Praktikumsbericht: Abschlussreflexion

Im Folgenden möchte ich nun meine Abschlussreflexion über mein ISP an der Bugenhagenschule in Alsterdorf veröffentlichen. Zunächst ist zu sagen, dass mir das Praktikum weitgehend gut gefallen gefallen hat und ich mein besonderes Augenmerk in diesem Bericht auf das Jahrgangsübergreifende Lernen richten möchte.

Während des Praktikums habe ich aus folgenden Gründen ohne Beobachtungsbogen gearbeitet:

1) Mein Mentor ist ein Fachlehrer  arbeitet neben Wahlpflichtkursen, unterstützend in verschiedenen Klassen. Somit haben die Klassen und Kollegen ständig gewechselt.

2) Die Schüler und Schülerinnen haben in den meißten Fächern an Wochenplänen gearbeitet. Frontalunterricht hat sehr selten statt gefunden.

3) Ich habe versucht statt still in der Ecke zu beobachten, so viel es geht unterstützend mitzuarbeiten, da ich dadurch meiner Meinung nach wichtigere Erfahrungen sammeln konnte.

 

Die drei genannten Gründe finde ich allerdings auch gut so wie sie sind und ich denke nicht, dass mir dadurch wichtige Unterrichtsbeobachtungen entgangen sind. An meinen täglich verfassten Blogeinträgen kann man sehen, dass mir täglich unterschiedliche Dinge aufgefallen sind, die ich beobachten konnte.

Der jahrgangsübergreifende Unterricht war etwas, dass ich meiner gesamten Praktikumszeit in allen Klassen, bis auf einer beobachten konnte und was mich besonders beeindruckt hat. Die Theorie war mir bereits häufiger im Studium begegnet, weshalb es besonders spannend war, dies sehr gut funktionierend in der Praxis erleben zu können.

Am meißten gelungen habe ich den Unterricht in Mathematik empfunden, wie bereits an den Tagen: 2: http://blogs.epb.uni-hamburg.de/stephan/?p=88,  7: http://blogs.epb.uni-hamburg.de/stephan/?p=111 und 12  http://blogs.epb.uni-hamburg.de/stephan/?p=129 beschrieben. Die Klasse war sowohl räumlich, als auch aufgabentechnisch unterschiedlich beschäftigt. So gab es vom Prinzip vier unterschiedliche Lernniveaus: SuS aus den Klassen 4,5,6 und Inklusionskinder haben unterschiedlich anspruchsvolle Aufgaben bearbeitet. Vereinzelt kam es aber auch vor, dass ein Fünftklässler z.B. schon Aufgaben aus der sechsten Klasse bearbeitet hat, wenn er dazu in der Lage war. Diese Kinder haben an ihren Wochenplanaufgaben selbstständig gearbeitet und wurden von einem Lehrer betreut, während der andere Lehrer im Nebenraum den verschiedenen Lerngruppen nacheinander zu ihren aktuellen Aufgaben bzw. kommenden Aufgaben wichtige Inhalte erklärt hat

Im direkten Gespräch mit dem Mathelehrer habe ich erfahren, dass er die Vorgehensweise ebenfalls sehr gut findet, da sie für alle durch den gleichen Unterricht und das Bugibuch (vgl. http://blogs.epb.uni-hamburg.de/stephan/?p=88 )  total transparent ist. Des Weiteren hat er mir erzählt, dass er auf diese Art und Weise problemlos jederzeit in Parallelklassen unterrichten kann, ohne sich besonders auf den Stoff einstellen zu müssen.

Ein weiterer wichtiger Punkt in meinem Praktikum war der Schwimmunterricht. Wie in meinen Berichten beschrieben, habe ich einmal die Woche mit ca. 3-7 Schülern den Unterricht für die Nichtschwimmer gehalten. In meinem Sportstudium habe ich im Seminar: Schwimmen, viele interessante und hilfreiche Dinge zum Anfängerschwimmen gelernt. Daher war es sehr schön für mich, diese Methoden und Inhalte nun erstmalig in der Praxis erproben zu können. Die besondere Herausforderung für Lehrer im Anfängerschwimmen besteht meiner Meinung nach darin, dass die Kinder häufig Angst im Wasser haben, unterzugehen. Aus diesem Grund habe ich meinen Unterricht immer auf spielerische Art und Weise begonnen, um den Ort Schwimmbad und das Element Wasser möglichst mit positiven Emotionen zu verknüpfen. Aufbauend auf einer positiven Grundhaltung zum Schwimmen-lernen, haben die Kinder meiner Meinung nach bessere Vorraussetzungen zum Lernen.

Diese Meinung hat sich schließlich auch bestätigt und so war es für mich sehr besonders zu erleben, wie die Kinder in dieser kurzen Zeit enorme Fortschritte beim Schwimmen gezeigt haben. Die Schwierigkeiten zwischen spielerischem Lernen und gezielten Übungen sind an Tag 9  http://blogs.epb.uni-hamburg.de/stephan/?p=118   und Tag 14 http://blogs.epb.uni-hamburg.de/stephan/?p=138     nachzulesen. Insgesamt hat mir der Schwimmunterricht sehr viel Spaß und viele interessante Erfahrungen geboten.

Der dritte äußerst interessante Part für mich, war für mich das Unterrichten von Sexualkunde in der Stufe 2. Der Sexualkundeunterricht fordert meiner Meinung nach ein hohes Maß an Empathie aber auch an Offenheit und Ernsthaftigkeit des Lehrers. Meine Aufgabe war es ja wie beschrieben mich um die Jungen der Klasse Fünf und Sechs zu kümmern. Die Herangehensweise dafür war mir von meinem Mentor vorgeschrieben. Die Schüler sollten ihre Fragen zum Thema zunächst vorformulieren, dann auf Oberthemen spezialisieren und diese dann mit meiner Hilfe und durch Literaturrecherche beantworten. Am Ende haben sie die Möglichkeit bekommen ihre Ergebnisse der gesamten Klasse zu präsentieren, was sie schließlich auch getan haben haben. Geaneuer beschrieben habe ich die Unterrichtsstunden an den Tagen 7 http://blogs.epb.uni-hamburg.de/stephan/?p=111   ,Tag 8  http://blogs.epb.uni-hamburg.de/stephan/?p=115   , Tag 12 http://blogs.epb.uni-hamburg.de/stephan/?p=129  und  Tag 13 http://blogs.epb.uni-hamburg.de/stephan/?p=133

Insgesamt bin ich sehr gut mit meinem Praktikum zufrieden, was sicherlich mit dem interessanten Konzept der Bugenhagenschule   (http://www.bugenhagen-schulen.de/bugenhagenschulen_2C29D3CF55CF4C9FB6362399DCDA66D3.htm) und den Möglichkeiten des Unterrichtens in meinem Praktikum verbunden ist.

Am Ende habe ich mich noch mit Literatur von Reinhold Christiani: „Schuleingangsphase: neu gestalten “ und Diemut Kucharz / Matthea Wagener: „Jahrgangsübergreifendes Lernen“ beschäftigt und die Inhalte zum Jahrgangsübergreifenden Lernen mit meinen Erfahrungen verglichen.

Kucharz und Wagener beschreiben in ihrem Buch, dass Studien nachgewiesen haben, dass der jahrgangsübergreifende Unterricht keine wesentlichen Fortschritte in der Schulleistungsentwicklung zeigen, aber im sozialen Miteinander schon deutliche Verbesserungen im Vergleich zu homogenen Lerngruppen bezogen auf das Alter, zu erkennen sind.

In meiner Praktikumszeit konnte ich bezogen auf die Leistungen der Schüler ebenfalls keine Unterschiede zu Klassen die nicht jahrgangsübergreifend sind erkennen. Meiner Meinung nach aber auch der soziale Aspekt des Jahrgangsübergreifenden Unterrichts wesentlich wichtiger. Dazu muss ich außerdem äußern, dass mein Eindruck im Praktikum ein stärkerer war, als im Buch beschrieben. Ich habe häufig beobachten können wie Kinder positiv, rücksichtsvoll und hilfreich miteinander in Interaktion getreten sind, wenn es darum ging sich gegenseitig zu helfen.

Weiterhin werden im selben Buch Aussagen zum Jahrgangsübergreifenden Lernen von Lehrern gemacht, die sich weitgehend mit den Aussagen der Lehrer an meiner Schule decken. Im Buch wird geschrieben, dass die Lehrer den jahrgangsübergreifenden Unterricht empfehlen, da er die Schuleingangsphase erleichtert, zu einer größer und länger andauernden Lernfreude führt und den Lehrern eine größere Berufszufriedenheit schafft.

Christiani schreibt in seinem Resümee über Jahrgangsübergreifenden Unterricht, dass das Konzept ständiger Evolution bedarf, schulische Offenheit fordert und unterschiedliche Lernwege erkannt werden müssen um Leistungsfortschritte durch diese herangehensweise zu erzielen. Ich finde, dass diese Punkte ohnehin von Schule und Lehrer gefordert sind und erfüllt werden sollten und kann den Bezug auf das Jahrgangsübergreifende Lernen daher nicht erkennen. Meine Erfahrungen im Praktikum haben mir wie bereits beschrieben gezeigt, wie das beschriebene konzept funktionieren kann. Daher bleibe ich immernoch vont der Erkenntnis überzeugt, dass Leherer, Schule und Kinder in besonderer Weise zusammenwirken müssen, um erfolgreich zu Lernen und zu Lehren.

 

Literatur:

Reinhold Christiani (Hrsg.) : Scguleingangsphase: neu gestalten 2004 Berlin Cornlesen Verlag Scriptor GmbH & Co. KG

Tag 16 letzter Tag / Abschlussgespräch / Projekt Sexualkunde

Heute war mein letzter Tag an der Bugenhagenschule. Die Zeit verging sehr schnell. Mein Praktikum ging nur 16 Tage statt 20, weil ich die ersten vier Tage krank war. An Stunden habe ich aber mehr als gefordert geleistet.

Der Tag begann also mit dem Auswertungsgespräch, basierend auf unseren Bögen. Es stellte sich schnell heraus, dass es nur minimale Abweichungen gab, die aber nicht größer als 0,5 waren. Ich war froh das mein Mentor eine ähnliche Ansicht wie ich hatte, was mich aber nicht so sonderlich überrascht hat, da wir im Praktikum stets einen offenen Austausch gepflegt haben.

In den letzten beiden Stunden ging es ein letztes Mal in die Klasse, in welcher ich am häufigsten war. Ein letztes Mal ging ich mit den Jungen vor die Tür und habe mit ihnen ihre Leitfragen so ausgearbeitet, dass sie sie am Ende der gesamten Klasse präsentieren konnten. Ich war nochmals beeindruckt, von der Herangehensweise der Jungen. Sie haben das Thema komplett ernst und interessiert behandelt und auch gut vorgestellt. Einigen war es unangenhemer als anderen, über dieses Thema zu referieren was ich aber ganz normal finde. Jeder hatte auch die Möglichkeit nichts zu sagen. Nach dem Vortrag wurden noch Fragen gestellt.

Am Ende konnte ich mich noch von der Klasse verabschieden. die Zeit ging sehr schnell vorbei und ich bin sehr froh nach diesem Praktikum weiter sagen zu können, dass ich gerne Lehrer werden möchte und in sofern durch dieses Praktikum erneut bestärkt wurde.

Tag 15: Deutsch / Englisch

Der Tag heute begann mit 3 Stunden Deutsch. Die Kinder hatten die erste Stunde freie Arbeitszeit. Das bedeutet, dass sie mit der Lehrerin besprochen haben, woran sie arbeiten und haben sich dann eine Stunde selbst beschäftigt.

Im Anschluss habe ich mit zwei Kindern gearbeitet, die an eigenen Geschichten arbeiten sollten. Beide hatten noch nicht viel zu Papier gebracht. Ich sollte ihre Geschichten am PC abschreiben und ausdrucken und ihnen zuvor beim Ausformulieren ihrer Gedanken helfen. Dies hat sehr gut funktioniert und es sind tolle Geschichten zu Stande gekommen.

Im Englischunterricht habe ich bei zwei unbekannten Lehrerinnen zugeschaut. Als erstes wurde mit der gesammten Klasse das Spiel „Simon says“ gespielt. (http://de.wikipedia.org/wiki/Simon_says_%28Spiel%29) Im Anschluss haben die Kinder mit Bildkarten ein Gedächtnis- und Schreibtraining gemacht. Die Bilder wurden zuerst gezeigt und von den Kindern benannt -> Dann hatten sie kurz Zeit sich die Bilder einzuprägen -> dann wurden die Bilder weg genommen und die Kinder sollten die gemerkten Bilder an die Tafel schreiben. Alle zwanzig Bilder wurden erraten. Nun wurde der Unterricht getrennt. Die Viertklässler sind in den Nebenraum und der Rest ist in der Klasse geblieben. Ich war mit dem Rest und einer Lehrerin im Klassenraum. Der rest der Stunde bestand zunächst daraus, dass die Kinder in ihrem Workbook gearbeitet haben. Dabei habe ich sie unterstützt und hier und da geholfen. Am Ende war das Thema Geburtstag und die Kinder sollten sich gegenseitig dran nehmen und fragen, was sie einander für ein Geschenk machen würden.

Tag 14 Orgabesprechung / Projektpräsentation / Schwimmunterricht / WPK: IT

Nachdem ich am Morgen in der Teambesprechung der zweiten Stufe saß, ging ich in den Projektunterricht. Im Projektunterricht war heute erneut Abschlusspräsentation. Das erste Dreierteam hat eine Präsentation über Wirtschaft und Tourismus in Deutschland gehalten. Ein sehr schwer greifbares Thema für Kinder, wie ich fand. Dennoch hat die Gruppe es gut geschafft, den anderen zu erklären, z.B. was Rohstoffe eines Landes sind und was es einem Land bringt diese zu haben. Außerdem wurden einige Fakten über Deutschland bekannt gegeben. Interessant für mich zu beobachten, wie die Kinder schwierige Themen gemeinsam mit den Lehrern auf eine greifare Ebene projezieren.

Nach dem Mittagessen habe ich erneut die Schwimmstunde mit den Anfängern gehalten. Da viele Kinder erkrankt waren und nicht mitschwimmen konnten hatte ich die Möglichkeit, die niedrige Teilnehmerzahl zu nutzen und Schwimmübungen mit Flossen machen. Die Kinder hatten viel Spaß und vor allem Erfolgserlebnisse, da der richtige Einsatz von Flossen das Schwimmen ja erheblich vereinfachen kann. Ich habe verschiedene Übungen zur Armbewegung beim Brustschwimmen gemacht. Die Stunde lief sehr gut.

Am Nachmittag habe ich gemeinsam mit meinem Lehrer den WPK IT Kurs gehalten. Es war wieder die Stunde, mit den Anfängern. Die Kinder durften weiter in Powerpoint experimentieren und das Niveau war sehr unterschiedlich. So kam es, dass viele Kinder ständig fragen hatten, weil sie einfach unsicher waren und sich noch nicht auskannten. Die Methode ist aber, dass die Kinder durchs Ausprobieren lernen sollen. An den anderen Kursen habe ich ja gesehen, dass dies auch gut funktioniert. interessant ist wirklich, dass die Kinder in ihrem ersten Computerkurs dort ohne Vorkenntnisse kommen. Ich hätte gedacht, dass Kinder heutzutage mit enorm vielen Computerkenntnissen in die Schule kommen. Dies ist an der Burgenhagenschule nicht der Fall.

Tag 13: WPK: IT / Projekt: Sexualkunde

Die erste Stunde hatte ich WPK IT Unterricht. Ich habe unterstützend mitgearbeitet und einem Schüler in Word gezeigt, wie man die Tabellenfunktion nutzen kann. Dafür habe ich ihm zunächst die Grundlagen gezeigt und dann die Aufgabe gegeben, seinen Stundenplan zu erstellen.

Ich gab ihm außerdem die Aufgaben, den Stundenplan richtig zu formatieren, also die oberste Zeile fett zu machen, gleiche Fächer farbig zu markieren usw. Die Aufgabe hat nicht sonderlich gut funktioniert, da der Schüler immer wieder nachgefragt hat, wie bestimmte Dinge gehen. Es wäre sicher von Vorteil gewesen, wenn ich ihm eine Anleitung geschrieben hätte. Ich bin davon ausgegangen, dass es so laufen würde wie immer bisher, nämlich das ich jemandem entsprechende Schritte am PC zeige und er diese sofort übernehmen würde. Heute wurde ich eines besseren belehrt. Dennoch stand am Ende der Großteil des Stundenplans und wir haben abgemacht, dass er in der nächsten Stunde noch Cliparts hinzufügen kann und alles optisch seinem Geschmack anpassen kann.

 

Im Projekt Sexualkunde hat die Lehrerin mit der Klasse im Sitzkreis über sexuelle Gewalt gesprochen. Dafür hatte sie ein Arbeitsblatt vorbereitet, auf dem es darum geht was Katzen machen wenn sie etwas nicht mögen. Auf diese Weise hat das Gespräch dazu geführt, dass es darum ging was die Kinder machen können, wenn ihnen etwas nicht gefällt.

Nach der Gesprächsrunde sind die Viertklässler mit der Sozialarbeiterin im Nebenraum gewesen, die Klassenlehrerin mit den Mädchen im Klassenraum und ich mit den Jungen vor der Tür. Mein Mentor musste Vertretungsunterricht in einer anderen Klasse übernehmen, weshalb ich seine eigentliche Arbeit übernehmen konnte. Ich habe mit den Jungs besprochen, dass sie ihre formulierten Leitfragen, mit Antworten nun zu einem Fließtext formulieren sollen. Dabei habe ich eine aus meiner Sicht passende Gruppeneinteilung gewählt, sodass diese Texte in Zweiergruppen bearbeitet werden können. Nebenbei habe ich Fragen der Jungs beantwortet.

Tag 12: Mathe / Projekt Sexualkunde

Heute waren in der Schule beinahe die Hälfte der Lehrer erkrankt, weshalb ich mich als Unterstützung anbieten konnte.

So habe ich in der ersten Stunde direkt Mathe unterrichtet. Ich war zwar nicht darauf vorbereitet, aber da die Klasse an ihren Wochenplänen gearbeitet hat, konnte ich sie unterstützen und für Ruhe sorgen. Das Thema war größtenteils wieder Bruchrechnung. Die meißten Kinder haben das Kürzen, bzw. erweitern geübt. Dabei habe ich sie unterstützt und nachher ist mir aufgefallen, dass mir solche Aufgaben nun wesentlich leichter fallen, als zu Beginn.

Im Projekt Sexualkunde habe ich die Jungsgruppe übernommen. Die Jungen haben Leitfragen zum Thema Sexualität formuliert und sie in einer Gruppenarbeit beantwortet. Ich habe die Gruppe betreut und ihnen bei der Beantwortung der Fragen geholfen. Im Anschluss kam ein Gespräch auf, indem mich die Jungen einige Fragen zu AIDS, sexueller Gewalt und Geschlechtsverkehr gefragt haben. Das Gespräch war sehr vertrauenswürdig, was mich beeindruckt hat, dass die Kinder scheinbar ein Bedürfnis hatten mit mir zu reden. Ich musste emphatisch reagieren und ihre Fragen zufriedenstellend beantworten und selber Grenzen setzen zu Dingen die sie meiner Meinung nach noch nicht wissen müssen, bzw. ein Verständnis dafür aufbringen können. Die Kinder haben mich gefragt, ob ich morgen wieder Zeit für sie hätte und die Stunde hat mir insgesamt viel Spaß gemacht, weil es eben auch ein herausforderndes Thema ist, dass gewisse Eigenschaften vom Lehrer erfordert.

Tag 11: WPK IT / MUG / Deutschunterricht

Die erste Stunde habe ich im Computerraum in einer IT Stunde hospitiert. Eine Schülerin sollte heute mit der Einarbeitung von Word starten. Dabei war es meine Aufgabe sie zu begleiten. Sie hat mir vorgeschlagen, eine Geschichte zu schreiben. ich fand die Idee gut und habe ergänzt, dass ich ich Basics wie Schriftart, Größe, Absätze usw. nebenbei zeige.

Ich habe sie dann immer eine Zeit schreiben lassen und ihr dann immer etwas neues zwischendurch gezeigt. mein Mentor findet es für die Kinder nicht so schön, wenn man die gesamte Zeit neben einzelnen Schülern sitzt, um ihnen etwas zu zeigen und da ich diese Ansicht teile, habe ich mich zwischendurch auch mit anderen Schülern (die allerdings alle selbstständig gearbeitet haben) beschäftigt.

 

In der nächsten Stunde habe ich bei einem mir bisher unbekannten Lehrer im MUG Unterricht hospitiert. Eine neue Erkenntnis war für mich heute, dass an der Bugenhagenschule ein Zweig von Klassen läuft, wo die Kinder keinen jahrgangsübergreifenden Unterricht bekommen. So habe ich heute an einer „normalen siebten Klasse“ zugeschaut. MUG ist ein Fach, indem sich die Kinder unter anderem mit Geographie, Erdkunde oder Biologie beschäftigen. In der Unterrichtsstunde ging es um die unterschiedlichen Klimazonen der Erde.

Da die Kinder in der nächsten Woche eine Klausur schreiben war die Aufgabe, dass sich jeder eine Frage zum Thema ausdenken sollte, welche der Lehrer dann eingesammelt hat. Die formulierten Fragen sollen die spätere Grundlage für die Klausur darstellen. Die Fragen wurden im Anschluss gemeinsam in der Klasse beantwortet.

Weiterhin ist mir aufgefallen, dass der Lehrer eine sehr ruhige Ausstrahlung hatte und weniger autoritär argiert hat. Das hatte allerdings auch zur Folge, dass ein sehr hoher Geräuschpegel in der Klasse herrschte. Dder Lehrer wirkte allerdings sehr gelassen und auch die Kinder schienen zufrieden mit dem Unterricht zu sein. Interessant war für mich die Beobachtung, welche Auswirkungen die Lärmtolleranz bzw. allgemeine Erscheinung des Lehrers auf die Schüler hat.

 

Die letzten beiden Stunden war ich in der selben Klasse und habe beim Deutschunterricht bei einer mir ebenfalls unbekannten Lehrerin zugesehen. Die Kinder haben eine Klassenarbeit wiederbekommen. Die weitere Stunde bestand daraus, dass die Kinder ihre Berichtigung gemacht haben. Im Folgenden haben die Kinder eine Aufgabe zu Statistikbeschreibung bekommen und Gruppenarbeit gemacht. In der gruppenarbeit sollten die Kinder einen Einleitungssatz zu einer statistischen Abbildung schreiben. Am Ende der Stunde wurden die Ergebnisse vorgetragen und sich gegenseitig verbessert.

Tag 10 Deutschunterricht / Projektpräsentation Deutschlandkunde

Der Morgen begann heute bereits um 07:30 Uhr mit der Frühaufsicht. Von 07:30 bis 08:00 Uhr hatte mein Mentor Frühaufsicht, was bedeutet Klassen und die Schule aufzuschließen und die erste halbe Stunde vor dem Unterricht als Ansprechpartner vor Ort zu sein. Aufsichten, Besprechungen usw. gehören zum Lehrerberuf selbstverständlich dazu, weshalb ich auch diese Dinge kennenlerne.

Um 08:00 Uhr waren wir dann zusammen in der Stufe 2 im Deutschunterricht für 3 Stunden. Die Kollegion war krank, weshalb wir beide alleine waren. Glücklicherweise bin ich in der dritten Woche nun in der Lage meinem Lehrer etwas unter die Arme zu greifen. So haben sie die erste Viertelstunde sehr diszipliniert an ihren Geschichten geschrieben. Die Methode nennt sich „15-Minuten schreiben“.

Die Kinder verfassen Abschnitte und es gibt am Ende der Abschnitte immer zwei Möglichkeiten zu wählen. Z.B.: ….Ich hörte Stimmen im Haus und rannte herunter. Unten stand ein unbekannter Mann im Dunkeln.

-> Ich haue dem Mann auf den Kopf (Lese weiter auf Seite 2)

-> Ich schalte das Licht an (Lese weiter auf Seite 5)

Die Kinder schreiben beide Verläufe auf und nach den 15 Minuten dürfen einzelne vorlesen. Es wird dann immer abgestimmt, auf welcher Seite weitergelesen werden soll.

Die Kinder schienen die Methode gemocht zu haben, wobei ich auch beobachten konnte wie einzelne Schüler in den 15 Minuten nicht einen Satz zu stande gebracht haben. Dies schien aber in Ordnung zu sein. Es ist schwierig zu beobachten, ob immer die selben Kinder vorlesen oder nicht, da ich in meiner bisherigen Praktikumszeit nun das erste Mal am Deutschunterricht teilgenommen habe.

Nach dem Vorlesen bekamen die Kinder 5 Minuten Pause, in denen sie mal auf die Toilette gehen dürfen oder von ihrem Brot abbeißen dürfen.

Als nächstes haben die Kinder am „Norbert“ weitergearbeitet. Zu Beginn des Themas haben sich die Kinder alle gemeinsam einen Character ausgedacht, der bestimmte Eigenschaften, Vorlieben, Verhalten, Aussehen usw. hat. In einzelnen Gruppen arbeiten die Kinder nun an einem gemeinsamen Kurzroman und schreiben Geschichten mit Norbert. Leider konnte ich bisher noch keine Ergebnisse hören, doch anhand der Ergebnisse des 15-Min- Schreibens kann man erahnen, dass die Ergebnisse sehr anspruchsvoll sind.

Die Kinder bekommen nach der halben Stunde wieder 5 Minuten Pause. Diese Pause erachte ich als sehr sinnvoll und die Kinder finden auch wirklich immer danach wieder zurück in den Unterricht.

Als letztes haben die Kinder mit ihrer Wörterklinik gearbeitet. Die Wörterklinik besteht aus unterschiedlichen Fächern. In diesen Fächern befinden sich Karten, mit Wörtern drauf, die sich die Kinder kurz anschauen. Anschließend schreiben die Kinder das Wort auf. Wenn es richtig geschrieben ist, dürfen sie die Karte ein Fach weiter nach oben legen. Der Kartenkasten besteht aus fünf Fächern. Sind alle Karten im obersten Fach, werden die Kinder von Mitschülern abgefragt. Alle Wörter die richtig gerschrieben wurden werden aus dem Kasten aussortiert. In regelmäßigen Abständen bekommen die Kinder neue Karten.

 

 

Projektpräsentation Deutschkunde

In der Projektstunde hat die erste Gruppe zur DDR präsentiert. In der Klasse waren mein Lehrer und ich gemeinsam mit einer Lehrerin die ich zuvor im Unterricht noch nicht gesehen hatte. Auffalend war, dass sie einen anderen Ansatz der Methodik hatte. Die Kinder wurden bei ihren Vorträgen direkt unterbrochen, wenn sie etwas falsches gesagt haben. Mein Lehrer hätte sicherlich zuerst den Vortrag angehört und dann Korrekturen vorgenommen. Insgesamt herrschte eine andere Lernathmosphere als sonst in den anderen Klassen.

Es wurde mehr ermahnt, war aber auch nicht so diszipliniert wie in anderen Klassen, was laut Aussage meines Lehrers daran liegt, dass die Lehrerin, die hauptsächlich in der Klasse ist vieles einfach zulässt. Sie geht auch mit Lautstärke und Umgang anders um. Für mich war es interessant zu sehen, wie unterschiedlich hier die Herangehensweise sein kann.

Im Folgenden wurde noch das Thema Eiszeit und die Entwicklung von Deutschland vom Kaiserreich bis heute beschrieben.

Die Inhalte der Präsentationen waren meiner Meinung nach sehr anspruchsvoll. Die Kinder schienen viele Informationen mitgenommen zu haben, was ich sehr beeindruckend fand. Die Lehrer haben im Nachhinein kleine Diskussionen angeregt und zusätzliche Informationen gegeben.

Tag 9 Orgabesprechung / Projekt Deutschland / Schwimmunterricht / WPK IT

Der Tag begann mit der Jahrgangsstufenbesprechung der Lehrer. Hier wurde ledeglich organisatorisches besprochen.

Im Anschluss war ich in einer mir unbekannten Klasse. Die Klasse war ebenfalls eine zweite Jahrgangsstufe und hat am Projekt Deutschland gearbeitet. Schnell stellte sich raus, dass die meißten Schüler und Schülerinnen noch nicht mit ihrem Plakat fertig waren, obwohl die vorgegebene Zeit bereits überschritten war. So durften einige Kinder ihr Plakat fertig stellen und die bereits fertigen Schüler sollten Aufgaben aus anderen Fächern lösen.

So habe ich einige Kinder unterstützt ihre Plakate fertig zu stellen und anderen ihre Fragen in Mathe beantwortet. Die Klasse gilt als leistungsstärkste Klasse, was mich verwundert hat, da es am Anfang ziemlich unruhig war. Als die Stunde dann begann wurde es tatsächlich bis auf einige Ausnahmen sehr arbeitsintensiv.

 

Als nächstes habe ich erneut den Schwimmunterricht für die Anfänger gehalten. Ich hatte mir einige Übungen überlegt und habe mich heute darauf konzentriert den Schwimmunterricht spielerischer als beim letzten Mal zu gestalten. Der Grund dafür war, dass die Nichtschwimmer beim letzten mal recht unmotiviert gewesen sind und daher meiner Meinung nach einen Motivationsschub benötigt haben.

Das Ergebnis meiner Planung war jedoch, dass genau dieses Ziel für einige Schüler sehr hilfreich war und andere eher noch mehr vom tatsächlichen Schwimmen abgehalten hat. Denn genau diese Kinder die sowieso schon sehr unmotiviert waren, hatten dann noch weniger Lust sich zwischendurch wieder diszipliniert ihren Schwächen zu widmen. Das nächste Mal muss ich also evtl. in meiner Planung berücksichtigen, dass der Übergang zwischen Spiel und Unterricht fließender ist bzw. noch mehr verknüpft werden sollte.

 

In der letzten Stunde im Wahlpflichtkurs IT hatten wir nun die Klasse, die erst zum zweiten Mal im IT Unterricht waren. In der letzten Stunde wurde ja wie bereits beschrieben „nur“ Theorie gemacht und die Kinder durften noch nicht an die Computer.

In der heutigen Stunde durften sie dann an die Computer und der Inhalt der Stunde war es zu lernen wie man sich einloggt, wie man seinen eigenen Ordner erstellt und ihn umbenennt und anschließend die ersten Schritte im Programm Powerpoint.

Die ersten Versuche der Schüler am Computer waren für mich sehr überraschend. ich hatte damit gerechnet, dass die oben beschriebenen Themen für die Schüler sehr einfach wären und das dies heutzutage bereits selbstverständlich für die Schüler wäre. Ich wurde aber eines besseren belehrt und so konnten ledeglich drei Kinder die geforderten Inhalte. Der Rest musste wirklich vom Lehrer Schritt für Schritt erklärt werden und hat viel Geduld der Kinder gefordert. Sehr interessant fand ich, dass die Kinder die letzte Viertelstunde einfach frei im Powerpoint experimentieren durften. Zuvor mussten sie alle gemeinsam Schritt für Schritt die Anweisungen befolgen und am Ende durften sie sich völlig frei beschäftigen. Nach etwas Überlegung ist mir aufgefallen, dass ja auch nichts großartig passieren kann, solange die Kinder im Programm bleiben. Bei allen anderen Schritten (wo sie sich z.B. im öffentlichen Schulnetzwerk bewegt haben) hätten viele ungewollte Dinge passieren können, aber im Programm nicht.

Genau das haben die Kinder im Anschluss in der Reflexionsrunde als sehr angenehm rückgemeldet.

 

Als letztes möchte ich noch eine interessante Beobachtung beschreiben. Der Kurs hat einen Schüler mit Förderbedarf, der schtlich Probleme hatte, den Anweisungen zu folgen. Ohne einen Hinweis des Lehrers hat ein Schüler, der neben ihm saß ihn super unterstützt. Diese Unterstützung lag nicht darin, dass er einfach alle Aufgaben für ihn übernommen und ausgeführt hat, sondern ihm genauer erklärt hat was zu tun ist. Das fand ich sehr beeindruckend und ein schönes Beispiel dafür, wie gut Inklusion funktionieren kann.

Tag 8 WPK IT / Projekt Sexualkunde

Im Wahlpflichtkurs IT hatte ich mich für den Tag vorbereitet in der Stunde eine Einheit zum Programm Word zu halten. Ursprünglich sollte das Thema die Tabellenfunktion und damit verbunden das selbstständige Erstellen eines Stundenplans werden. Als ich dann morgens in der Klasse war, stellte sich heraus, dass nur ein Schüler vor Ort war, der mit Word arbeitete. Der Rest war aufgrund einer Sonderveranstaltung nicht im Unterricht. So wurde meine geplante Stunde kurzerhand geändert und wird nun möglicherweise verschoben.

Auf diese Art und Weise habe ich meinem einen Schüler die Aufgabe gegeben, mit Word eine Geburtstagseinladung zu erstellen. So habe ich ihm also bei gebracht, wie man in Word Cliparts einfügt, Word-Art benutzt, mit verschiedenen Ebenen arbeitet, Formen und Textfelder erstellt.

Ich habe die Stunde so gehalten, dass ich ihm nach und nach Dinge gezeigt habe, die ich ihn dann selbstständig probieren lassen habe.

Am Ende hatte er seine persönliche Einladung gestaltet und laut eigener Aussage einige neue Dinge in Word gelernt.

 

 

Im Projekt Sexualkunde wurde heute an den Leitfragen weiter gearbeitet. Die Mädchen haben ihre Leitfragen verfasst und da die Jungen bereits damit fertig waren, durften sie sich selbstständig mit Büchern zum Thema beschäftigen. Die Schüler und Schülerinnen haben sehr selbstständig gearbeitet. In der nächsten Stunde sollen die Jungen mit dem männlichen Lehrer und mir ihre Fragen klären und die Mädchen mit ihren Fragen mit einer Lehrerin ins Gespräch kommen.