25.10.2011 – „Spiel“ – Struktur des Spiels

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Was könnten Heinz von Foersters prinzipiell entscheidbare und prinzipiell unentscheidbare Fragen mit Lernen, Wissen und Spieldesign zu tun haben? In welchem Verhältnis stehen die beiden Prinzipien „Entdecken“ und „Erfinden“ zueinander?

  • Nim-Spiel
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„Zur Pädagogik der Postmoderne gehört, daß man sich nicht bei Fragen aufhält, die man sich bei einigem Nachdenken auch selber beantworten könnte. Wenn man schon fragt, dann so, daß die Frage eine neue, unentdeckte Schicht der Wirklichkeit freilegt und dann gar keiner unmittelbaren Antwort bedarf.”
– Heinrich Kupfer (1990), “Pädagogik der Postmoderne”, p. 29.

Zu den strukturellen Spieldefinitionen von Huizinga, Caillois und Scheuerl:

  • Johan Huizinga (1938): “Homo Ludens.” S.15-22 (Niederländischer Kulturhistoriker)
    Freies Handeln; außerhalb des “gewöhnlichen” Lebens stehend; zeitlich-räumlich abgeschlossen und begrenzt; wiederholbar; spannend; regelhaft
  • Roger Caillois (1958): “Man, Play and Games.” S.9-10 (Französischer Soziologe und Philosoph)
    Free, separate, uncertain, unproductive, governed by rules, make-believe
  • Hans Scheuerl (1975): “Zur Begriffsbestimmung von Spiel und Spielen.” S.342-343 (Deutscher Erziehungswissenschaftler)
    Freiheit, innere Unendlichkeit, Scheinhaftigkeit, Ambivalenz, Geschlossenheit, Gegenwärtigkeit; Für die verschiedenen Erscheinungsformen des Spiels: Spieltätigkeit (Handlung), Spielablauf (subjektives Erleben), Spiel als Regelgebilde, Spielerische Tätigkeit (spielerisches Umdeuten/Verhalten)

Fragen:

  • Welche dieser Kennzeichen von Spielen sind entscheidender für ein Spiel, welche unwichtiger? Können Sie eine Rangfolge bilden?
  • Gibt es Spiele, auf die die Definitionen nicht (mehr) zutreffen?
  • Zu Scoyo: Die meisten Spiele im Übersichtsbereich ähneln sich in ihrem Ablauf, auch wenn die Ausführung von erster zu siebter Klassenstufe variiert (Ausnahme: 7. Klasse Kunst). Treffen die obigen definierenden Spieleigenschaften hier zu?
    Was macht Einheiten wie „Der fragwürdige Persönlichkeitstest“ (Deutsch 7) spielerisch?

Zwei Fragen zur Auswahl:

  • Huizinga: Inwieweit ist der ‚Spielverderber‘ (S.20-21) ein Bestandteil des Spiels und der Spielentwicklung? Kennen Sie Beispiele oder können Sie sich welche vorstellen?
  • Caillois: Inwieweit entfernt ‚Spiel‘ den Schleier des Geheimnisvollen?
    „It is meritorious and fruitful to have grasped the affinity which exists between play and the secret or mysterious, but this relationship cannot be part of the definition of play, which is nearly always spectacular or ostentatious. Without doubt, secrecy, mystery even travesty can be transformed into play activity, but it must be immediately pointed out that this transformation is necessarily to the detriment of the secret and mysterious, which play exposes, publishes, and somehow expends. In a word, play tends to remove the very nature of the Mysterious.“ – Caillois, „Men, Play and Games“, S.4

Spiel im Grenzbereich der Definition – durch Entgrenzung des Spiels?
Tom Toelle, ZDF (1970), “Das Millionenspiel”: http://www.youtube.com/watch?v=5Hn0YvSf7e4&

Filme mit dem Thema ‚Durchdringung von Realität und Spiel‘

Steven Stern (1982), „Mazes and Monsters“
David Cronenberg (1999), „eXistenZ“
David Fincher (1997), „The Game“

Kann man etwas aus Spielen lernen, die eigentlich keine Spiele sind?

Zu lesende Texte zum 1.11. stehen im Nachtrag zu dieser Sitzung.

Wey-Han Tan

Über Wey-Han Tan

Ich habe bis 2012 das eLearning-Büro der Fakultät EPB geleitet, lehre im Rahmen von Lehraufträgen in Hamburg, Köln und Helsinki. Seit 2012 bin ich im Universitätskolleg der UHH, Teilprojekt 32 - "Mentorenbegleitetes, akademisch-wissenschaftliches ePortfolio" beschäftigt. Thematisch kreist mein Interesse um Spiele im weitesten Sinne, in Kombination mit Kunst, Kultur und Bildung. Spiele, als dynamische Abbildungen, waren schon immer faszinierend für mich: Aus einfachen Regeln erwachsen komplexe Spielhandlungen, aus einfachen Geschichten ergreifende Dramen.
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