Erziehung

Erziehung ist ein grundlegender Aspekt der Erziehungswissenschaft für den es unterschiedliche Ansichtsweisen gibt. Im Folgenden sollen diese von Marotzki dargestellten zusammengefasst werden.

Bei der Thematik der Erziehung lässt sich in die Erziehung als spezielle Form direkter Einwirkung und als Sich-Entwickeln unterscheiden:

Erstere beschreibt die Instruktionspädagogik, die auf Befehl und Gehorsam basiert, um den Einzelnen in fden Dienst der Gemeinschaft zu stellen. Der Erzieher kontrolliert und formt das Verhalten des ‘Zu-Erziehenden’.

Beim ‘Sich-Entwickeln’ geht es dahingegen um einen möglichst vollständigen Verzicht der Einflussnahme auf den ‘Zu-Erziehenden’. Die Aufgabe des Erziehers liegt darin schädlichen Einfluss zu vermeiden und gezielt Reize zu setzen.

Im Weiteren stellt sich Marotzki die Frage weshalb überhaupt erzogen werden muss. Zu Beginn besitzen die Eltern die ‘Totalverantwortung’ dem Kind gegenüber, wobei dieses durch das Heranwachsen Eigenveratnwortung lernen muss.

Übergang zur mündigen Person: Das Ziel ist es die Regeln des Gemeinwesens zu lernen und den Zustand zu erreichen als Person leben zu können. Erziehung bedeutet somit die Möglichkeit der persönlichen Entwicklung zu schaffen um von der Unmündigkeit in Mündigkeit zu leiten. Die Kritik an dieser Sichtweise bezieht sich darauf, dass lebenslang gelernt wird und man laut der Theorie erst durch die Mündigwerdung zu einem ‘richtigen Menschen’ wird.

Machtausgleich: Die Erziehung zielt darauf ab die Macht der Eltern über das Kind auszugleichen, wodurch das Kind seiner selbst mächtig wird.

Begründung im Generationenverhältnis: Die ältere Generation steht in der Verantwortung ihr Wissen und ihre Erfahrung an die junge Generation weiterzugeben, damit die junge diese/s nutzen können. Durch die Zunahme des Zusammenwirkens nimmt die Einwirkung der älteren Generation ab bis die Erziehung beendet ist. Das Ziel ist die persönliche Mündigkeit und die Mitwirkung in der Gesellschaft.

All diese Muster zeigen, dass Erziehung (meist im Jugendalter) ein Ende hat.

Marotzkis Grundstruktur von Erziehung sieht wie folgt aus:

Erziehende (Eltern, pädagogisches personal), Wissen der Erziehenden, Erzogene (Kinder), Erziehungsmittel (Es gibt kein ‘Allerheilmittel’ bei der Erziehung und somit auch immer Ungewissheit über den Erfolg von Mitteln), Erziehungsabsichten (Der Unterschied zur Sozialisation besteht darin, dass die Erziehung mit einer Intention geschieht), Erziehungswirkungen (Ungewissheit ob geplante erzieherische Handlung wirklich wirkt), Intentionalität wird somit zur notwendigen Vorraussetzung von Erziehung, welche wiederum zum planbaren, verantwortbaren Handeln wird und Erziehungszweck (Ein ‘Problem’ besteht nicht darin, dass Erziehende Wertvorstellungen haben, sondern wie sie diese vermitteln).