Medien verbinden die Menschen, da durch sie Kommunikation erst möglich gemacht wird. Medien sind also alle ‘Gegenstände’, diese Funktion übernehmen können. Allerdings ist der Begriff Medium nicht eindeutig definiert, sondern vielmehr ein Beziehungs-/Funktionsbegriff (ein Medium kann also nicht isoliert betrachtet werden). Die Ausführungen von Thomas Mock sind daher auch keine Festlegung des Begriffs, sondern stellen eine Unterscheidung der kommunikations- und medienwissenschaftlichen Grundverständnisse dar. Im Folgenden unterscheidet Mock in allgemeinen und wissenschaftlichen Sprachgebrauch.
Bei dem allgemeinen Sprachgebrauch stellt er sieben typische Bedeutungen fest. Grundbedeutungen: 1. Mitte, Mittleres, Mittelglied
2. (Hilfs-) Mittel
3. vermittelndes (Element)
4. Kommunikationsmittel, Einrichtung zur Kommunikation
5. (Versuchs-) Person, (Ver-) Mittler
6. Stoff (als Träger von Vorgängen oder Stoff als Transportiertes)
7. Genus verbi
Heute ist die Bedeutung des Kommunikationsmittels (abgeleitet von dem vermittelnden Element) am weitesten verbreitet und mittlerweile überwiegend im Plural ‘Medien’ bekannt als Massenkommunikationsmittel. Bei dem wissenschaftlichen Sprachgebrauch wird wiederum in zwei weitere Verwendungszusammenhänge differenziert.
Der Fachbegriff in verschiedenen Disziplinen geht auf die Bedeutung des Mittels oder Werkzeug zurück. Der dritte Verwendungszusammenhang versteht die Bezeichnung ‘Medium’ nicht als einen Sachverhalt, sondern als Ausdruck theoretisch reflektierter Vorstellungen. Faulstrich stellt vier Disziplinen heraus, die sich mit Medien beschäftigen.
Die Informationstheorie, die Medien als technischen Übertragungskanal von Sender zu Empfänger versteht.
Die Kommunikationswissenschaft verbindet mit dem ‘Medium’ (Singular) dasselbe wie die Informationstheorie, mit dem Plural ‘Medien’ jedoch die Massenmedien.
Die Medienwissenschaft konzentriert sich ebenfalls auf die Massenmedien, aber mit einem anderem Forschungsinteresse.
Die Soziologie/Systemtheorie fasst Medien als ‘Tausch-/Interaktionsmedien’ auf, die Interaktionen steuern. Dabei lässt sich wiederum in Verbreitungsmedien und Erfolgsmedien unterscheiden.
Es lässt sich noch ein fünfter Verwendungsbereich anhängen, nämlich die postmodernen Medientheorien, welche Medien vorrangig als Medien und deren gesellschaftliche Relevanz untersuchen.
Da Medien nur innerhalb eines kommunikativen Kontextes ein Medium sind, ist folglich ein Verständnis des Kommunikationsbegriffs nötig. Kommunikation lässt sich als Signal- oder Informationstransfer zwischen Sende rund Empfänger verstehen. Ein Medium ist daher Voraussetzung jeglicher Kommunikation.
Doch gibt es wieder unterschiedliche Verständnisse von Kommunikation:
1. Medien als Mittel der Wahrnehmung
Hierunter fallen die physikalischen Bedingungen sowie die Sinne, die Wahrnehmung ermöglichen. Allerdings spielt Wahrnehmung in der Kommunikations- und Medienwissenschaft nur eine untergeordnete Rolle.
2. Medien als Mittel der Verständigung
Medien ermöglichen den Transfer/Austausch zwischen Kommunikationsbeteiligten durch beispielsweise Sprache oder Schrift.
3. Medien als Mittel der Verbreitung
Medien können auch der Übermittlung von Nachrichten über räumliche und zeitliche Grenzen dienen. Dies sind zum Beispiel Computer oder einfach Papier.
Allgemein gilt zudem, dass eine Mitteilung getrennt vom technischen Träger nicht existiert, und dass ein technisches Mittel ohne Mitteilung kein Medium ist. Ein Kompaktbegriff, der die Zusammenhänge der drei anderen Verständnisse ‘vereint’, ist das
4. Medium als Form von Kommunikation
Aus dieser Perspektive bedeutet Medium einen eigenwertigen Zusammenhang von Mitteln, Akteuren, Themen und Regelungen. Gemeint sind also z.B. Radio oder auch Fernsehen.
Abschließend macht Mock Bemerkungen zu den Aspekten Institution, Organisation und System.
Institution: Institutionen sind sozial definierte Regeln, die Verbindlichkeit zum Handeln zur Folge hat.
Organisation: Organisation wird aufgeteilt auf die Tätigkeit (Organisieren), das Merkmal/die Eigenschaft (Organisiertheit) und das Resultat des Organisierens (konkrete Organisation).
System: Systeme beschreiben Zusammenhänge von Operationen, wobei die einzelnen Systemteile als interdependent gelten. Bezogen auf Medien und Kommunikation wird in drei Aspekte unterteilt:
1. Konkrete soziale Gebilde wie Schulen oder Fernsehsender
2. Interaktionen zwischen Menschen = soziales System
3. Organisationen, die gemeinsam bestimmte Funktionen erfüllen = soziales Funktionssystem