Die KurzFilmSchule ist im Rahmen des Mo&Friese KinderKurzFilmFestival auch mit einem Programm vertreten. Am Mittwoch den 30. Mai 2012 um 16 Uhr, gibt es in den Zeise Kinos aktuelle Filme aus dem Hause KurzFilmSchule zu sehen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.
Am 28. und 29.01.2011 veranstaltet das Germanistische Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster eine Fachtagung zur Filmvermittlung. Sie wendet sich den bisher im deutschen Diskurs wenig berücksichtigten Fragen nach einer möglichen Verortung der Geschichtlichkeit, der ästhetischen Vielfalt und der gesellschaftlichen Relevanz des Kinos zu.
Die Tagung bringt Forschende und Lehrende aus der Filmwissenschaft, der Literaturwissenschaft und der Filmdidaktik sowie Personen aus Filmbildungsprojekten und der Kinopraxis zusammen, um gemeinsam diese Lücke zu schließen und folgende Aspekte der Filmbildung und der Filmvermittlung zu diskutieren:
“Wie können Phasen der Literaturgeschichte und der Filmgeschichte sowie literarische Formen und Filmerzählung miteinander verknüpft werden, ohne auf ‚Verfilmungen‘ im Unterricht zurückgreifen zu müssen? Welche Konzepte zur Vermittlung von Kinokultur und literarischer Kultur gibt es bereits, wie können diese (weiter-) entwickelt werden? Gibt es eine Anschlussfähigkeit zwischen Film- und Literaturgenres? Wie werden Differenzierungen zwischen den Darstellungsformen Schrift- und Filmkultur deutlich gemacht? Können Stichworte wie ‚Multimedialität‘ und ‚Intermedialität‘ produktiv gemacht werden? Welche alternativen Formen der Filmvermittlung gibt es?”
Neben Vorträgen und anschließenden Diskussionen werden am 29. Januar Workshops zur alternativen Filmvermittlung speziell für Lehrerinnen und Lehrer angeboten, die – neben Parametern wie Einstellungsgrößen und Perspektivwechsel – praxisorientiert andere Methoden in den Mittelpunkt ihres Filmunterrichts stellen wollen.
Weitere und genauere Informationen gibt es auf der Tagungshomepage.
Die aktuelle Ausgabe (8/10) von epd-Film Das Kino-Magazin enthält einen Schwerpunkt zum Thema »Film und Schule«.
Auf dem Magazin-Cover heißt es dazu »Herr Lehrer, wir wollen ins Kino! Ein Special über Filmbildung in der Schule«. In die beiden Aussagen lässt sich schon eine Differenz (oder gar ein Dissenz oder eine Inkommposibilität) deuten, die sich dann auch in den Textbeiträgen zum Schwerpunkktthema mitliest. Filmbildung im Kino und Filmbildung in der Schule bedeuten nicht dasselbe, stehen vielleicht sogar gegeneinander – auch wenn Positionen im deutschen medienpädagogischen Diskurs in Begriffen einer »schulischen Filmbildung« das Gegenteil behaupten.
Bei Ansätzen schulischer Filmvermittlung, die dieser medienpädagogischer Prämisse folgen, möchte man die Schülerinnen und Schüler tatsächlich in ihrem Wollen zum Kino (»Herr Lehrer, wir wollen ins Kino!«) als Flucht aus dem Klassenraum und eine Form des Widerstands bestärken.
Die Beiträge »Rein ins Kino« von Rudolf Worschech und »Gegenwelt. Film an der Schule – Muss das überhaupt sein? Ein Einspruch« von Barbara Schweizerhof lassen sich auf der zuvor skizzierten kritischen Fluchtlinie zwischen Kino und Schule lesen.
Winfried Pauleit beschreibt in seinem Beitrag »Die feinen Unterschiede« was die deutsche Medienpädagogik, insbesondere der Diskurs der Filmvermittlung im Spannungsfeld von Kino und Schule (man könnte aber auch noch das Museum, die DVD, das Fernsehen oder das Internet hinzunehmen), durch einen Blick nach Frankreich lernen kann. Der dort entwickelte – und insbesondere durch den Namen Alain Bergala und dessen Buch »Kino als Kunst. Filmvermittlung an der Schule und anderswo« in Deutschland bekannt gewordene – cinéphile Ansatz pädagogischer Filmvermittlung »wendet sich gegen eine ideologiekritische Pädagogik, die den Film unter die Massenmedien subsumiert”. Sie setzt dagegen auf eine Hinwendung zum Film als Kunst und »gutes Objekt«, an dem man sich beispielsweise im Kino (ästhetisch) bildet. Cinéphile Filmbildung ist daher folgerichtig auf Dimensionen subjektiver Film-Erfahrung wie “Beobachtung, Sensibilität” und auf ein Verständnis des künstlerischen Schaffensprozesses vor dem Hintergrund der Filmgeschichte und des Politischen als ästhetische Form ausgerichtet.
Ein Gespräch zwischen Raimund Gertz und der Hanauer Lehrerin Gela von Detten beleuchtet unter dem Titel »Im Abseits der guten Absichten« die bisherigen Bemühungen schulischer Filmvermittlung an ihrer Schule und im Land Hessen.
Ein Beitrag von Stefan Reinecke, »Profession:Lehrer«, zu Bildern der Schule im Dokumentarfilm rundet das Schwerpunktthema ab und gibt interessante Einsichten in die bevorzugten filmischen Perspektiven auf Schule.
Unter dem Titel »Blackboards« – Filmische Beobachtungen pädagogischer Praxis« veranstalten das Institut für Kunst Musik und ihre Vermittlung (IKMV) gemeinsam mit dem Institut für Bildungswissenschaft (IBIWI) der Universität Lüneburg Leuphana am 7. Juni eine Filmvorführung mit Gespräch im SCALA Programmkino.
Es wird der Film »Blackboards« der Iranerin Samira Makhmalbaf gezeigt, zu dem ich eine kurze Einführung geben und anschließend einen Vortrag mit Gespräch halten darf. Das Gespräch moderiert Nina Rippel.
Die Veranstaltung freut mich aus mehreren Gründen sehr: einmal ist Makhmalbafs Film äußerst sehenswert (ich hatte ihn auch schon zusammen mit Karl-Josef Pazzini in Hamburg gezeigt) und das Scala ein tolles Programm-Kino, in dem ich sehr gerne sprechen werde und zum anderen zieht die kontinuierliche Beschäftigung mit den filmischen Inszenierungen des Lehrens nun weitere Kreise und weckt auch das Interesse anderer an diesem Thema.
Nina Rippel Schreibt weiter zur Veranstaltung:
“Was bringt die beiden Fachrichtungen Kunstvermittlung und Bildungswissenschaften im Kino zu einer Filmvorführung eines iranischen Films zusammen?
Es ist eine Vermutung, die sich folgendermaßen formulieren lässt: Das, was im Kino zusammengebracht wird, ist eine am Film geschulte ästhetische Wahrnehmung mit einer Beobachtungspraxis von Lehr- und Lernsituationen, die jenseits der uns vertrauten kulturellen und institutionellen Rahmungen stattfindet. Diese Konstellation schärft den Blick auf Lehr-Lern- und Bildungsprozesse.
Makhmalbafs »Blackboards« ist eine filmpoetische Verdichtung, die verschiedene Fragen zum Lehren und Lernen, zum Wissen und seiner Weitergabe anspielt. Im Grenzland zwischen dem Irak und Iran begegnen sich drei Generationen: eine Gruppe alter Männer und Frauen, Lehrer und Kinder. Die Lehrer schleppen Schultafeln auf ihren Rücken durch die unwirtliche Berglandschaft. Warum? Vielleicht als Zeichen ihres Berufsstandes oder als Erinnerung an die Institution Schule?”
Alle Interessierten sind herzlich ins Kino eingeladen!
“Sein und Haben (Etre et avoir) ist ein Dokumentarfilm, der wirkt als wäre er keiner, Cantents Die Klasse (Entre les murs) wiederum will wirken wie einer, ist aber keiner. Beide Filme inszenieren pädagogische Helden. Lehrkräfte waren seinerzeit im Hamburger Zeise-Kino ebenso gerührt wie vorletztes Jahr im Kölner Off Broadway”, so Olaf Sanders in einem ersten Vorgespräch zu seinem Vortrag.
Es geht also möglicherweise um die Verhältnisse von Film, Frankreich, Pädagogik, Performanz und pädagogischen Kitsch – und all das zusammen mit und vor dem Hintergrund von Deleuzes Philosophie. Ich bin gespannt.
Interessierte sind herzlich eingeladen!
Der britische Filmemacher Ken Loach hat einen Youtube-Sender aufgemacht. Dort sind bislang sieben seiner Filme kostenlos und in völliger Unterbrechungslosigkeit zu sehen, nämlich: POOR COW, CATHY COME HOME, HIDDEN AGENDA, RIFF-RAFF, THE NAVIGATORS, AE FOND KISS und sein vielleicht bester Film KES – den ich auch zu der (mittlerweilen recht langen) Liste von Spielfilmen zähle, die das Lehren oder Lernen in Szene setzen. Viel Spass beim reinschauen! (via cargo)
Ende Mai und Anfang Juni gibt es eine Menge interessanter Filmveranstalt-ungen, auf die ich jetzt schon mal kurz hinweisen möchte.
Der Reigen beginnt am 27. Mai in Köln mit einer Tagung der Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NRW, in Kooperation mit der Filmstiftung NRW:
»Seit 2001 sind mehr als 30 Dokumentarfilme zum Thema Schule und Bildung entstanden. Pisaschock und die Erkenntnis, dass Bildung mehr denn je für gesellschaftliche Chancen von Kindern und Jugendlichen relevant ist, haben Dokumentarfilmer, Studierende der Filmhochschulen und Fernsehsender zur Produktion motiviert. Insgesamt zeigen die Filme unterschiedliche Handschriften und thematische Erschließungen. Alle erlauben eine Expedition der Zuschauer in das heutige System Schule, das jeder aus seiner eigenen Schulzeit zu kennen glaubt. Die Veranstaltung stellt ebenfalls Fragen nach dem Beitrag des Dokumentarischen zur deutschen Bildungsdebatte und dazu, was auch die Lehrer und Lehrerinnen, im System arbeitend, für sich daraus gewinnen können. [...]«
Am 30. Mai geht es dann »nahtlos« weiter in Hamburg mit dem 12. Mo&Friese KinderKurzFilmFestival, vom 30. Mai bis zum 6. Juni 2010 in den Zeise-Kinos, Hamburg.
»Vom 30. Mai bis zum 6. Juni 2010 habt ihr die Möglichkeit 50 Filme aus 20 Ländern im Kinosessel zu genießen. Die Mo- und die Friesejury werden am 6. Juni die beiden stolzen Preisträger des diesjährigen Festivals verkünden. Das Hauptthema von Mo&Friese Alt und Jung wird euch im gesamten Festival immer wieder begegnen. So haben Kinder im Rahmen des „Gib mir Fünf!“-Wettbewerbs unter dem Motto Milchzahn und Silberhaar viele Filme über das Zusammensein von Senioren und Kindern gedreht.
Lebenszeiten, das Eröffnungsprogramm, blickt auf Verbindendes und Trennendes dieser beiden Generationen. Unser Sonderprogramm Verst(r)ickt & Zugenäht zeigt Filme, die gebastelt, gestickt oder gehäkelt sind. Es möchte Lust aufs Ausprobieren machen und zeigen, dass Handarbeit nicht nur etwas für Großmütter ist.«
Neben den Filmen in den unterschiedlichen Programmen wird auch in diesem Jahr wieder ein Filmprogramm der KurzFilmSchule zu sehen sein.
Am 2. Juni um 16 Uhr in den Zeise-Kinos präsentieren Schüler der Klasse 8c des Gymnasiums Corveystraße Kurzfilme, die im letzten Jahr in der Workshops der KurzFilmSchue entstanden sind.
Sicherlich eine spannendes Programm für all diejenigen die an Schülerfilmen und an künstlerischer Filmvermittlung an Hamburger Schulen interessiert sind.
Und nur einen Tag später, am 1. Juni, beginnt das 26. Internationale Kurz Film Festival Hamburg.

Am Mittwoch, den 14. April 2010 beginnt die Ringvorlesung »Filmische Inszenierungen des Lehrens und des Lehrers. Lehr-Performances«, die ich gemeinsam mit Prof. Dr. Karl-Josef Pazzini und der [FuL] Forschungs- und Le[ ]rstelle, Kunst – Pädagogik – Psychoanalyse am Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg veranstalte.
An diesem Mittwochabend wird Adrienne Crommelin mit dem »Klassiker« des Lehrer-Films Das fliegende Klassenzimmer den Vortragsreigen eröffnen. Der Titel ihres Vortrags lautet »Der Unterricht wird zum Lokaltermin. Erich Kästners Lehren« und er verspricht sehr spannend zu werden. Sie selbst schreibt zu Ihrem Vortrag:
“In der Auseinandersetzung mit der Verfilmung von Kurt Hoffmann, zu der Kästner selbst das Drehbuch lieferte, geht es zunächst um die jeweiligen Phantasien und Wünsche, die in den verschiedenen Lehr-Szenarien entworfen und durchgespielt werden. Die dabei hervortretenden Ambivalenzen und Uneindeutigkeiten sind – so die These – nicht allein auf eine inkonsequente Dramaturgie der Filmerzählung zurückzuführen, sondern haben mit grundlegenden Problemen von Lehre und Autorität zu tun, die noch lange nicht verjährt sind.”
Die Vorlesungsreihe »Lehr-Performances« nimmt sich der unterschiedlichen Inszenierungen des Lehrers im internationalen Spielfilm an. Die filmischen Lehr-Performances sind dabei nicht nur als gute, schlechte oder zumindest sentimentale Unterhaltung der Zuschauer (als ehemalige Schüler) zu verstehen, sondern sie speisen sich aus einem historisch und gesellschaftlich spezifischen kulturellen Imaginären, modifizieren es und reichern es mit neuen Figuren, Bildern und Aussagen an. Durch die Filme zum Vorschein gebracht, kann es zum Gegenstand von Gesprächen werden.
Der Film wird in dieser Perspektive zu einer kulturellen Praxis der (Re-)Inszenierungen des Wissens um das Lehren und Lernen. Anhand der »Lehr-Filme« lassen sich demzufolge wichtige Aussagen zur Erforschung der Schule, zu den strukturellen Momenten des Lehrens und Lernens und zu Bildungsprozessen der Schüler und der Lehrer gewinnen.
Die insgesamt sieben Vorträge finden 14tägl., Mittwoch, von 19 – 21 Uhr im Rm 504 VMP 8 statt. Die Vorträge sind öffentlich und kostenlos. Eine Voranmeldung ist nicht nötig.
Alle am Thema Interessierten sind herzlich eingeladen zu kommen!
Weitere Informationen zur Reihe erhalten sie auf den Seiten der Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Hamburg.

Der Bertz+Fischer Verlag kündigt das Buch in seinem Frühjahrskatalog 2010 an. Höchstwahrscheinlich wird es rechtzeitig zum nächsten Internationalen Bremer Symposium zum Film erscheinen. Nina Rippel und ich haben auch einen Text zum Buch beigetragen, »Die KurzFilmSchule. Ein Projekt künstlerischer Filmvermittlung an Hamburger Schulen«, indem wir die Arbeit der KurzFilmSchule vorstellen und unser Konzept einer künstlerischen Filmvermittlung zur Diskussion stellen.
Der Verlag schreibt in der Vorankündigung des Buchs:
“Ob Kulturfilm oder kommerzieller Film, das Kino wirkt seit seinen Anfängen persönlichkeitsbildend. Dennoch: Die Schulen in Deutschland sehen sich bis in die Gegenwart im Konflikt: Sollen sie den Film als Mittel schulischer Bildung nutzen oder ihn als Medium der Massenkultur ablehnen? Seit Beginn des neuen Jahrtausends zeichnet sich eine Veränderung ab: Filmwirtschaft, Kulturinstitutionen, Bildungsinstitutionen und Wissenschaft machen sich für die Filmvermittlung in den Schulen stark.
Mit welchen Methoden und Medien wird heute Film vermittelt? Welche Rolle spielen dabei Institutionen wie Filmmuseum, Kommunalkino, Schule, Filmhochschule und Universität? Wie tragen Filme zur Persönlichkeitsbildung bei? Und inwiefern ist Film selbst eine Vermittlungsinstanz?
Das Buch präsentiert ein internationales Spektrum unterschiedlicher Positionen der Filmvermittlung: zum Beispiel den in Frankreich entwickelten Ansatz, »Film als Kunst« zu vermitteln, oder das in England praktizierte Konzept der »film literacy«. Theorie und Praxis, Visionen und ihre konkrete Umsetzung stehen dabei gleichermaßen im Fokus.
Die Publikation liegt zweisprachig auf Deutsch und Englisch vor. Die CD-ROM in englischer Sprache enthält zahlreiche Filmausschnitte, die die Argumentation anschaulich machen.”

Im Dezember diesen Jahres wird es eine weitere Filmveranstaltung in der Reihe »Lehrer-Performances. Spiel/Filmbeispiele« in Kooperation mit [FuL] Forschungs- und Le[ ]rstelle geben, auf die ich schon jetzt aufmerksam machen möchte.
Zusammen mit Prof. Karl-Josef Pazzini zeige und diskutiere ich den Film »Blackboards« von Samira Makhmalbaf (Iran, Italien, Japan 2000).
Zeit: Donnerstag, 9. Dezember 2009, 19.00 Uhr
Ort: Rm 504, VMP 8
»Blackboards« beginnt mit einem ungewöhnlichen Bild: in den Bergen des iranischen Teils Kurdistans, nahe der Grenze zum Irak, ist eine Gruppe von jungen Lehrern mit schweren Schultafeln beladen auf der Suche nach lernwilligen Schülern. Zwei der Lehrer trennen sich von den anderen: der Eine, Reeboir, trifft Kinder, die vom Schmuggel mit gestohlenen Waren leben. Und der Andere Lehrer namens Said stößt auf eine Gruppe älterer kurdischer Männer, die einen Weg über die Grenze zurück in ihre Heimat suchen. Einer der Alten fürchtet zu sterben, bevor er seine Tochter Halaleh verheiratet hat. Said verliebt sich in Halaleh, aber er hat als Hochzeitsgeschenk nur seine große schwarze Tafel anzubieten.
Neben den Begegnungen der drei Generationen mitsamt den sich ergebenden, unterschiedlichen Lehrsituationen interessiert uns das zentrale Motiv des Films – die schwarze Schultafel. Sie wird in Makhmalbafs poetischem Film zum überdeterminierten Zeichen, das vielfältige Lesarten zulässt: als Metapher für Wissen, Lehre und Bildung drängt es sich auf, Christen mögen darin das Kreuz erkennen. Die Tafel dient als Schutzschild, als Tarnung, als Trage für Verletzte und Kranke, als Trennwand bei der Hochzeitszeremonie und Pfand bei der Scheidung. Und bei Reeboir, der mit den minderjährigen Schmugglern umherzieht, gleicht sie dem Diebesgut auf ihrem Rücken.









