Aktuelle Kürzungs- und Umstruckturierungsvorhaben in der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Hamburg und ihre Folgen

Im folgenden Essay werde ich mich damit befassen welche Vor- und Nachteile die aktuellen Kürzungs- und Umstruckturierungsvorhaben in der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Hamburg mit sich bringen würden. Hierzu werde ich zunächst die aktuellen Kürzungs- und Umstruckturierungsvorhaben in Hamburg und deren Hintergründe schildern. Anschließend werde ich diese kritisch analysieren und schlussendlich daraus mein Fazit ziehen.

Wie auch jede andere Stadt versucht auch Hamburg möglichst viel Geld an verschiedenen Ecken und Enden einzusparen, um der geplanten Schuldenbremse gerecht werden zu können. Aktuell ist hierbei besonders der „Sozialhaushalt“ betroffen, in dem „eine Lücke von 100 Mio. Euro“ gestopft werden muss. Diese entstand „u.a. wegen der Reduzierung der Kita-Gebühren“. (Aktuelle Äußerungen zu den Kürzungen im Sozialhaushalt der Stadt Hamburg vom 8.06.12. URL: https://docs.google.com/viewer?a=v&q=cache:FksCaGOS82IJ:sozialearbeit.verdi.de/themen/inklusion-integration/data/Beschluss-der-ver.di-Landesbezirkskonferenz-zu-den-Krzungen-im-Sozialhaushalt-15.06.2012.pdf+Initiativantrag+des+Fachbereichs+Bund,+Laender+und+Gemeinden+aktuelle+Aeusserungen+zu+den+Kuerzungen+im+Sozialhaushalt&hl=de&gl=de&pid=bl&srcid=ADGEESgAam7nNA8AmBbznQqGBq_LMrbTEYvDz6yQQK-M3jxF9j1lY6lKommQT63-rJJDi5B6J-BwgJPq2ED4L2yxfb3xENqf3mHMpDblVL9ks8JUpbrxo-Bik7BpQDwWOyljbSWpxUzW&sig=AHIEtbTx3lc0E_nrmrAZ2JaItX2fYVPu2Q. Stand: 13.09.2012.) Zudem kommt jedoch, dass „seit den Fällen der Kindesverwahrlosung 2005 die Kosten für Erziehungshilfen (HZE) regelrecht explodiert sind, denn diese werden von fachlich ausgebildeten Sozialpädagogen durchgeführt und die sind teuer.“(Aussagen von den Mitarbeitern bei rat&info am 10.06.2012.) Allein im „Bereich Kinder- und Jugendarbeit, Familienförderung und bei Projekten der sozialräumlichen Angebotsentwicklung sollen ab 2013 3,5 Mio. Euro eingespart werden.“ (Stellungnahme des Verbandes Kinder- und Jugendarbeit Hamburg zu den geplanten Kürzungen bei der Offenen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, der Familienförderung und der SAE. URL: http://www.nokija.de/tag/Informationen/page/5/. Stand: 13.09.2012, S.1.) Dieses Geld würde außerdem benötigt „um flächendeckende Ganztagsschulen“ (Kontrolle ist gut- Offene Kinder- und Jugendarbeit ist besser, URL:http://www.diemotte.de/ueber-uns/aktuell. Stand: 13.09.2012.) einzuführen, die dann „zukünftig einen Teil der Aufgaben der offenen Kinder- und Jugendarbeit“ übernehmen sollen und „Parallelangebote seien nicht notwendig.“ (Stellungnahme des Verbandes Kinder- und Jugendarbeit Hamburg zu den geplanten Kürzungen bei der Offenen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, der Familienförderung und der SAE. URL: http://www.nokija.de/tag/Informationen/page/5/. Stand: 13.09.2012.)
Diese Einsparungen hätten zur Folge, dass es zu „massiven Entlassungen im Personalbereich bis hin zu Schließungen von Einrichtungen“ und zum Abbau von Angeboten kommen würde. Dies würde wiederum bedeuten, dass es „keine Vielfalt mehr von möglichen Angeboten mehr zur Auswahl“ gäbe. (Stellungnahme des Verbandes Kinder- und Jugendarbeit Hamburg zu den geplanten Kürzungen bei der Offenen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, der Familienförderung und der SAE. URL: http://www.nokija.de/tag/Informationen/page/5/. Stand: 13.09.2012.)
Doch um die genauen Folgen nun näher erläutern zu können schauen wir uns nun einmal das Konzept der offenen Kinder- und Jugendarbeit an. Dieses basiert auf „Freiwilligkeit, Wertschätzung, Verschwiegenheit, Partizipation und Selbstbestimmung“. (Aussagen von den Mitarbeitern bei rat&info am 10.06.2012) Unter Freiwilligkeit wird verstanden, dass die Zielgruppe bzw. das auch tatsächlich in Anspruch nehmende Klientel, aus vollkommen freien Stücken und selbstbestimmend an einem Angebot der offenen Kinder- und Jugendarbeit teilnimmt, d.h. ohne jeglichen Zwang und Auflagen. Während der Teilnahme an einem Angebot herrschen zwischen dem Pädagogen und dem „Klienten“ keinerlei Abhängigkeitsverhältnisse, Machtverhältnisse oder Unterordnungen. Beide sind gleichgestellt und partizieren gleichermaßen z.B. am gegenseitigen Gespräch. Es wird sich gegenseitig akzeptiert und gemeinsam in einem demokratischen Interaktionsprozess über die weitere Vorgehensweise entschieden, wobei sich beide Seiten über die beidseitige Verschwiegenheit über das Besprochene sicher sein können.
Wenn die Stadt nun wie geplant die offene Kinder- und Jugendarbeit an Ganztagsschulen verlegen würde, würden wichtige Grundsätze der offenen Kinder- und Jugendarbeit wegfallen bzw. gebrochen werden. So z.B. der Freiwilligkeitsanspruch und der Selbstbestimmungsanspruch. Denn die Kinder und Jugendlichen haben nicht die Wahl zu entscheiden ob sie zur Schule gehen möchten oder nicht. Dies wird fremdbestimmt, da in Deutschland eine Schulpflicht für alle Kinder und Jugendlichen bis einschließlich der 9. Klasse herrscht. Sie können also auch nicht selbst und frei bestimmen ob sie am Nachmittagsangebot von Ganztagsschulen teilnehmen. Sie müssen teilnehmen! Hier heißt es unter Zwang zur Freiheit. Wohingegen in der Jugendarbeit gilt „in Freiheit zur Freiheit“. (H. Kentler, 1964 S. 4. In: B. Sturzenhecker: Jugendarbeit ausbauen, statt an Ganztagsschulen verlegen! Argumente gegen Christian Pfeiffers erneuten Vorstoß zur Auflösung Offener Kinder- und Jugendarbeit. URL: http://www.agot-nrw.de/index.php?unterpunkteID=1&artikelID=229. Stand: 13.09.2012.) Dadurch würden auch erhebliche Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse ins Spiel kommen, denn sollten die Kinder und Jugendlichen nicht ordnungsgemäß und regelmäßig am Nachmittagsunterricht bzw. –angebot teilnehmen würden sie ihre Schulpflicht verletzen und es drohen Zwangsmaßnahmen. Somit würde der Pädagoge bzw. Sozialarbeiter in eine unfreiwillig übergeordnete Machtstellung geraten, in der einzig und allein er über weitere Schritte und Verfahren entscheiden könne. Zudem würde das Kind oder der Jugendliche auf Grund dessen unerwünschterweise unter Druck geraten und es könnte auch nicht mehr frei und gemeinsam mit dem Pädagogen in einem demokratischen Interaktionsprozess über weitere Treffen und das weitere Verfahren entschieden werden. Das weitere Treffen würde stattfinden, ob das Kind oder der Jugendliche das wollen würde oder nicht. Hiermit würde die Partizipation außer Kraft gesetzt werden. Was den Faktor Verschwiegenheit angeht, so ist dieser heute schon nur noch beschränkt vorhanden. Denn die Pädagogen und Sozialarbeiter müssen gegenwärtig schon immer konkreter darüber Rechenschaft ablegen wie viele und was für „Fälle“ sie „bearbeitet“ haben. Sie müssen auch leider momentan schon immer verbindlicher „Fälle bearbeiten“, die ihnen vom Allgemeinem Sozialen Dienst (ASD) zugewiesen werden und diese dann auch genaustens schriftlich erfassen und dokumentieren. Diese zunehmende Kontrolle und Zuweisung ist schon jetzt ein großes Problem, da sie die Feiwilligkeit, Selbstbestimmtheit und die Verschwiegenheit außer Kraft setzt. An Ganztagsschulen würde das vermutlich auch nicht anders aussehen. Übrig bleiben würde also nur noch die Wertschätzung, die der Pädagoge dem Kind- oder Jugendlichen entgegenbringen könnte und evt. auch das Kind oder der Jugendliche dem Pädagogen, was unter den zwangsweise gegebenen Umständen jedoch eher unwahrscheinlich ist.
Kommen wir nun zu meinem Fazit:
Es ist festzuhalten, dass durch die geplanten Umstrukturierungen und Kürzungen die eigentlichen Grundsätze und Leitfäden der offenen Kinder- und Jugendarbeit weitgehend verloren gehen würden. Ich bin der Meinung, dass durch diese Verlagerung an die Institution Schule versucht werden soll die offene Kinder- und Jugendarbeit zu funktionalisieren, um die Kinder und Jugendlichen möglichst effektiv in den Griff zu bekommen um so wiederum weiter folgende Hilfsleistungen und Fördermittel einsparen zu können. D.h. wie überall versuchen die Politiker und Machthaber auch hier mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel Geld einzusparen. Doch ist es wirklich sinnvoll den Kindern- und Jugendlichen unter Zwang und ohne jegliche Wahlmöglichkeiten dieses Angebot der Jugendarbeit aufzudrücken, was doch eigentlich durch Leitbegriffe wie Freiwilligkeit, Selbstbestimmtheit, Partizipation und demokratische Mitverantwortung bestimmt ist?
Ich würde mal behaupten, da läuten bei jedem, der schon mal mit Kindern oder Jugendlichen in irgendeiner Form zu tun gehabt hat, die Alarmglocken. Denn Fakt ist, wenn man Kindern oder Jugendlichen unter Zwang etwas vorsetzt wird sofort auf stur geschaltet und man kommt überhaupt nicht mehr an sie ran. Wenn sie hingegen die Wahl haben und etwas freiwillig machen möchten und dann auch noch frei und selbstbestimmt daran partizipieren können, stehen ihnen jegliche Entfaltungsmöglichkeiten zur Verfügung und man kann mit ihnen gemeinsam über alles sprechen. Genau diese Freiwilligkeit, Selbstbestimmtheit und demokratische Partizipation ist der Schlüssel um gemeinsam mit den Jugendlichen zu arbeiten und sie zu fördern. Das hat die offene Kinder- und Jugendarbeit schon früh erkannt und sich zum Ziel gesetzt auf diese Art und Weise die demokratische und gemeinschaftsfähige „Mitverantwortung“ und „Selbstbestimmtheit“ von Kindern und Jugendlichen zu fördern. (B.Sturzenhecker, E.Richter: Kinder- und Jugendarbeit zwischen Aktivierung und Bildung In: A. Liesner, I. Lohmann: Gesellschaftliche Bedingungen von Bildung und Erziehung, Stuttgart 2010 S. 206.) Dieses Ziel ist schon jetzt nur schwer durchzusetzen, da es immer striktere Vorgaben und nur wenig Fördermittel und Wohltäter gibt. Und nun soll noch mehr gekürzt bzw. umstrukturiert werden?! Das würde evt. das Ende der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Und somit auch das Ende einer in dieser Art einzigartigen, freiheits- und demokratiebestimmten Institution.

Literatuverzeichnis
• Aktuelle Äußerungen zu den Kürzungen im Sozialhaushalt der Stadt Hamburg vom 8.06.12. URL: https://docs.google.com/viewer?a=v&q=cache:FksCaGOS82IJ:sozialearbeit.verdi.de/themen/inklusion-integration/data/Beschluss-der-ver.di-Landesbezirkskonferenz-zu-den-Krzungen-im-Sozialhaushalt-15.06.2012.pdf+Initiativantrag+des+Fachbereichs+Bund,+Laender+und+Gemeinden+aktuelle+Aeusserungen+zu+den+Kuerzungen+im+Sozialhaushalt&hl=de&gl=de&pid=bl&srcid=ADGEESgAam7nNA8AmBbznQqGBq_LMrbTEYvDz6yQQK-M3jxF9j1lY6lKommQT63-rJJDi5B6J-BwgJPq2ED4L2yxfb3xENqf3mHMpDblVL9ks8JUpbrxo-Bik7BpQDwWOyljbSWpxUzW&sig=AHIEtbTx3lc0E_nrmrAZ2JaItX2fYVPu2Q. Stand: 13.09.2012
• B.Sturzenhecker, E.Richter: Kinder- und Jugendarbeit zwischen Aktivierung und Bildung In: A. Liesner, I. Lohmann: Gesellschaftliche Bedingungen von Bildung und Erziehung, Stuttgart 2010
• B. Sturzenhecker: Jugendarbeit ausbauen, statt an Ganztagsschulen verlegen! Argumente gegen Christian Pfeiffers erneuten Vorstoß zur Auflösung Offener Kinder- und Jugendarbeit. URL: http://www.agot-nrw.de/index.php?unterpunkteID=1&artikelID=229. Stand: 13.09.2012
• J. Bakic, M. Diebäcker, E. Hammer, Leitbegriffe der Sozialen Arbeit. Wien 2008. URL: http://www.loecker-verlag.at/docs/Aktuelle_Leitbegriffe_der_Sozialen_Arbeit.pdf. Stand: 13.09.2012
• Kontrolle ist gut- Offene Kinder- und Jugendarbeit ist besser, URL:http://www.diemotte.de/ueber-uns/aktuell. Stand: 13.09.2012
• Müller, C.W./Kentler, H./Mollenhauer, K./Giesecke, H.: Was ist Jugendarbeit? Vier Versuche zu einer Theorie. München 1964
• Spatschek, 2007 S.53. In: J. Bakic, M. Diebäcker, E. Hammer, Leitbegriffe der Sozialen Arbeit. Wien 2008. URL: http://www.loecker-verlag.at/docs/Aktuelle_Leitbegriffe_der_Sozialen_ Arbeit .pdf. Stand: 13.09.2012
• Stellungnahme des Verbandes Kinder- und Jugendarbeit Hamburg zu den geplanten Kürzungen bei der Offenen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, der Familienförderung und der SAE. URL: http://www.nokija.de/tag/Informationen/page/5/. Stand:13.09.2012

Gruppenarbeit am 19.04.2012

Wir sind zu dem Ergebniss gekommen, dass ein wissenschaftliches Studium die Basis für das spätere Berufsleben legt. Zudem übernimmt man als Pädagoge eine Vorbildfunktion und trägt damit große Verantwortug. Jeder Mensch ist individuell und deshalb müssen wir im späten Berufsalltag die erlernten Methoden und Theorien selbstständig und individuell anpassen und anwenden. Leider würde in der Uni generell der praktische Bezug zu kurz kommen, weshalb die Theorie meist schwer nachzuvollziehen ist.

Warum ist ein wissenschaftliches Studium sinnvoll für pädagogische Praxis?

Im Folgendem Text werde ich mich mit der Frage auseinander setzen, ob ein wissenschaftliches Studium sinnvoll für die spätere pädagogische Praxis ist.

Ich denke, dass das Maß der Wichtigkeit bzw. in wie weit es sinnvoll ist hängt ganz von dem genauen späteren Beruf ab. Denn es ist entscheidend, in wie weit wissenschaftliche Arbeiten, wie Argumentationen, Essay´s etc., eine Rolle im späterem Berufsalltag einnehmen. Wird man, wie die Mehrheit dieses Kurses vorhat, Lehrer dann denke ich, dass solch ein wissenschaftliches Studium sehr sinnvoll ist, da Lehrer es im späterem Schulalltag ständig mit wissenschaftlichen Arbeiten zu tun haben. Sie müssen sie sowohl selber anfertigen, als auch die der Schüler kontrollieren und bewerten. Um dies tun zu können müssen sie über die korrekte Anfertigung bestens Bescheid wissen um ihrer, in gewisser Weise auch, „Vorbildfunktion“ nachkommen bzw. gerecht werden zu können. Ebenfalls sinnvoll halte ich ein wissenschaftliches Studium für Leute, die vorhaben später im Forschungsbereich zu arbeiten. Denn besonders hier spielen Statistiken, bewertende Beurteilungen, Umfragen und Berichte eine sehr wichtige Rolle und deshalb würde man darauf mit einem wissenschaftlichen Studium optimal  vorbereitet werden.  Eine weniger große Rolle spielen wissenschaftliche Arbeiten bei Berufsfeldern wie Streetworker, Kinder- und Jugendförderung und Beratung und in Kindertagesstätten oder Horts. Denn hier steht nicht das schriftliche Arbeiten im Vordergrund sondern die pädagogische Betreuung, Beratung und Förderung, die man persönlich den Kindern und Jugendlichen, sowie deren Eltern, gibt und zur Verfügung stellt. Diese „mentale“ Beratungsfunktion und die Tatsache einfach für diese Leute da zu sein steht an erster Stelle und „wissenschaftliche“ Arbeiten interessieren da wirklich niemanden. Lediglich für den Arbeitgeber und für „die Akten“ müsste man Berichte anfertigen um den Behandlungsstand zu dokumentieren und dafür muss man kein Meister im wissenschaftlichen Arbeiten sein.

Abschließend lässt sich sagen, dass es natürlich nie schlecht ist zu viel zu lernen oder etwas in dem man zu Beginn noch nicht so viel Sinn sieht wofür man es später mal gebrauchen würde, denn man weis ja nie was später im Leben alles auf einem zu kommt und ob man sich nicht doch für einen anderen Berufszweig entscheidet, indem wissenschaftliche Arbeiten eine große Rolle spielen. Hier gilt:“Sag niemals nie!“, denn du weist nicht was noch kommt.