung in einen Entgrenzungs- bzw. Auflösungsprozess überführt werden. Einer dieser Dualismen ist die Abgrenzung von Mensch und Technik. Man müsse das Subjekt als eine neue technisierte Form sehen, als hybrid, als einen Zustand, der durch die Verschmelzung von Mensch und Technologien hervorgerufen wird.

Die Hybridisierung ist für die Konstitution der gegenwärtigen Verhältnisse von großer Bedeutung und wirkt sich auf die Arbeits, Alltags- und Sozialwelt aus. Es besteht also ein Dualismus zwischen Virtualität und Realität.

Die Virtualität kann aus der Sicht von ontologischen Realitätskonzepten nach der Zwei-Welten-Lehre eine Gefahr für die Realität darstellen, da sie diese überdecken oder verdrängen. Im Rahmen von formalen Realitätskonzepten wird die Virtualität eher als eine basale Sinndimension der sozialen Lebenswelt aufgefasst.

Von Bedeutung ist es, die zunehmende Virtualität nicht als negativ zu betrachten, sondern herauszufinden, was für Auswirkungen diese für die Lebenswelt der Menschen hat.

Hybride Räume in der Alltagswelt

In diesem Kapitel stellt Unger einige Beispiele von hybriden Räumen in der Alltagswelt vor, um die unterschiedlichen Formen von Hybridisierung zu verdeutlichen.

Zur technologischen Form gehören Anwendungen, die es auf eine direkte Vermischung von real-materiellem und virtuellem Raum abgezielt haben (Beispiele: Einbauen von Teilen mit Hilfe von visueller Veranschaulichung über Cybergoggles in der Automobilbranche; Google Maps; Plazes, Twitter, etc.). Ergänzend für eine vollständige Betrachtung muss auch der subjektive Gesichtspunkt der Hybridisierung betrachtet werden. Die Vermischung und Entgrenzung des Sozialraumes findet über die subjektive Erfahrungswelt statt. Durch die neuen Medientechnologien und deren Verbreitung werden neue Angebote und Orte erschlossen, Interessen verfolgt und erweitert und Bindungen ausgebildet. Die virtuelle Sphäre wird immer mehr Teil unseres Alltags und aktiv eingebunden.

Zur Räumlichkeit der Lebenswelt 

Neben der Medientechnologien spielt die Sinnstiftungsfähigkeit der Menschen eine wichtige Rolle bei der Hybridisierung. Ob ein virtueller Raum von Bedeutung für die Lebenswelt der Menschen ist, wird individuell wahrgenommen.

Die Daseinsanalyse von Heidegger besagt, der Mensch in einem engen Verhältnis zur Objektwelt steht. Der primäre Modus des „Da-seins“ ist die Zuhandenheit, die einen Zustand beschreibt, in dem ein Subjekt mehr oder weniger unbewusst in der Lebenswelt und des vertrauten Umgangs mit dieser aufgeht und mit ihren Objekten handelt. Der lebensweltliche Raum wird somit individuell durch das Handeln und die Projekte geschaffen. Das Entwerfen und Entstehen der individuellen Umwelt wird immer durch gesellschaftliche Verhältnisse geprägt und beeinflusst.

Ausblick

Abschließend verdeutlicht Unger, dass die virtuellen Räume nicht als Abgrenzung zur Realität gesehen werden solltel, sondern vielmehr als eine Erweiterung des lebensweltlichen Raums. Da die virtuellen Räume immer mehr Teil unseres Alltags werden, sollten diese auch im pädagogischen Raum Beachtung finden.

 

 

 

 

Medienöffentlichkeit und Journalismus (Jan-Hinrik Schmidt)

Im vierten Kapitel des Buches „Social Media“ von Jan-Hinrik Schmidt geht es um die Auswirkungen der sozialen Medien auf die Medienöffentlichkeit und somit auch auf den Journalismus.

Dabei geht Schmidt anfangs auf den Begriff und die Funktion der Medienöffentlichkeit ein. Charakteristisch für die Medienöffentlichkeit ist, dass sie eine größere Reichweite als andere Öffentlichkeitsformen besitzt und durch Massenmedien, wie die Rundfunk-und Printmedien entsteht. Sie dient der Themensetzung, Transparenzschaffung, Kritik und Kontrolle (journalistische Medien als „vierte Gewalt“) und schafft Raum für Diskussionen.

Das Internet ist eine weitere technologische Grundlage für die Verbreitung von Informationen und wird neben massenmedialen Organisationen auch durch „normale“ Nutzer genutzt. Somit verliert der Journalismus seine Monopolstellung im Hinblick auf die Verbreitung und Veröffentlichung von Informationen. Nicht-journalistische Nutzer erweitern die Medienöffentlichkeit bezüglich des Auswählens, Filterns, Aufbereitens und Verbreitens von Informationen. Im Gegensatz zum Journalismus sind die Schilderungen und Beschreibungen der Themen durch nicht-journalistische Nutzer eher subjektiv. Es wird meist die Umgangssprache anstatt sachlicher Ausdrucksweisen gewählt und nicht die faktische Wahrheit, sondern die Wahrhaftigkeit einer Person steht im Vordergrund.

Um den riesigen Informationsfluss des Internets zu erfassen und zu ordnen, bedarf es technischen Diensten und Programmen, mit deren Hilfe Datenbanken erstellt werden. So ist es anschließend möglich, mittels Suchmaschinen eine Auswahl von Informationen präsentiert zu bekommen. Im Gegensatz zum Journalismus, wo sich Journalisten mit der Frage der Relevanz eines Themas beschäftigen,  haben die Such- und Sortierungsalgorithmen ihre eigenen Kriterien. Dabei ist es von größter Bedeutung, ob und wie häufig eine Seite von anderen Seiten verlinkt wird. Um die Informationen für jeden Nutzer individuell beherrschbar zu machen, werden sie nach den Kriterien der Aktualität und der sozialen Nähe sortiert. Soziale Medien schaffen somit eine „vernetzte Öffentlichkeit“.

Der Journalismus nutzt mittlerweile häufig soziale Medien für die Verbreitung von Themen und Inhalten, indem eigene Profile und Accounts betrieben werden, aber auch dadurch, dass nicht-journalistische Nutzer Artikel empfehlen oder verlinken. Dies führt zur einen schnellen und weiten Verbreitung der Informationen. Ein großer Vorteil gegenüber früheren Massenmedien ist, dass das Internet die Möglichkeit eines direkten Austausches zwischen Journalismus und Publikum bietet.

Abschließend verdeutlicht Schmidt, dass der Journalismus keines Wegs von den sozialen Medien abgelöst wird. Seine Aufgaben und Ziele bleiben bestehen und können möglicherweise mit Hilfe der sozialen Medien noch besser bewältigt werden.

Exzerpt: Selbstdarstellung und Privatsphäre in sozialen Medien

In dem Kapitel „Selbstdarstellung und Privatsphäre in sozialen Medien“ aus dem Buch „Social Media“ von Jan-Hinrik Schmidt beschäftigt sich der Autor mit der Selbstdarstellung im Internet, der dadurch hervorgerufenen Entstehung eines neuen Typs der Öffentlichkeit und den Schwierigkeiten, die diesem im Hinblick auf die Grenzsetzung zwischen Öffentlichkeit und Privatsphäre folgen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, was Menschen dazu bringt  zahlreiche private und persönliche Informationen im Internet preiszugeben. In drei Anläufen legt Schmidt eine kommunikationswissenschaftliche Antwort auf diese Frage dar.

Einleitend erläutert er, wie durch die Nutzung der sozialen Medien ein neuer Typ von Öffentlichkeit ensteht. Die Nutzer und Nutzerinnen schaffen sich ihre eigenen persönlichen Öffentlichkeiten, die durch folgende Merkmale charakterisiert werden:

1. Informationen werden überwiegend nach persönlicher Relevanz ausgewählt.
2. Das Zielpublikum ist das eigene soziale Netzwerk aus ausgewählten Freunden, Bekannten oder Kollegen, das meist auch noch untereinander vernetzt ist.
3. Soziale Medien sind auf Konversation ausgerichtet.

Zusammengefasst kann man also sagen, dass soziale Medien sehr vielseitig sind und den Nutzern die Möglichkeit bieten, sich über die persönlichen Interessen auszutauschen und soziale Kontakte zu pflegen. Dies ist Schmidts erste Antwort auf die oben genannte Fragestellung.

Die zweite Antwort auf die Frage ist demzufolge, dass die Selbstdarstellung, und somit das Preisgeben von Informationen, welche Schmidt anschließend beschreibt, notwendig ist, um sich im Internet auszutauschen. Dabei wird viel Wert auf die Authentizität der Nutzer und auf eine „echte und wahrhaftige Kommunikation“ gelegt. Mit Authentizität ist jedoch nicht gemeint, dass die Nutzer sich nicht inszenieren können. Nach Erving Goffmann schlüpft jeder von uns in bestimmte Rollen und stellt je nach Ausrichtung an ein Publikum bestimmte Facetten seiner Persönlichkeit in den Vordergrund, um den Erwartungen gerecht zu werden. Dies verdeutlicht, dass die Identitätsherausbildung nur im Wechselspiel mit der gesellschaftlichen Umwelt erfolgen kann.

Um die Frage ein drittes Mal zu beantworten, verdeutlicht Schmidt, dass Privatsphäre eng mit der Kontrolle über das Publikum verbunden ist. Da jeder Nutzer einen groben Überblick über seine Kontakte in sozialen Netzwerken hat, kann er seine Auswahl von Themen und Informationen dementsprechend anpassen. Jedoch kann sich das Verständnis von Privatsphäre der einzelnen Kontaktpersonen unterscheiden. Aufgrund der individuellen Auffassungen ist es schwierig zu beurteilen, wo Privatsphäre beginnt und wo sie endet. Die Soziologie und die Psychologie haben folgende Definition aufgestellt:

„Privatsphäre beginnt dort, wo ich die Kontrolle darüber habe, wer welche Informationen über mich erfahren und möglicherweise auch für andere Zwecke verwenden darf.“     (S.33 Z.8-10)

Wie auch im reellen Leben, gibt es im Internet Möglichkeiten für die Regelung der Zugänglichkeit von Informationen. Jedoch fällt dies aufgrund der  folgenden vier grundlegenden Eigenschaften digital vernetzter Medien etwas schwerer.

1. Persistenz: Kommunikation, die innerhalb sozialer Medien geschieht, ist dauerhaft gespeichert.
2. Kopierbarkeit: Digitale Daten sind kopierbar und können (unbemerkt) an anderer Stelle wieder zur Verfügung gestellt werden.
3. Skalierbarkeit: Die Reichweite von Informationen ist unbegrenzt.
4. Durchsuchbarkeit: Digitale Daten sind mithilfe von Suchmaschinen, wie Google, durchsuchbar.

Diese vier Eigenschaften erschweren die Grenzsetzung zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit, da die Nutzer keine Kontrolle über das potentielle Publikum besitzen und so nicht wissen können, wem die Informationen vorliegen können. Es gibt zwar die sogenannten “ Privatsphäreeinstellungen“, die den Zugang zu Informationen regeln sollen und es wird darüber diskutiert, wie die bisherige dauerhafte Verfügbarkeit der Daten eingeschränkt werden könnte, jedoch stoßen die technischen Lösungen immer wieder an ihre Grenzen, denn sie werden immer durch soziale Normen ergänzt.

Schmidt betrachtet es als sehr wahrscheinlich, dass sich die sozialen Normen und auch das Verhalten mit der Zeit an die sozialen Medien anpassen werden, sowie dies auch bei der Etablierung des Mobiltelefones der Fall war. Es werde in Zukunft normal und gesellschaftlich akzeptiert sein, dass Menschen auch private Informationen im Internet preisgeben. Zugleich werde es aber auch weiterhin bestimmte Grenzen zu intimeren Themen geben. Als abschließende Antwort auf die Leitfrage sagt Schmidt, dass die Grenze zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit neu gezogen werden müsse.

Exzerpt: Zwischen Kanal und Lebens-Mittel: pädagogisches Medium und mediologisches Milieu

In dem Text „Zwischen Kanal und Lebens-Mittel: pädagogisches Medium und mediologisches Milieu“ setzt sich der Autor, Torsten Meyer, einerseits mit dem Begriff des pädagogischen Mediums und andererseits mit den möglichen Folgen der sogenannten „Neuen Medien“ für die Bildung des Menschen auseinander.

Im ersten Kapitel verdeutlicht er, dass Medien und Bildung eng miteinander verknüpft sind, da Darstellung und Kommunikation, ohne welche die Pädagogik unmöglich wäre, nur mithilfe von Medien möglich sind. Jedoch werden die „Neuen Medien“ bis heute als eine Art Gerät oder Werkzeug verstanden, mit dem die bisherige Bildung effizienter fortgesetzt wird. Dies ist laut Meyer der falsche Ansatz. Man sollte diese Medien als eine Chance der  Veränderung oder als eine Art Umstrukturierungsprozess wahrnehmen und nicht als Fortführung der alten Methoden nutzen. Die neuen Medien bieten einen Raum bzw. eine neue Sphäre für das Denken, und werden für die Bildungsinstitutionen in Zukunft unvermeidbar sein. Doch inwiefern wirken sie sich auf die heutige Auffassung von Bildung und Kultur aus? Um sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen, ist ein angemessenes Verständnis des Begriffs des Mediums notwendig, dem sich Meyer im zweiten Kapitel widmet.

Häufig wird das Medium als ein „Gerät“ oder ein „Instrument“ zur Übertragung und Verbreitung von Informationen definiert. Auf der anderen Seite ist die Rede vom „Medium als Milieu“. Dieser, nach Meyer, „starke Medien-Begriff“ beschreibt das Medium als eine Art Behälter, ein System, in dem wir uns befinden. Aber wie können wir einen Überblick und ein Verständnis über dieses Medium erlangen? (s. Beispiel Fische im Medium Wasser) Wichtig ist, das Medium nicht als etwas Äußerliches zu verstehen, das man nach Belieben aus- oder einschalten kann, sondern als Kultur, in welche die Menschen kognitiv, kommunikativ und sozial eingebunden sind.

Im dritten Kapitel geht es um die Mediologie, welche sich mit den Schnittstellen zwischen dem Symbolischen, dem Sozialen und dem Technischen auseinandersetzt und auch für bildungstheoretische Fragen von Bedeutung ist. Mediologen sind der Auffassung, dass das Denken, das Wahrnehmen, das Erkennen und Wissen durch die Kultur, und somit auch durch die damit verbundenen Technologien geprägt werden. Das „Mensch-Sein“ ist also kulturabhängig. Die Epochen, die neben den unterschiedlichen technischen Medien, vor allem durch eine erweiterte bzw. veränderte Denkweise charakterisiert werden, werden als Mediosphären bezeichnet. Ein Blick in die Vergangenheit auf durchlaufene mediologische Revolutionen, lässt das mögliche Ausmaß der Folgen des „Neuen Medien“ deutlicher werden. Es handelt sich nicht „nur“ um eine neue Art der Wissensübertragung, sondern vielmehr um eine Veränderung des Verständnisses und des Umgangs mit Wissen.

Sicher ist, dass die „neuen Medien“ und ihre Folgen eine Herausforderung für unsere Bildungsinstitutionen sein werden. Für diese gilt es, die „Neuen Medien“ bestmöglich zu nutzen, aber auch kritisch zu betrachten, denn Bildung tritt neben dem Wissen immer mehr in den Hintergrund.

Warum ist ein erziehungswissenschaftliches Studium für den späteren Beruf notwendig?

Als Studienanfänger stellt man sich die Frage, warum und inwiefern ein erziehungswissenschaftliches Studium im Hinblick auf die Arbeit in der pädagogischen Praxis notwendig beziehungsweise sinnvoll ist. Im folgenden werde ich mich mit dieser Frage auseinandersetzten, indem ich anfangs auf meine beruflichen Ziele  und meine Erwartungen an das Studium eingehen und anschließend die Vor- und Nachteile eines erziehungswissenschaftlichen Studiums darstellen werde.

Ich studiere Lehramt für die Primar- und Sekundarstufe 1 im zweiten Semester und erhoffe mir durch das erziehungswissenschaftliche Studium darauf vorbereitet zu werden, in einigen Jahren vor einer Klasse zu stehen und diese zu unterrichten. Von großer Bedeutung ist für mich als Lehrer in der Lage zu sein, möglichst individuell auf jeden einzelnen Schüler eingehen zu können und ihn bestmöglich zu fördern, sowie mit den unterschiedlichsten Problemsituationen umgehen zu können.

Da im erziehungswissenschaftlichen Studium viel Wert darauf gelegt wird den Studenten und Studentinnen viele verschiedene Theorien, Sichtweisen und Methoden nahe zu bringen und sie zur Reflexion und zum eigenständigen Urteilen über pädagogisches Handeln angeregt werden sollen, ist es im Hinblick auf meine oben genannten Ziele sinnvoll. Es dient als Basis für die Herausbildung pädagogischer Handlungskompetenz für die späteren Aufgaben des Lehrerberufs, schult die kritische Beobachtung unterschiedlicher Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit pädagogischen Problemen und ist vor allem von Bedeutung für den Beruf des Pädagogen, da dieser sein pädagogisches Handeln auf die sich ständig verändernden  Bedingungen, und somit auch veränderten oder neu auftretenden pädagogischen Probleme, anpassen muss.

Neben den Theorien und Grundbegriffen beschäftigt man sich während des erziehungswissenschaftlichen Studiums mit der Didaktik seiner Unterrichtsfächer und erhält erste Anregungen für die Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen.

Das wissenschaftliche Arbeiten, sowie die selbständige Bildung, sind nicht nur für das Studium von Bedeutung, sondern werden dies auch in der Zukunft sein, da ein Lehrer bzw. Pädagoge sich ständig weiterbilden muss, um sein Allgemein- und Fachwissen auf dem neusten Stand zu halten.

Im Unterschied zu einer nichtwissenschaftlichen Ausbildung bietet ein erziehungswissenschaftliches Studium größere Freiräume, da es sich nicht auf bestimmte Methoden konzentriert und diese vermittelt, sondern das eigene Setzen von Schwerpunkten ermöglicht und die Ausbildung der eigenen Urteilsfähigkeit über pädagogisches Handeln fördert.

Jedoch ist der Praxisanteil meiner Meinung nach mindestens genauso bedeutend, und ist im Studium eindeutig zu gering. Er bereitet nicht ausreichend auf die späteren Herausforderungen des Lehrerseins vor, denn bekanntlich „liegen Theorie und Praxis Welten voneinander entfernt“. Was bringen mir die besten Konzepte, wenn ich nicht in der Lage bin diese in die Praxis umzusetzen? Als kritisch betrachte ich zudem, das erste längere Praktikum für das fünfte Semester vorzusehen, da es auch als Bestätigung für die Wahl des Studienganges dienen könnte.

Abschließend komme ich zu dem Entschluss, dass ein erziehungswissenschaftliches Studium meiner Meinung nach sinnvoll ist, es aber wünschenswert wäre, den Praxisanteil des Studiums zu erhöhen, um den Studenten die Möglichkeit zu geben, frühzeitig zu erkennen, ob sie für den Beruf des Lehrers beziehungsweise des Pädagogen geeignet sind und sie bestmöglich auf die pädagogische Praxis vorzubereiten. Bis dahin gilt es, Selbstinitiative zu ergreifen und eigenständig so viel Praxiserfahrung, wie möglich, zu sammeln.