Finaler Essay: Medienkompetenz – Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe?

Medienkompetenz – Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe?

Die digitale Revolution verändert unsere Lebensverhältnisse so grundlegend wie einst die Erfindung des Buchdruckes oder des Telefons getan hat. Die Digitalisierung als globales Phänomen verändert die Wirtschafts- und Arbeitswelt fundamental. Die Etablierung von neuen Produkten, Dienstleistungen und Wegen hat neue Berufsfelder und Arbeitsformen zur Folge, es entstehen ganz neue Chancen für Beschäftigung und gesamtgesellschaftliche Wertschöpfung. Doch was bedeuten diese neuen Anwendungsmöglichkeiten für die Anwender? Konstant ist offensichtlich nur der Wandel, und man muss sich darauf einstellen, stets neue Prozesse bis hin zu völlig neuen Inhalten zu erlernen. Was passiert wenn man diesem nicht gerecht wird? Wenn Medien so einen wichtigen Stellenwert in unserer Gesellschaft haben, sind wir dann kein wirklicher Teil dieser mehr sobald wir es nicht mehr schaffen mit ihnen richtig umzugehen? Genau mit dieser Frage beschäftigt sich der vorliegende Essay im folgenden.

Wenn wir über Medienkompetenz sprechen ist es jedoch erst einmal wichtig zu verstehen, von welchem Punkt aus wir unsere Analyse starten. Was sind Medien in unserem modernen Verständnis denn eigentlich? Zu diesem Thema haben wir uns im Seminar bereits mit dem Text „Was ist ein Medium?“ von Thomas Mock beschäftigt.

Dieser sieht den Begriff des Mediums selbst als meist nicht eindeutig und klar definierbar. Versucht man jedoch eine Unterscheidung des kommunikations- und medienwissenschaftlichen Grundverständnisses des Mediums zu finden, muss man zuerst auf unseren aktuellen wissenschaftlichen und allgemeinen Sprachgebrauch blicken.

Dabei lassen sich sieben unterschiedliche Bedeutungen von „Medium“ erkennen: Medium als Mitte, Mittel, vermittelndes Element, Kommunikationsmittel, (Versuchs)Person, Stoff und Genus, wobei die Verwendung als Kommunikationsmittel in unserem Alltag am meisten verbreitet ist und auch hier das Hauptaugenmerk sein soll.

Das Medium ist als Mittel der Kommunikation auch in verschiedene Hauptmerkmale zerlegbar, nämlich als

  • Medium als Mittel der Wahrnehmung (als Voraussetzung für Kommunikation) : Medien sind die Grundlage jeder Menschlichen Wahrnehmung
  • Medium als Mittel der Verständigung : Zeichenübermmittlung zwischen Medien ermöglichen erst menschliche Kommunkiation
  • und Medium als Mittel der Verbreitung: Materielle Medien (Technik), welche Kommunikation über räumliche und zeitliche Grenzen hinaus ermöglichen.

Diese drei Mittel im Zusammenspiel ermöglichen erst eine freie und unbegrenzte Kommunikation, und die Fähigkeit zur Kommunikation ist die Basis für erfolgreiches gesellschaftliches Zusammenleben. Übertragen wir diese drei Punkte Thomas Mocks‘ also auf unsere aktuelle digitalisierte Welt: Erstens sind Medien die Grundlage jeder menschlichen Wahrnehmung. Dies umfasst jedoch primär solche Mittel, die als physikalische Medien/Kontaktmaterie einzuorden sind, zum Beispiel elektromagnetische Felder, gasförmige, feste und flüssige Stoffe, vor allem Luft. Da wir uns aber weniger mit Kontaktmaterie sondern eher mit Informationstechnologie beschäftigen wollen, wenden wir uns nun dem zweiten Punkt Mocks‘ zu; das Medium ist als Mittel der Verständigung eine Grundlage für menschliche Kommunikation. Dieses trifft eindeutig zu: Sehen wir uns da beispielsweise, da es unumstritten den Mittelpunkt der technischen und gesellschaftlichen Umwälzungen bildet, das Internet an. Es hat die Fähigkeit multimediale Elemente parallel und interaktiv zu übertragen. Sender und Empfänger können Text, Sprache und bewegte Bilder nicht nur austauschen, sondern auch bearbeiten, und dies alles global. Computer- und Internetnutzung gehören heute wie selbstverständlich zum Alltag der meisten Jugendlichen. Die neuen Medien schaffen neue Kommunikationsmöglichkeiten wie E-Mail und Chat und bieten ein bisher unerreichbares Informationsspektrum. Doch gerade weil die Nutzung solcher Kommunikationsmöglichkeiten heute wie selbstverständlich dazugehört, können gerade Kinder und Jugendliche schnell komplett von sozialen Interaktionen ausgeschlossen werden wenn sie den richtigen Umgang nicht beherrschen, wenn sie nicht Medienkompetent sind. Besonders im Jugendalter müssen Entwicklungsaufgaben wie zum Beispiel die emotionale Loslösung von den Eltern oder die Pubertät bewältigt werden. Die Entwicklung der Medienkompetenz, also die Entwicklung von Fähigkeiten für den Umgang mit Medien, ist eine vergleichbare Entwicklungsaufgabe. Demnach sind junge Menschen den Medien nicht ausgeliefert, sondern eignen sich den Umgang mit ihnen aktiv an. Da Mediennutzung für Jugendliche also diese soziale Funktion hat, verlieren sie einen wichtigen Teil ihrer sozialen Kreise wenn sie nicht medienkompetent sind. Natürlich ist dieses auch auf Erwachsene übertragbar, aber da der Stellenwert von neuen Medien vor allem bei Senioren noch nicht so hoch ist und keine Medienkenntnis nicht automatisch Ausschluß bedeutet, wird diese Gesellschaftsgruppe hier gerade einmal vernachlässigt. Jugendliche nämlich diskutieren und konsumieren das Programmangebot, welches sie durch neue Medien vermittelt bekommen, fast jeden Tag mit ihren Freunden. Unterhält sich eine Gruppe Teenager zum Beispiel über eine neue amerikanische Serie welche sie im Internet entdeckt haben und eine Person kann nicht mit dem Internet umgehen und hat so noch nichts von dieser Serie gehört, kann sie schwer am Gespräch teilnehmen. Wird dieses Gespräch dann vielleicht sogar gar nicht persönlich, sondern per Mail oder in einem Chatroom geführt, besitzt sie keinerlei gesellschafttliche Teilhabe mehr. Dies ist dann auch schon ein Aspekt von Mocks‘ drittem Punkt, das Medium als Mittel der Verbreitung. Materielle Medien (Technik), ermöglichen Kommunikation über räumliche und zeitliche Grenzen hinaus.

Dabei kommen wir auch hier an dem beliebten Stichwort der „Globalisierung“ nicht vorbei. Die Globalisierung wird hierbei als Vorgang der zunehmenden weltweiten Verflechtung in allen Bereichen (Wirtschaft, Politik, Kultur, Umwelt, und eben auch Kommunikation) verstanden. Dabei wird den Medien eine entscheidende Rolle zugeschrieben: als Objekt wie als Moment eines Modernisierungsprozesses, in dem die Grenzen , wie oben bereits kurz angerissen, von Zeit, Raum und „Nation“ für die Ströme von Kapital, Gütern und Kultur mehr und mehr an Bedeutung verlieren. Große Events wie die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine oder der US-Wahlkampf ziehen die weltweite Aufmerksamkeit auf sich. Dieses Wissen, wer jetzt genau demnächst die USA regieren wird oder in Warschau ein Siegtor errungen hat, wird uns auch nur durch Medien möglich. Diese Informationen werden durch die elektronischen Medien verbreitet, die aufgrund ihrer Übertragungstechnologien von überall und in Echtzeit senden und

empfangen werden können. Informationen und Nachrichten in Echtzeit rücken die Orte des

Geschehens visuell näher aneinander. Nun kommt die Medienkompetenz wieder ins Spiel: Die beschleunigte Kommunikation lässt Ereignisse schnell mehr punktuell denn zusammenhängend erscheinen. Weiß man nicht, wie man mit diesem Fluss von Medien richtig umzugehen hat, kann schnell Überforderung oder Verwirrung entstehen. Auch kann es einem schwer möglich sein, überhaupt noch Grenzen zu erkennen, da Ursprung und Zielort der Informationen überall liegen können . Dies sind also alles Gefahren, welche während der globalen Betrachtung durch fehlende Medienkompetenz eintreffen können. Gesellschaftliche Teilhabe wäre auch hier unmöglich: Wie sollen wir internationale Politik mitbekommen, wenn wir diese nicht durch Medien erfahren? Wie sollen wir wissen, wen wir bei einer Europameisterschaft eigentlich als Sieger feiern sollen, wenn wir die Spiele gar nicht gesehen haben? Wir können es nicht wissen. Und doch müssen wir solche Dinge wissen, um gesellschaftlich anerkannt zu werden.

Dies hängt dann wiederum mit unserer Sozialisation zusammen. Dazu haben wir uns im Seminar mit dem Text „Mediensozialisation“ von Stefan Aufenanger beschäftigt, welcher diese sehr gut thematisiert. Er stellt fest, dass die These das Medien zu unserer Sozialisation beitragen können, weit bis zu Aristoteles und Platon zurückgeht. In den letzten Jahrzenten haben aber beispielsweise Geulen und Hurrelmann „vorfindbare Paradigmenwechsel“ (Früher: Anpassung an die Gesellschaft. Heute: Die gesellschaftliche Wirklichkeit wird selbst konstruiert) entdeckt. Die Mediensozialisation ist also deutlich komplexer geworden. Spricht man dabei von einer medienzentrierten Perspektive, fragt man sich: „was machen die Medien mit den Menschen?‘“, wogegen man sich bei der rezipientenzentrierten Perspektive fragt: „was machen die Menschen eigentlich mit den Medien?“.

Diese beiden Perspektiven können auch uns abschließend noch helfen, den Zusammenhang von Medienkompetenz und gesellschaftlicher Teilhabe zu verstehen.

Geht man von der medienzentrierten Perspektive aus, hieße das, dass wir alles was wir zum Beispiel im Fernsehen verfolgen oder in der Zeitung lesen, sofort aufnehmen und umsetzen. Medien und Sozialisation hingen dann unmittelbar und untrennbar zusammen. So einfach ist die Verbindung „Einfluss der Medien-Persönlichkeitsentwicklung“ aber einfach nicht zu sehen. Denn wenn dies so wäre, müssten ja alle Rezipienten, welche dieselbe Zeitung lesen und dasselbe Fernsehprogramm gesehen haben, den gleichen Sozialisationsgrad besitzen. Dies ist aber eindeutig nicht so. Jeder Mensch selektiert anders und nimmt unterschiedlich viel von den Medien auf.

Weiter verbreitet und sinniger ist da die rezipientenzentrierte Perspektive. Diese beinhaltet, dass der Rezipient entscheidet, welches Medienangebot für welche Art von Bedürfnisbefriedigung besonders geeignet ist. Das man selbst selektiert bedeutet also, dass auch andere Quellen der Bedürfnisbefriedigung außerhalb der Medien, zum Beispiel innergesellschaftlich, in Frage kommen. Wenn dieses also die aktuelle Sicht der Forschung auf die Mediensozialisation ist, ist ein gewisser Grad von Handlungsbewusstsein (Filterung, Selektion..) im Bezug auf Medien, ein gewisser Grad an Medienkompetenz, also nötig, um in unserer Gesellschaft sozialisiert zu sein, an ihr teilzunehmen..

Auch meine Beobachtungen in den obrigen Abschnitten meines Essays deuten auf diese Beantwortung meiner Anfangs gestellten Frage hin:

Für alle neuen Technologien lässt sich sagen, dass allein ihre Existenz noch lange nicht ihren Nutzen begründet. Erst durch eine ausgeprägte Kompetenz der Nutzer in der Anwendung

dieser Medien wird ein erfolgreicher Einsatz möglich. Hierzu gehört die Fähigkeit, Informationen zu strukturieren und zu bewerten aber auch die Fertigkeit, mit den verfügbaren Werkzeugen umzugehen und die Regeln der Kommunikation zu beherrschen. Medienkompetenz erfordert jedoch nicht nur den erfolgreichen Umgang mit neuen Medien, auch das Erkennen möglicher Gefahren gehört dazu. So sind in den neuen Medien – insbesondere im Internet – Verzerrungen von

Informationen möglich und Distanzen und Grenzen werden schnell unklar. Aber aus dem wichtigen Stellenwert des Mediums in unserer Gesellschaft heraus erwachsen ganz eigene Gefahren, gerade für Jugendliche: Wer dies alles nicht beherrscht, gehört nicht dazu. Ob dies moralisch so richtig ist ist eine andere Frage, aber so einfach kann es in unserer globalisierten, vernetzten und digitalisierten Welt gehen, ob man möchte oder nicht.

Quellen:

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Resümee

So schnell kann die Zeit vergehen: Es kommt mir vor als hätte ich gerade erst meinen ersten Blogpost verfasst und voller Erwartungen auf das Seminar geblickt, da ist es schon fast vorbei.

Morgen ist unsere letzte Sitzung, und wir haben einiges geschafft: Wir haben eine Vielzahl an Texten zu verschiedensten Themen ( u.a über wissenschaftliche Studiengänge, Sozialisation im allgemeinen Sinne, Mediensozialisation, das Medium selbst, Lehrer oder Erziehung) gelesen und Exzerpte verfasst. Auch haben wir dazu in Teams gemeinsam kreative Ergebnisse erstellt, oder haben uns Ergebnisse in ertragreichen Diskussionen erarbeitet und alles in unserem persönlichen Blog dokumentiert.

Dabei habe ich einiges über wichtige Theorien und Begriffe gelernt, welche sich mit der Verbindung Medium – Erziehungswissenschaft beschäftigen. Besonders interessiert hat mich dabei die Frage, welchen Stellenwert Medien nun eigentlich wirklich in unserem Leben einnehmen. Sie sind heutzutage aus unserem Alltag nicht wegzudenken, und deswegen möchte ich mich auch mit dieser Frage in meinem abschließenden Essay beschäftigen („Medienkompetenz – Der Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe?“).

Dies rundet dann hoffentlich ein allgemein gelungenes Seminar in der Anfangszeit meines Studiums ab, sodass ich mich gut vorbereitet und motiviert in ein neues Semester stürzen kann.

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Zusammenfassung Marotzi, Erziehung

Innerhalb des Faches Erziehungswissenschaft gibt es viele unterschiedliche, allgemeine Definitionen des Erziehungsbegriffes.

Sie kann beispielsweise als spezielle Form direkter Einwirkung , als reine Instruktionspädagogik, (affirmative Pädagogik). auf der Basis von Befehl und Gehorsam verstanden werden.

Ein wieder anderes Verständnis ist das des Jean Jaques Rousseau, die Erziehung als Sich-Entwickeln. Hier soll der Erzieher möglichst wenig auf die Enwicklung des Kindes einwirken (Kindjeit = Naturzustand).

Dabei verfolgen alle Theorien jedoch dasselbe Ziel, ein Kind aus einer Verantwortung herraus zur Mündigkeit zu erziehen.

Zwingend entsteht dabei eine Art Macht der Eltern über den zu Erziehenden, Machtmissbrauch stellt dabei ein großes Risiko dar.

Es sollte eher darum gehen, das eine Generation der Nächsten ihr Wissen weitergibt, als gleichberechtigte Interaktion.

Erziehende können dabei die Eltern aber auch pädagogische Institutionen sein. Zu Erziehende sind aber klar als Kinder zu defineiren.

Unterschiedliche Erziehungsstile und Grenzen des Wissens WAS wir erreichen gehören dabei zu Erziehungsalltag. Wichtig ist nicht, was gesprochen wird, sondern wie über etwas gesprochen wird . Es besteht immer eine spezielle Intention als Grundlage einer erzieherischen Handlung, sonst kann es nicht als diese verstanden werden,

Ein ethischer Erziehungszweck ist dabei meist im Gebrauch, um eine Handlungsfähigkeit bei Adressaten zu wecken.

Erziehung soll außerdem auch als Einführung in sprachlich vermittelte, kulturellimprägnierte Formen der Bedeutungsverwendung, der Kultur, verstanden werden.

Außerdem ist beides, eine unterestützende und gegenwirkende Tätigkeit im funktionierenden elterlichen Umwelt gleichwertig zu gewichten, um eine erfolgrreiche Erziehung zu ermöglichen.

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Heimarbeit zu Thomas Mock: Was ist ein Medium?

Kommunikation ist die Beziehung zwischen zwei Gegenständen, einem Sender und einem Empfänger, hier bezeichnend zwischen zwei Medien. Daher erhält das Medium einen besonders hohen Stellenwert in der Medienkommunikations- und Medienwissenschaft. Doch trotz dieser Bedeutsamkeit ist der Begriff selbst meist nicht eindeutig und klar definierbar.

Versucht man jedoch eine Unterscheidung des kommunikations- und medienwissenschaftlichen Grundverständnisses des Mediums zu finden, muss man zuerst auf unseren aktuellen wissenschaftlichen und allgemeinen Sprachgebrauch blicken.

Dabei lassen sich sieben unterschiedliche Bedeutungen von „Medium“ erkennen: Medium als Mitte, Mittel, vermittelndes Element, Kommunikationsmittel, (Versuchs)Person, Stoff und Genus, wobei die verwendung als Kommunikationsmittel in unserem Alltag am meisten verbreitet ist.

Betrachtet man den Medienbegriff jedoch wissenschaftlich, unterscheiden sich noch viel mehr verschiedene Wirkungsbereiche, wie die Psychologie, Pädagogik, Physik, Chemie, Geologie, Technik, Architektur oder Theater- und Literaturwissenschaft.

Hierbei ist das Medium aber keine reine Sachbezeichnung, sondern ein Ausdruck der jeweils spezifischen Vorstellungen.

Zentral befassen sich außerdem vier grundlegende Theorien mit dem Medium an sich: Die Informationstheorie (Medium als technischer Übertragungskanal), die Kommunikationswissenschaft mit einem ähnlichen Verständnis, die Medienwissenschaft (Fokus auf Massenmedien mit disziplinären Herkunfts und Forschungsinteressen) und die Soziologie (Medium als Interaktion/Handlung).

Das ,Medium‘ is als Mittel der Kommunikation auch in verschiedene Hauptmerkmale zerlegbar, nämlich als

  1. Medium als Mittel der Wahrnehmung (als Voraussetzung für Kommunikation) : Medien sind die Grundlage jeder Menschlichen Wahrnehmung
  2. Medium als Mittel der Verständigung : Zeichenübermmittlung zwischen Medien ermöglichen erst menschliche Kommunkiation
  3. und Medium als Mittel der Verbreitung: Materielle Medien (Technik), welche Kommunikation über räumliche und zeitliche Grenzen hinaus ermöglichen.

Diese drei Mittel im Zusammenspiel ermöglichen also erst eine freie und unbegrenzte Kommunikation.

Doch darf auch der soziale Aspekt nicht außer Acht gelassen werden, das Medium als vollständigste Form von Kommunikation ist sozusagen eine genaue und mehr oder weniger stabile Verwendungsweise von Kommunikationsmitteln kombiniert mit sozialen Gebrauchsmitteln des Alltags (In Institutionen, Organisationen und soziale Systemen und Gebilden).

 

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Gruppenarbeit, Mindmaps zur Mediensozialisation

Heute war es während des Seminares unsere Aufgabe, in Gruppen den Text von Stefan Aufenanger zur Mediensozialisation noch einmal zusammenzufassen.

Dies sollte in einer kreativen Mindmap-Form geschehen,und unser Ergebnis sah letztenendes so aus:

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Exzerpt: Mediensozialisation, von Stefan Aufenanger

Aufenanger, S. (2008). Mediensozialisation. In: Sander, U., Gross, von F., & Hugger, K. – U. Handbuch Medienpädagogik. Wiesbaden: VS, Verl. für Sozialwiss, S. 87-92.

Hauptthese: Erziehungswissenschaftliche Theorien – Mediensozialisation: Die Thematik der Mediensozialisation ist grundlegend für die Medienpädagogik, denn nur durch Kenntnisse über die Interaktion zwischen Subjekt und Medien können Konzepte medienpädagogischen Handelns angemessen konzipiert und umgesetzt werden.

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Mediensozialisation im Laufe der Zeit


Die These das Medien zu unserer Sozialisation beitragen können,geht weit bis zu Aristoteles und Platon zurück. Elektronische Medien haben nun den Diskussionen neuen Schwung gegeben: Wie wirkt sich insbesondere die Darstellung von Gewalt, Werbung oder Politischen Ideologien auf uns aus? In den letzten Jahrzenten haben beispielsweise Geulen und Hurrelmann „vorfindbare Paradigmenwechsel“ (Früher: Anpassung an die Gesellschaft. Heute: Die gesellschaftliche Wirklichkeit wird selbst konstruiert) entdeckt. Die Mediensozialisation ist also deutlich komplexer geworden. Spricht man dabei von einer medienzentrierten Perspektive, fragt man sich: „was machen die Medien mit den Menschen?‘“, wogegen man sich bei der rezipientenzentrierten Perspektive fragt: „was machen die Menschen eigentlich mit den Medien?“.

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Das Verhältnis Mensch – Medium

Sieht man sich dabei das Verhältnis zwischen Medien und Menschen genauer an, entdeckt man drei Klassifizierungen.

1. Medien wirken auf den Menschen ein: Eine traditionelle Sichtweise, nach welcher Medien durch Gewalt und Werbung in Fernsehen oder Internet eine besonders starke, meist negative, Wirkung besitzen.

2. Menschen sind medienkompetent und selektieren das Medienangebot: Das Subjekt nutzt Medien aktiv und bewusst und ist durch bereits vorhandene Medien- und Genre Kenntnisse nicht so stark wirkungsbeeinflusst.

3. Menschen und Medien interagieren miteinander und Einflüsse müssen in diesem Wirkgefüge gesehen werden: Mensch und Medium stehen in Beziehung zueinander. Wir idenifizieren uns mit den Inhalten und tragen so auch teils positive Wirkungen, wie einen Beitrag zur Identitätsbildung, davon.

Dieser Dritte Punkt lässt sich auch mit dem Blick Hurrelmanns auf die als Ausgangspunkt, dann lässt sich Mediensozialisation als Vorgang vereinen. Darin setzt sich die Person aktiv mit seiner mediengeprägten Umwelt auseinandersetzt, verdeutlicht diese für sich selbst und wird aber gleichzeitig von ihrer sich stetig verändernden medialen Umwelt in vielen Persönlichkeitsbereichen beeinflusst.. Dadurch wird die Medienkompetenz in der Medienpädagogik besonders wichtig.

(89-90)

Mediensozialisationstheorien

Der medienökologische Ansatz (Baacke und Lange): Der Umgang mit Medien muss vor allem im Bezug auf den Alltag (Bedeutung im Familienleben, Entwicklungsstand und Eigenaktivität der Kinder und Jugendlichen) gesehen werden. Medien wirken weniger „kausal“, eher „situativ“.

Der Aneignungstheoretische Ansatz (Schorb und Theunert): Die Beschäftigung mit Medien im Alltag geschieht in „Lebensweltlichen Kontexten“ und wird in die eigene Lebensbiografie aufgenommen.

Die Strukturanalytische Rezeptionsforschung (Charlton und Neumann-Braun ): „Medienrezeption als eine soziale Handlungssituation“ und muss im Familienalltag beobachtet werden, mit besonderem Fokus auf die Identitätsbildung. Außerdem soll eine andere Wirkungsformel entstehen, welche sich auch mit den bearbeiteten Themen und deren Steuerung befasst. Kinder und Jugendliche sind in Wahl und Ausübung freier (Selbstsozialisation) und wenig manipulierbar und empfinden Medien so eher als „Entwicklungshelfer“.

Die Konstruktivistische Sozialisationstheorie (Sutter): Hier werden Bestandteile der Systemtheorie mit einer Theorie sozialisatorischer Interaktion verbunden. Dabei entstehen drei Dimensionen: Medienkommunikation,Rezeption und Anschlusskommunikation.

Nebenfeldtheorien: Auch die Medienpsychologie beschäftigt sich mit dem Thema der Sozialisation, wie auch die Neurowissenschaft. Diese thematisiert insbesondere die Wirkung von Fernsehen und Videospielen auf die kindliche Enwicklung.

(90-91)

Forschungsprobleme im Bereich Mediensozialisation

 Insgesamt fehlt es momentan an konkreten theoretischen Arbeiten. Auch wird das Thema Mediensozialisierung in anderen Sozialwissenschaften oft zu wenig diskutiert. Problematisch ist auch die Frage, ob es aufgrund der Vielfältigkeit der Medien eine allgemeine Theorie der Mediensozialisation überhaupt jemals geben wird. Auch betrachten die meisten vorliegenden Studien nur bestimmte Altersgruppen, meist Kinder und Jugendliche, sowie begrenzte Themenfelder. Außerdem wird meist nur der Wirkungsaspekt untersucht, ohne die aktive Beteiligung des Subjekts zu berücksichtigen und vice versa. Das gesame Forschungsfeld muss mit neuem Stellenwert für die Pädagogik betrachtet werden und die medienpädagogische Forschung sollte sich stärker mit Fragen der Mediensozialisation beschäftigen und vor allem die Bedeutung der Medienerziehung neu entdecken.

 

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Sozialisationstheorien nach Marotzki

Eine der drei von Marotzki vorgestellten Sozialisationstheorien ist die sogenannte „Interaktionstheorie“, welche ich  nun etwas genauer erklären werde.

„Soziale Interaktion“ bezeichnet in der Soziologie den Reiz, einen anderen Menschen als Anlaß des Handelns zu erkennen. Man handelt dabei gemeinsam und eine Art Kettenreaktion entsteht; reagiert der Erste, wird der Zweite auch kurz darauf folgen.

Wir sind dabei nicht einmal auf Worte angewiesen, eine stabile Interaktion durch nichtsprachliche Gebärden und Gesten ist für uns auch gut wahrnehmbar. Diese „Signifikanten Gesten“ können bei habitualisierter Interaktion durchaus unbewusst sein. Gibt es bei der Verständigung jedoch Probleme, entsteht eher ein gegenseitiges Bewusstsein.

Möchte man jedoch diese Reaktion von Mitmenschen selbst auslösen, reichen Gesten nicht aus und es muss auf die Sprache zurückgegriffen werden. Allein durch Sprache können wir das Verhalten der Mitmenschen in unser eigenes Handeln hineinnehmen und Denken ermöglichen.

Ist sich ein Mensch über diese sprachlichen Verbindungen von Reizen und Reaktionen im Klaren, entwickelt sich ein sogenanntes „Me“ als soziale Seite, welches die durch Interaktion entstandene eigene Identität beeinhaltet. Dabei ist dieses „Me“ von Interaktionspartner zu Interaktionspartner anders. Durch regelmäßigen Austausch mit dem „Me“ entsteht wiederum das „I“, welches nicht reflektiert, sondern immer die aktuelle Reaktion auf einen Interaktionsreiz darstellt.

Zusammen bilden das bewusste „Me“ und das unbewusste „I“ dann unser letzendliches Selbst, dass fähig ist auf die vielleicht anderen Einstellungen eines Gegenüber zu reagieren. Diese Einstellungsübernahme kann als Rollenspiel („Ich bin EINE andere Person! Ein sogenannter signifikanter Anderer!“) oder als Gesellschaftspiel („Ich bin JEDER hier! Ein sogenannter generalisierter Anderer“) erfolgen, welche diese deutlich komplexer erscheinen lässt.

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Gruppenarbeit, 19.04.12

In dieser Seminarssitzung sollten wir mit jeweils 4 Personen ein Plakat erstellen. Dafür sollten wir jeweils den ersten Essay von der Person neben uns lesen (Zur Dokumentation: Dieser ist meiner) und die Kernaussagen auf dem Plakat festhalten. Dann mussten wir die Gemeinsamkeiten,die uns in allen Essays aufgefallen sind,in ein zentrales Feld übertragen. Unser Ergebnis war:

Ein wissenschafliches Studium braucht vor allem eine theoretische Basis. Dabei darf der praktische Bezug jedoch nicht außer Acht gelassen werden, da dieser auch ein wichtiger Teil ist. Außerdem haben wir als zukünftige Lehrer eine Vorbilddfunktion, und damit geht eine große Verantwortung einher. Und da jeder individuell ist, sind wir später dafür zuständig diese Theorie passend für jede einzelne Person in die Praxis umzusetzen.

Hier ist das Plakat noch einmal zu sehen:

 

 

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Essay: Grundlagen, Theorien und Methoden der Erziehungswissensschaft

In der Anfangsphase meines Studiums stellen sich vor allem zwei zentrale Fragen: Warum ist ein erziehungswissenschaftliches Studium – und damit auch die Auseinandersetzung mit Grundlagen, Theorien und Methoden der Erziehungswissensschaft, in Hinblick auf die Arbeit in der pädagogischen Praxis notwendig? Was erwarte ich von diesem Studium?

Ich denke, dass ein erziehungswissenschaftliches Studium im Hinblick auf die Arbeit in der pädagogischen Praxis notwendig ist, da wir als Lehrer eine ganz besondere Verantwortung tragen, auf welche wir ohne erziehungswissenschaftliche Grundlagen nicht genügend vorbereitet wären.

Pädagogen, allen voran Lehrer, können durch das Formen des individuellen Lernverlaufes eines Schülers das ganze restliche Leben dieser Person beeinflussen. Das ist eine große Macht die leicht missbraucht werden kann, oder es enstehen einfach versehentlich gravierende Fehler welche dann aber für den Schüler schwere Folgen haben können.

Um diese immense Verantwortung also mit gutem Gewissen schultern zu können, schließlich ist niemand unfehlbar, jedoch wäre es meines Erachtens schon wünschenswert das Gefühl zu haben, immer alles mir mögliche gegeben zu haben, sollten wir also auch alle Blickfelder der Erziehungswissenschaft zumindest einmal angerissen haben.

Ich bin mir relativ sicher das ich nach meinem Studium auch den klassischen Lehrerberuf ergreifen möchte, und dieser erfordert zusätzlich zu dieser persönlichen Verantwortung auch ein gewisses Maß an Fachwissen, welches meiner Meinung nach nur durch ein wissenschaftliches Studium zu erlangen ist.

Natürlich ist die Praxis mindestens genauso wichtig, schließlich stehen wir später alle einmal mit der Kreide in der Hand alleine vor einer Klasse, und diese bekommen wir mit unseren Praktika auch noch, aber vorher sollten wir erst einmal lernen, über was wir da eigentlich reden. Ohne ein Thema vor der Klasse zu stehen, oder auf die meisten Rückfragen ratlos dazustehen, ist doch relativ ungünstig. Mit einem fundierten Wissen in Theorien und Methoden ist damit wahrscheinlich ein erster Grundstein gelegt.

Deshalb erwarte ich auch, sogut es meinen Dozenten eben möglich ist dieses Basiswissen vermittelt zu bekommen. Im wahren Leben kann zwar immer alles anders kommen, aber um das Gefühl zu haben das ich fähig bin auch während dieser Unsicherheit einen kühlen Kopf zu bewahren hoffe ich hier erst einmal alles Wissen, welches ein guter Pädagoge braucht, zu erhalten.

Ich bin jetzt schon ganz gespannt wie es später sein wird vor so vielen kleinen Menschen zu stehen, und ihnen als Pädagoge mit Freude dabei zu helfen zu wachsen und ins Leben starten zu können. Dieses erziehungswissenschaftliche Studium ist dabei der Startschuss, und ich freue mich darauf.

 

 

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