Resümee

Das Seminar begann damit, dass wir uns die Frage gestellt haben weshalb ein wissenschaftliches Studium sinnvoll bzw. notwendig ist. Deshalb haben wir uns auch mit dem Text von Koller über die Auseinandersetzung mit Grundbegriffen und Theorien befasst. Er stellt dabei heraus, dass das pädagogische Handeln nicht anhand einer Anleitung zu lernen sei, sondern, dass die Entwicklung von Reflexionskomeptenz dafür entscheidend ist.

Der Text von Wolf Dieter Narr hat dazu angeregt sich das Studium zu Herzen zu nehmen und sich weiterzuentwickeln. Besonders bedeutend für mich war dabei, dass er dazu ermutigt über den eigenen Tellerrand zu schauen, Vorlesungen fremder Fächer zu besuchen und somit die Studierlust zu steigern. Das Zitat ‚ Packen Sie’s mit Verstand, Mut und Skepsis an.‘ drückt dies sehr gut aus.

In den folgenden Sitzungen haben wir dann unterschiedliche Begriffe und verstärkt die Medienthematik behandelt.

Den Einstieg bildete die Thematik der Sozialisation. Dabei wurden die Interaktionstheorie, die Milieutheorie und die Rollentheorie genauer vorgestellt. Auch diese Themenwahl empfand ich als passend, da auf diese Weise der Zusammenhang von individueller Entwicklung zur Integration in die Gesellschaft geschaffen wurde. Infolgedessen haben wir die Rolle der Medien bei der Sozialisation analysiert. Die Behandlung dieser Thematik ist meiner Ansicht gerade für Pädagogen von großer Bedeutung. Obwohl ich selbst keine pädagogische Laufbahn anstrebe, denke ich, dass dies aufgrund der fortschreitenden Entwicklung von allgemeiner Bedeutung ist.

Die unterschiedlichen Perspektiven auf Medien sind von zentraler Bedeutung. Inwieweit wirken Medien auf den Menschen ein, inwieweit nutzt der Mensch die Medien verantwortungsbewusst? Diese Fragen sind meiner Ansicht sehr interessant. Daraus ergibt sich außerdem die Frage ob der Mensch medienkompetent ist bzw. wie er diese Kompetenz erlernt.

Im weiteren Verlauf haben wir die allgemeinere Bedeutung von Medien betrachtet, sowie die Verständnisse von Kommunikation. Die Medien als Form der Kommunikation stechen dabei hervor, da sie die vorherigen Ansätze miteinander verbindet.

Den Abschluss des Seminars bildeten die Behandlung der Begriffe ‚Erziehung‘ und ‚Lernen‘. Bei der Erziehung behandelt Marotzki die Ansätze ob sie aktiv kontrolliert werden sollte, oder passiv Reize gesetzt werden solten. Das Ziel aller Ansätze ist jedoch die Mündigwerdung des Kindes, sodass es sich verantwortungsbewusst verhält und selbstständig wird. Der Begriff ‚Lernen‘ wurde wiederum von unterschiedlichen Persepktiven aus untersucht. Grundlegend ist dabei der Zusammenhand von Reiz und Reaktion. Allerdings empfand ich diese Thematik als eher uninteressant.

Obwohl ich selbst keine Lehramtstätigkeit angehe, waren die Inhalte des Seminars auch für mich sinnvoll, da sie allgemeine Kommunikationsprozesse und die Bedeutung von Medien beinhaltet haben. Diese sind meiner Ansicht nach nicht nur innerhalb der Erziehungswissenschaft, sondern auch innerhalb der Gesellschaft wichtig.

Lernen

Der Begriff ‚Lernen‘ ist ein grundlegender der Erziehungswissenschaften. Es sei jedoch angemerkt, dass nicht nur innerhalb einer Institution wie Schule gelernt wird, sondern auch außerhalb dieser und Lernen ein fortlaufender Prozess ist. Über die Rolle des Lernens innerhalb der Pädagogik gibt es unterschiedliche Theorien. Im Folgenden soll eine davon genauer vorgestellt werden.

Klassische verhaltenstheoretisch ausgerichtete Theorien und Modelle:

Der Behavorismus versteht das Lernen als Abfolge von Reiz und Reaktion. Dabei wird das Verhalten je nach Bedarf bestätigt oder korrigiert. Das Verstärkungslernen beschreibt das Entstehen von Verhaltensmustern durch Verstärkung. Anders ausgedrückt könnte hier auch von Training die Rede sein, das zum Erlernen von Verhaltensweisen führt. Dies geschieht auch innerhalb der Familie und wird als positiv für weitere Bereiche wie z.B. dem Sport angesehen. Dennoch weist diese Theorie auch Grenzen auf, die anhand dreier Kritikpunkte erwähnt werden:

1. Menschliches Lernen wird zu vereinfacht dargesellt (mechanistischer Charakter)

2. Die komplexen Lernprozesse können nicht ohne innerpsychische Vorgänge erklärt werden.

3.  Der Mensch kann nicht als reines derministisches ‚Wesen‘ angeshen werden, da ihm immer die Möglichkeit gegeben ist sich anders zu verhalten.

Der Pädagoge John Dewey erkannte im behavioristische Handlungsmodell das Fehlen eines Zusammenhangs zwischen Reiz und Reaktion, da sie voneinander getrennt betrachtet werden, zudem sei der Reiz selbst eine Handlung. Dewey führt dies weiter aus. Der Reiz ist ein hochkomplexes Konstrukt, das Wahrnehmung und Handlung umschließt. Dabei spielen vorangemachte Erfahrungen einer weitere prägende Rolle. Reiz und Raktion werden somit zu Funktionen innerhalb eines Handlungszusammenhangs.

Der Behaviorismus kann also nicht für komplexe Lernsituationen als Erklärung herangezogen werden, sondern nur auf bestimmte Lernprozesse bezogen werden.

Konstruktivistisch ausgerichtete Lerntheorien und Modelle:

Reiz und Reaktion haben ihre Aufgabe darin eine Handlung aufrechtzuerhalten. Dabei wird wiederum in geschlossene und unterbrochene Handlungskreise unterschieden. Die Unterscheidung geschieht über die bewussten Reize und Reaktionen (unterbrochene Handlungskreise). Der systemische Ansatz geht im Gegensatz zum Behaviorismus von einem Selbststeuerungsprozess des Lernenden aus. Der konstruktivistische Ansatz ist somit das Gegenstück zum behavoristischen Lernen.

Situations-, lebenslauf- und biographieorientierte Theorien und Modelle:

Der situative Ansatz versteht das Denken als einen Aspekt der sozialen Praxis, somit wird durch ‚überindividuelle‘ Strukturen gelernt. Der biographische Ansatz fügt dem Erlernen den Erfahrungsgewinn und Verständnis hinzu.

Clubb of Rome:

Auch der Club of Rome hat sich zu dem Thema Lernen Gedanken gemacht und dabei auch das verhältnis von Bildung und Lernen betrachtet. Er spricht den Lehrern dabei die Hauptverantwortung zu. Dies wiederum wird natürlich kritisiert, aber der gesellschaftliche Bezug der pädagogischen Arbeit bleibt bestehen.

Lernen mit neuen Informationstechnologien:

Inwieweit der Einsatz von Computern eine Verbesserung des Lernens ermöglicht wird kontrovers diskutiert. Papert stellt sich diesbezüglich die Frage ob die Schule noch ein Lernort bleibt, wodurch diese unter Legitimationsdruck gerät. Deshalb wird versucht das Internet in den schulischen Lernprozess einzubinden, wodurch sie jedoch auch die Art und Weise zu Lernen verändert. Die zwei erwähnten Aspekte sind die Individualisierung und Problemoreintierung von Lernprozessen und die neuen Kommunikations- und Partizipationsräume.

Erziehung

Erziehung ist ein grundlegender Aspekt der Erziehungswissenschaft für den es unterschiedliche Ansichtsweisen gibt. Im Folgenden sollen diese von Marotzki dargestellten zusammengefasst werden.

Bei der Thematik der Erziehung lässt sich in die Erziehung als spezielle Form direkter Einwirkung und als Sich-Entwickeln unterscheiden:

Erstere beschreibt die Instruktionspädagogik, die auf Befehl und Gehorsam basiert, um den Einzelnen in fden Dienst der Gemeinschaft zu stellen. Der Erzieher kontrolliert und formt das Verhalten des ‚Zu-Erziehenden‘.

Beim ‚Sich-Entwickeln‘ geht es dahingegen um einen möglichst vollständigen Verzicht der Einflussnahme auf den ‚Zu-Erziehenden‘. Die Aufgabe des Erziehers liegt darin schädlichen Einfluss zu vermeiden und gezielt Reize zu setzen.

Im Weiteren stellt sich Marotzki die Frage weshalb überhaupt erzogen werden muss. Zu Beginn besitzen die Eltern die ‚Totalverantwortung‘ dem Kind gegenüber, wobei dieses durch das Heranwachsen Eigenveratnwortung lernen muss.

Übergang zur mündigen Person: Das Ziel ist es die Regeln des Gemeinwesens zu lernen und den Zustand zu erreichen als Person leben zu können. Erziehung bedeutet somit die Möglichkeit der persönlichen Entwicklung zu schaffen um von der Unmündigkeit in Mündigkeit zu leiten. Die Kritik an dieser Sichtweise bezieht sich darauf, dass lebenslang gelernt wird und man laut der Theorie erst durch die Mündigwerdung zu einem ‚richtigen Menschen‘ wird.

Machtausgleich: Die Erziehung zielt darauf ab die Macht der Eltern über das Kind auszugleichen, wodurch das Kind seiner selbst mächtig wird.

Begründung im Generationenverhältnis: Die ältere Generation steht in der Verantwortung ihr Wissen und ihre Erfahrung an die junge Generation weiterzugeben, damit die junge diese/s nutzen können. Durch die Zunahme des Zusammenwirkens nimmt die Einwirkung der älteren Generation ab bis die Erziehung beendet ist. Das Ziel ist die persönliche Mündigkeit und die Mitwirkung in der Gesellschaft.

All diese Muster zeigen, dass Erziehung (meist im Jugendalter) ein Ende hat.

Marotzkis Grundstruktur von Erziehung sieht wie folgt aus:

Erziehende (Eltern, pädagogisches personal), Wissen der Erziehenden, Erzogene (Kinder), Erziehungsmittel (Es gibt kein ‚Allerheilmittel‘ bei der Erziehung und somit auch immer Ungewissheit über den Erfolg von Mitteln), Erziehungsabsichten (Der Unterschied zur Sozialisation besteht darin, dass die Erziehung mit einer Intention geschieht), Erziehungswirkungen (Ungewissheit ob geplante erzieherische Handlung wirklich wirkt), Intentionalität wird somit zur notwendigen Vorraussetzung von Erziehung, welche wiederum zum planbaren, verantwortbaren Handeln wird und Erziehungszweck (Ein ‚Problem‘ besteht nicht darin, dass Erziehende Wertvorstellungen haben, sondern wie sie diese vermitteln).

Was ist ein Medium?

Medien verbinden die Menschen, da durch sie Kommunikation erst möglich gemacht wird. Medien sind also alle ‚Gegenstände‘, diese Funktion übernehmen können. Allerdings ist der Begriff Medium nicht eindeutig definiert, sondern vielmehr ein Beziehungs-/Funktionsbegriff (ein Medium kann also nicht isoliert betrachtet werden). Die Ausführungen von Thomas Mock sind daher auch keine Festlegung des Begriffs, sondern stellen eine Unterscheidung der kommunikations- und medienwissenschaftlichen Grundverständnisse dar. Im Folgenden unterscheidet Mock in allgemeinen und wissenschaftlichen Sprachgebrauch.

Bei dem allgemeinen Sprachgebrauch stellt er sieben typische Bedeutungen fest. Grundbedeutungen:                                                                                                                1. Mitte, Mittleres, Mittelglied

2. (Hilfs-) Mittel

3. vermittelndes (Element)

 

4. Kommunikationsmittel, Einrichtung zur Kommunikation

5. (Versuchs-) Person, (Ver-) Mittler

6. Stoff (als Träger von Vorgängen oder Stoff als Transportiertes)

7. Genus verbi

Heute ist die Bedeutung des Kommunikationsmittels (abgeleitet von dem vermittelnden Element) am weitesten verbreitet und mittlerweile überwiegend im Plural ‚Medien‘ bekannt als Massenkommunikationsmittel. Bei dem wissenschaftlichen Sprachgebrauch wird wiederum in zwei weitere Verwendungszusammenhänge differenziert.

Der Fachbegriff in verschiedenen Disziplinen geht auf die Bedeutung des Mittels oder Werkzeug zurück. Der dritte Verwendungszusammenhang versteht die Bezeichnung ‚Medium‘ nicht als einen Sachverhalt, sondern als Ausdruck theoretisch reflektierter Vorstellungen. Faulstrich stellt vier Disziplinen heraus, die sich mit Medien beschäftigen.

Die Informationstheorie, die Medien als technischen Übertragungskanal von Sender zu Empfänger versteht.

Die Kommunikationswissenschaft verbindet mit dem ‚Medium‘ (Singular) dasselbe wie die Informationstheorie, mit dem Plural ‚Medien‘ jedoch die Massenmedien.

Die Medienwissenschaft konzentriert sich ebenfalls auf die Massenmedien, aber mit einem anderem Forschungsinteresse.

Die Soziologie/Systemtheorie fasst Medien als ‚Tausch-/Interaktionsmedien‘ auf, die Interaktionen steuern. Dabei lässt sich wiederum in Verbreitungsmedien und Erfolgsmedien unterscheiden.

Es lässt sich noch ein fünfter Verwendungsbereich anhängen, nämlich die postmodernen Medientheorien, welche Medien vorrangig als Medien und deren gesellschaftliche Relevanz untersuchen.

Da Medien nur innerhalb eines kommunikativen Kontextes  ein Medium sind, ist folglich ein Verständnis des Kommunikationsbegriffs nötig. Kommunikation lässt sich als Signal- oder Informationstransfer zwischen Sende rund Empfänger verstehen. Ein Medium ist daher Voraussetzung jeglicher Kommunikation.

Doch gibt es wieder unterschiedliche Verständnisse von Kommunikation:

1. Medien als Mittel der Wahrnehmung

Hierunter fallen die physikalischen Bedingungen sowie die Sinne, die Wahrnehmung ermöglichen. Allerdings spielt Wahrnehmung in der Kommunikations- und Medienwissenschaft nur eine untergeordnete Rolle.

2. Medien als Mittel der Verständigung

Medien ermöglichen den Transfer/Austausch zwischen Kommunikationsbeteiligten durch beispielsweise Sprache oder Schrift.

3. Medien als Mittel der Verbreitung

Medien können auch der Übermittlung von Nachrichten über räumliche und zeitliche Grenzen dienen. Dies sind zum Beispiel Computer oder einfach Papier.

Allgemein gilt zudem, dass eine Mitteilung getrennt vom technischen Träger nicht existiert, und dass ein technisches Mittel ohne Mitteilung kein Medium ist. Ein Kompaktbegriff, der die Zusammenhänge der drei anderen Verständnisse ‚vereint‘, ist das

4. Medium als Form von Kommunikation

Aus dieser Perspektive bedeutet Medium einen eigenwertigen Zusammenhang von Mitteln, Akteuren, Themen und Regelungen. Gemeint sind also z.B. Radio oder auch Fernsehen.

Abschließend macht Mock Bemerkungen zu den Aspekten Institution, Organisation und System.

Institution: Institutionen sind sozial definierte Regeln, die Verbindlichkeit zum Handeln zur Folge hat.

Organisation: Organisation wird aufgeteilt auf die Tätigkeit (Organisieren), das Merkmal/die Eigenschaft (Organisiertheit) und das Resultat des Organisierens (konkrete Organisation).

System: Systeme beschreiben Zusammenhänge von Operationen, wobei die einzelnen Systemteile als interdependent gelten. Bezogen auf Medien und Kommunikation wird in drei Aspekte unterteilt:

1. Konkrete soziale Gebilde wie Schulen oder Fernsehsender

2. Interaktionen zwischen Menschen = soziales System

3. Organisationen, die gemeinsam bestimmte Funktionen erfüllen = soziales Funktionssystem

Mindmap Mediensozialisation

In dieser Mindmap haben wir unsere Ergebnisse zur Mediensozialisation zusammengetragen. Dabei haben wir in das Verhältnis von Mensch und Medien, und in die unterschiedlichen Ansätze unterteilt:

Mediensozialisation

Der Text von Stefan Aufenanger behandelt die Thematik welche Rolle Medien bei der Sozialisation spielen. Die Debatte um dieses Thema ist bereits Jahrhunderte alt, erreichte jedoch erst durch elektronische Medien gesellschaftliche Relevanz. Dabei sind die Medien oder auch die transportierten Inhalte meist als ‚einflussnehmende Instanz‘ gewertet. Allerdings gilt es zu beachten, dass in der Sozialisationsforschung ein Wechsel von der normativen Sichtweise (Subjekt passt sich der Gesellschaft an) zur interaktionistischen Sichtweise (Subjekt gestaltet die Gesellschaft) stattgefunden hat. Daraus ergibt sich die Unterscheidung in medienzentrierte, also welchen Einfluss nehmen Medien auf den Menschen, und rezipientenzentrierte Perspektive, die danach fragt, wie der Mensch die Medien nutzt.

Das Verhältnis von Subjekt und den Medien lässt sich dabei wiederum genauer unterscheiden:

Medien wirken auf den Menschen ein. Den Medien wird ein besonderes Wirkpotenzial zugesprochen, welches zumeist negativ gewertet wird.                                        Menschen sind medienkompetent und selektieren das Medienangebot. Der Mensch wird als aktiver, bewusster Nutzer betrachtet, wodurch den Medien keine Wirkung zukommt. Menschen und Medien interagieren miteinander und Einflüsse müssen in diesem Wirkgefüge gesehen werden. Die Wirkung der Medien wird auch als positiv betrachtet, da sich der Mensch mit Charakteren identifiziert und Probleme bewältigt. Eine Wirkung haben Medien nur unter bestimmten Bedingungen.

Aus dieser letzten Sichtweise ergibt sich für die Mediensozialisation, dass dies ein Prozess ist, in dem sich das Subjekt durch die Auseinandersetzung mit den Medien entwickelt. Einerseits wirkt es aktiv, andererseits wird es durch die Medien geprägt.

Der Begriff ‚Medienkompetenz‘ lässt sich somit als Fähigkeit sich mit Medien aktiv und verantwortlich auseinanderzusetzen.

Nun führt Aufenanger nochmals unterschiedliche Ansätze zur Mediensozialisation auf.

Die ‚Wirkungsperspektive‚ fokussiert sich besonders auf die Wirkung des Fernsehens auf Kinder. Der ‚medienökologische Ansatz‘ spricht im Bezug auf Sozialisation durch Medien dem Umgang der Familie mit Medien und dem Entwicklungsstand der Kinder Bedeutung zu. Der ‚aneignungstheoretische Ansatz‘ geht davon aus, dass die Medieninhalte durch aktive Auseinandersetzung in das eigene Leben integriert werden. Die ‚Strukturanalytische Rezeptionsforschung‘ interpretiert die Medienrezeption als eigene soziale Handlungssituation. Sie konzentriert sich auf die Funktion der Medien im familiären Alltag und insbesondere auf den Nutzen zur Lebensbewältigung und Identitätsbildung durch Medien. Hierbei wird wiederum die ‚Selbstsozialisation‘ einbezogen, da gerade Kinde rund Jugendliche Medien nicht passiv, sondern aktiv nutzen (‚Medien dienen in dieser Sichtweise als ‚Entwicklungshelfer‘ bzw. als ‚Instanzen der Selbstsozialisation‘ S.90, Z. 2f.). Ein Ansatz, der durch die konstruktivistische Sozialisationstheorie geprägt ist, versucht sich, durch die Verbindung von Systemtheorie und sozialisatorischer Interaktion, an einer ganzheitlichen Betrachtungsweise.

Bei all diesen Ansätzen ergibt sich aber aufgrund der Unterschiedlichkeit der Medien keine allgemeine Theorie. Einige fokussieren sich auf bestimmte Rezipienten (Kinder), andere konzentrieren sich nur auf die Phänomene wie Gewalt. Aufenanger kritisiert daher die einseitige Betrachtung und, dass der Wechselprozess zwischen Subjekt und Medien vernachlässigt wird. Außerdem habe die medienpädagogische Forschung die Mediensozialisation weitestgehend ignoriert.

Abschließend weist Aufenanger darauf hin, dass die Mediensozialisation ein grundlegender Teil der Medienpädagogik ist und aufgrund der heutigen Medienprägung die Bedeutung der Medienerziehung analysieren.

Sozialisation ‚Rollentheorie‘

Im Folgenden werde ich die Rollentheorie kurz zusammenfassen. Dafür ist eine Definition von ‚me‘ und ‚I‘ notwendig. Das ‚me‘ beinhaltet die ’soziale Seite‘ einer Person und gründet sich durch Interaktionserfahrungen bzw. die Reflexion von Interaktionen. Im Gegensatz dazu stellt das ‚I‘ die spontane Reaktion innerhalb einer Situation dar und ist somit nicht reflektierbar.

Die Rollentheorie definiert die ‚Soziale Rolle‘ als Verbindung von Verhaltenserwartung gemäß Regeln oder Normen mit dem ‚me‘. Soziale Rollen kann man folglich als ’sozial definierte und institutionell abgesicherte Verhaltenserwartungen verstehen‘ (S.131, Z.21f.).

Daraus ergibt sich die Frage inwieweit die Menschen diese Erwartungen (vollständig) erfüllen. Einerseits gibt es die Meinung die Gesellschaft sei von der Erfüllung der Rollen abhängig, andererseits wird darauf hingewiesen, dass beim Handeln nicht nur das ‚me‘ sondern gerade das ‚I‘ Einfluss nimmt und es somit zur Abweichung der Erwartung kommt. ‚Rollen bilden daher nur eine brüchige Struktur‘ (S.131, Z. 37).

Die Verhaltenserwartung und die eigenen Bedürfnisse eines Menschen sind meist nicht konform, wodurch die ‚Frustrationstoleranz‚ entsteht und sich die Frage stellt ‚inwieweit rollenkonformes Handeln erzwungen […] werden muss‘ (S.132, Z. 4f.) und ob die Rolle trotz fehlender Bedürfnisbefriedigung ausgefüllt wird.

Außerdem ist jedes Individuum der Herausforderung ausgesetzt in einer Situation seine eigene Rolle zu erkennen. Da jeder Mensch unterschiedliche Rollen hat, ist es folglich notwendig die unterschiedlichen Rollen miteinander zu verbinden. Diese Fähigkeit ist in dem Begriff ‚Ambiguitätstoleranz‘ zusammengefasst.

Wenn man davon ausgeht, dass die Rollen vollkommen erfüllt werden, würde dies bedeuten, dass die gesellschaftlichen und individuellen Normen konform sind. Da die Individuen aber einerseits Rollen trotz anderer eigener Bedürfnisse erfüllen und andererseits Rollen nicht vollständig erfüllen, obwohl sie die Möglichkeit dazu hätten, spricht man in diesem Fall von ‚Rollendistanz‘. Der Begriff umfasst die Fähigkeit innerhalb einer Situation die Verhaltenserwartungen zu erkennen und die eigenen Bedürfnisse einzubinden.

Diese drei Dimensionen setzen allerdings auch voraus, dass sich der Mensch durch sein ’stabiles Selbst‘ von den gesellschaftlichen Rollen unterscheidet. Die ’sozialen Rollen‘ dienen demnach der Festigung von Interaktionsprozessen.

‚Was ist Wissenschaft‘ (Wolf-Dieter Narr)

Wolf-Dieter Narr schreibt diesen Brief, um dazu zu motivieren das Studium als ‚eigene‘ Sache anzunehmen und somit Spaß am Studieren zu haben. Deshalb erläutert er einerseits was ‚wissenschaftlich‘ und ‚wissenschaftliches Arbeiten‘ seiner Ansicht nach bedeutet, andererseits formuliert er Ratschläge, die einem während des Studiums helfen sollen. Dabei nutzt er den Aufbau seines Briefes um das ‚wissenschaftliche‘ Schreiben zu verdeutlichen.

Aus einem Problem ergibt sich eine Fragestellung und die Herangehensweise (Methode) an diese stellt gerade das ‚Wissenschaftliche‘ dar.Seine ersten Ratschläge sind die, dass Studium engagiert anzutreten, ernst zu nehmen und trotz Enttäuschung über beispielsweise die Professoren die selbstständige Erarbeitung zu nutzen. Außerdem geht es darum immer kritisch zu denken und Quellen zu hinterfragen und die Dinge nicht als unantastbar zu sehen.Die Einarbeitung in neue Themen gehört dabei genauso dazu wie neue Fertigkeiten zu erlernen (‚Dass die Studierenden in lernend intensiver Auseinandersetzung mit fachlich nicht zu abgeschotteten Problemen sich selbst und ihre Fähigkeiten entwickeln können.‘ S.18, Z. 3ff.).Urteilsfähigkeit  und Selbstfindung hebt er dabei besonders hervor.

Um die Studierlust zu steigern und Zusammenhänge erkennen zu können, ist es zudem von Vorteil über das eigene Fach hinaus andere Vorlesungen zu besuchen. Die gegebenen Freiheiten in der Studien- und Prüfungsordnung sind ein weiterer Gewinn.

‚[K]ritisches, ja subversives Nachfragen ist die erste Bedingung allen Wissenschaftstreibens.‘ (S.22, Z.16ff.). Dies betont Narr besonders stark: Fragen stellen, die Dozenten zu beobachten und einen eigenen Begriff der ‚Wissenschaft‘ zu entwickeln.Nun zählt Narr seine Empfehlungen für das wissenschaftliche Arbeiten auf.

Zu Beginn heißt es ‚Welches Problem behandel ich?‘ und ‚Wie ist der Zusammenhang im Kontext?‘ Aus dem Problem ergibt sich dann eine möglichst präzise Fragestellung. Hierbei eine passende Frage zu finden stellt eine Herausforderung dar, weil sie das Fundament der folgenden Arbeit darstellt.Außerdem ermutigt Narr dazu als Forschender erkennbar zu bleiben, um dadurch ‚objektiver‘ zu werden und bei Abstraktionen nicht zu verzweifeln, da diese notwendig sind um Zusammenhänge zu begreifen.Auch die Einteilung (Gliederung) der Arbeit ist für einen selbst und den Leser wichtig, da sie Struktur schafft. Beschreibung, Analyse und eigene Beurteilung müssen dabei getrennt werden.

Bei der Zusammenfassung gilt es auf die Problem- bzw. Fragestellung zurückzukommen und dies kritisch zu reflektieren. Beim Schluss der Arbeit ist es wichtig die Relevanz der eigenen Arbeit herauszustellen, indem der Zusammenhang der eigenen Erarbeitung zum Seminarthema bzw. ‚Oberthema‘ hergestellt wird.

Narr empfiehlt weiterhin sich trotz der vielen Theorie auf die Praxis vorzubereiten, indem man entgegen der Komplexitäten arbeitet. Beim Lesen von Fachliteratur heißt es ’nicht den Kopf auszuschalten‘ und sich die Phantasie zu bewahren.Sobald die Hausarbeit fertig geschrieben ist sollte man sie einige Tage ruhen lassen und daraufhin noch einmal nachbessern.

Sein abschließender Satz ‚Packen Sie’s mit Verstand, Skepsis und Mut an.‘ (S.32, Z.16f.) fasst seine Ratschläge sehr gut zusammen.

Gruppenarbeit ‚Wissenschaftliches Studium‘

Am Donnerstag haben wir uns in Gruppen zusammengesetzt und unsere Ergebnisse  über das erziehungswissenschaftliche Studium ausgetauscht. Dabei sind wir zu folgenden Übereinstimmungen gekommen:

Durch ein wissenschaftliches Studium wird sich mit erziehungswissenschaftlichen Theorien auseinandergesetzt und es wird einem ermöglicht einen eigenen Standpunkt zu entwickeln. Außerdem bildet sich ein fundiertes Grundwissen, welches sich auf unterschiedliche Situationen übertragen lässt. Ein weiterer Punkt ist, dass es von Vorteil sein kann, weil man die Schüler (als Gymnasiallehrer)  auf ihren späteren Bildungsweg vorbereitet. Zuletzt ist man als Lehrer auch ein Vorbild für die Schüler.

 

Warum die Auseinandersetzung mit Grundbegriffen, Theorien und Methoden der Erziehungswissenschaften notwendig ist

Koller beschäftigt sich mit der Frage inwieweit es notwendig ist neben den Unterrichtsfächern auch Erziehungswissenschaften zu studieren, da es womöglich geeigneter wäre richtiges pädagogisches Handeln anhand einer “ Anleitung“ zu lernen. Allerdings “ lässt sich [pädagogische Handlungskompetenz] nicht einfach als ein Vorrat an Wissen begreifen, das man in Form von Verhaltensregeln formulieren und dann gleichsam mechanisch anwenden könnte“ (S.11, Z.19-22).

Dies begründet Koller anhand dreier Argumente.

Das erste ist das Entwickeln eigener Urteilskompetenz, die sich durch das wissenschaftliche Arbeiten und der damit verbundenen kritischen Auseinandersetzung mit unterschiedlichen oder auch entgegengesetzten Ansichten  bildet (Umstrittenheit des pädagogischen Handelns). Dabei werden Vorgehensweisen verglichen und die Argumente abgewogen.

Die Einzigartigkeit der Situationen und der Menschen ist das zweite Argument. Die pädagogische Handlungskompetenz muss dazu befähigen das allgemeine Fachwissen auf jede spezifische Situation anzuwenden (hermeneutische Kompetenz). Das pädagogische Handeln muss folglich an jedes Individuum angepasst werden.

Die Notwendigkeit, dass das „Erlernte“ für die nächsten 40 Jahre geltend sein muss, beinhaltet das dritte Argument: Der Zukunftsbezug des pädagogischen Handelns.

Damit den „Adressaten“ geholfen werden kann mit ihrem zukünftigen Leben zurechtzukommen, müssen folglich die Handlungsmöglichkeiten erkannt werden.  

Deshalb muss das erworbene Wissen aufgrund der Auseinandersetzung mit neuen, heute unbekannten Problemen kritisch hinterfragt und gegebenenfalls weiterentwickelt werden.

Zusammengefasst werden all diese Argumente in der Reflexionskompetenz: das pädagogische Wissen wird selbstständig beurteilt und flexible auf die sich verändernden Situationen bezogen.

Die Herausforderung in der Praxis besteht darin sich in kurzer Zeit für eine Handlungsoption zu entscheiden. Erschwerend kommt hinzu, dass dadurch nicht alle Handlungsmöglichkeiten abgewogen werden können und dass auch eine Entscheidungsverweigerung eine Entscheidung darstellt und Folgen nach sich zieht.  Koller versteht es daher als Vorteil des Studiums praktische Situationen in Ruhe, ohne den Zwang eine Entscheidung treffen zu müssen, durchzuspielen.