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Making school in the age of the screen
PESGB Large Grant Seminar Series
[Laufzeit: 01.09.2016 – 30.08.2017, Gefördert mit £ 10.000]
Zusammen mit Dr. Joris Vlieghe (Liverpool Hope University), Dr. David Lundie (Liverpool Hope University), Dr. Nancy Vansieleghem (LUCA Arts School, Ghent, Belgium), Anna Koupannou (Cyprus Pedagogical Institute) und Prof. Dr. Jan Masschelein (University of Leuven, Belgium).

Pädagogiken des Films
[Laufzeit seit 01/2013]
Die Forschung geht davon aus, dass sich pädagogische Praxis nicht nur auf schulische bzw. außerschulische Bildungsinstitutionen (wie beispielsweise Familie, Kindergarten, Schule, Hochschule) beschränkt. Sie versucht vielmehr einen Beitrag zur Erschließung des Pädagogischen vom Film aus und unterstellt die Existenz von Pädagogiken des Films und seiner medialen Dispositive (z.B. das Kino).
Ich schließe damit an Gilles Deleuzes‘ Überlegungen zu einer „Pädagogik der Wahrnehmung“ an, die er 1972 in einem Brief an Serge Daney zum ersten Mal aufnimmt und die für ihn vor allem eine Pädagogik des Films/Kinos ist (vgl. Deleuze 1993). In Das Bewegungs-Bild (1989) prognostiziert Deleuze eine „Pädagogik des Bildes“ (1989: 28), die das Kino mit Jean-Luc Godard u.a. wie Jean-Marie Straub, Danièle Huillet, Roberto Rossellini, Michelangelo Antonioni, Hans-Jürgen Syberberg, Marguerite Duras und Alain Resnais hervorbringe. Sie und viele andere Filmemacher haben seit den 1950er Jahren zur „inneren Entwicklung des Kinos, zur Erforschung seiner neuen audiovisuellen Kombinationen und seiner großen Pädagogiken“ (Deleuze 1993: 105) beigetragen.
Ausgehend von Deleuzes’ Bemerkungen zu den filmischen Pädagogiken in seinen Kino-Büchern frage ich in meinem Forschungsprojekt danach, was aus einer systematischen erziehungswissenschaftlichen Perspektive filmische Pädagogiken samt ihrer Bedingungen sein könnten. Dieser Teil der Forschung gliedert sich derzeit in weitere Einzeluntersuchungen auf:
– eine vergleichende Studie philosophischer, erziehungs-, bild- und filmwissenschaftlicher Theorien des Zeigens, des Blicks und der Blicklenkung; die Begriffe „Blick“ und „Zeigen“ werden dabei nicht für das Feld der Sichtbarkeit reserviert, sondern adressieren die gesamte Erfahrungsfähigkeit des Subjekts (also auch und im speziellen das Hörfeld);
– eine Reformulierung des Kinodispositivs aus aufmerksamkeitstheoretischer und technologischer Perspektive;
– eine erziehungswissenschaftliche Erschließung des Affekts/der Affizierung als Grundierung des Subjektiven auf der Schnittstelle zu den verschiedenen Medientechnologien und ihrer pädagogischen Verwendungen am Beispiel des Films.
Das Projekt untersucht zudem in einem historischen Durchgang an einigen Beispielen der Filmgeschichte, an einigen Filmemacher_innen deren Potential für eine „Pädagogik der Wahrnehmung“ und eine differenzsensible ästhetische Bildung mit und durch den Film (vgl. Zahn 2012).

Filmische Inszenierungen des Lehrens
[Laufzeit seit 2010]
Seit 2010 forsche ich in Kooperation mit Prof. Dr. Karl-Josef Pazzini (Universität Hamburg) und Dr. Jean-Marie Weber (Universität Luxemburg) zur filmischen Inszenierung von Schule, Lehrer und des Lehrens in weiterem Sinne. Die Forschung widmet sich einem Kernproblem erziehungswissenschaftlicher Forschung, indem sie untersucht, wie Zugänge, Praktiken und Prozesse des Lehrens erforschbar
werden, wenn sie sich zugleich einer direkten Wahrnehmung entziehen. Seit der digitalen Zäsur werden zunehmend audiovisuelle Darstellungen von Lehrprozessen und -formaten als Forschungsdaten erhoben und ausgewertet, auch wenn eine theoretische und methodologische Grundlagenforschung zur medienspezifischen Inszenierung bislang ein Forschungsdesiderat darstellt.
Das Forschungsprojekt setzt an diesem Desiderat erziehungswissenschaftlicher Forschung an und fokussiert seine Untersuchungen auf die filmischen Inszenierungen des Lehrens im internationalen Spiel-, Dokumentarfilm und in Fernsehserien. Dabei gehen die Untersuchungen von der These aus, dass die Filme aufgrund ihrer Medialität an den inszenierten Lehrsituationen nicht nur anderes aufzeigen als sprachliche oder textliche Darstellungen, sondern dass Filme das Lehr-Lern-Geschehen anders zeigen und somit auch in der Rezeption der Filme eine andere Aufmerksamkeit, andere Fragen und Perspektiven auf dasselbe eröffnen können. Die Filme samt ihrer Darstellungstechniken des Imaginären ermöglichen einen Zugang zu den imaginären Dimensionen des Wissens und der Wahrnehmung, die sich durch sprachliche Darstellungen allein nicht erschließen lassen. Zudem ‚zwingen‘ die Filme ihre Zuschauer_innen dazu, das Klassenzimmer, das Unterrichtsgeschehen und somit auch das Lehrer- und Schülerwerden als gestaltetes, genauer: als performatives und inszeniertes Geschehen wahrzunehmen und sind somit imstande, einen ent-scheidenden Beitrag zur Performance-Debatte in der Lehrerbildung zu leisten. Filme sind in der Perspektive einer Theorie der Performanz als komplexe Inszenierungen von Lehrinszenierungen verstehbar, denen man in den Inszenierungsweisen und Darstellungen ihrer Geschichten über Lehrer und über das Lehren immer schon eine reflexive Dimension zusprechen kann (vgl. Zahn/Pazzini 2011).

KurzFilmSchule
[Laufzeit: 01/2007 – …]
Seit 2007 arbeite ich mit der KurzFilmSchule zusammen. Die KurzFilmSchule ist ein Projekt der KurzFilmAgentur Hamburg e.V. in Zusammenarbeit mit der Kulturbehörde Hamburg. Seit 2004 führt sie mehrtägige Kurzfilmworkshops für Kinder und Jugendliche an Hamburger Schulen durch, mit dem Ziel, die Filmbildung der Schüler- und LehrerInnen durch eine ästhetisch-künstlerische Praxis mit Film voranzubringen. Das Experimentieren mit bewegten, audiovisuellen Bildern steht dabei im Vordergrund und eröffnet Chancen auf ein komplexes und reflektiertes Verständnis von Film, dessen Funktions- und Wirkungsweisen. Damit das gelingen kann, werden die Workshops und Filmprojekte von Hamburger Filmkünstlern durchgeführt. Sie bringen ein umfangreiches ästhetisches Bild- und Filmwissen sowie praktische Erfahrungen aus der Filmarbeit in die Schulen ein.

    //abgeschlossen

Ästhetische Film-Bildung
[Laufzeit: 01/2007 – 07/2011]
Dem Film wird bildende Wirkung unterstellt. Viele der bisherigen theoretischen Anstrengungen, den Film mit seinen Wirkungen auf die Zuschauer zu verstehen, ignorieren aber die komplexe, eigenartige Medialität des Films, indem sie den Film wie einen Text behandeln oder ihn einer prädikativen Begriffssprache unterwerfen, beispielsweise die audiovisuellen, bewegten und multiperspektivischen Bilder des Films auf ihren sichtbaren und nacherzählbaren Inhalt reduzieren.
Meine Forschung konzentriert sich daher auf das Mediale des Mediums Film: auf seine notwendigerweise unsichtbaren, unhörbaren und unbewussten – konventioneller sinnlicher Wahrnehmung nicht direkt zugänglichen – Formierungen. An ausgewähltem Filmmaterial sollen aus bildungstheoretischer Perspektive die Relationen von technisch und symbolisch-kulturell modellierter Information und subjektiver Bildung befragt werden. Damit kommt am Modell des Films der ästhetische Wahrnehmungsprozess des Subjekts in seiner medialen, materiellen, körperlichen und zeitlichen Strukturiertheit in den Blick.
Das Forschungsvorhaben strebt damit zweierlei an: (1) die Erweiterung und Korrektur vorliegender Aussagen bezüglich der Film-Erfahrung und ihrer bildenden Wirkungen auf das Subjekt und (2) die Formulierung eines Beitrages zur Vielfalt ästhetischer Bildungstheorien am Modell des Films.
Die Zwischenergebnisse dieser (noch fortzusetzenden) Forschung sind unter dem Titel »Film-Bildung. Studien zu Film und Theorie in Bildung« zusammengefasst (und als Dissertation an der Universität Hamburg eingereicht).

Psychoanalyse und Film
[Laufzeit: 04/2006 – 2008]
Podcastprojekt zusammen mit Tim Schmidt und Gereon Wulftange: „[…] Jeder Podcast widmet sich vor dem Hintergrund psychonalytisch-inspirierter Filmtheorie einem Film. […] Die Gespräche entstehen entlang unserer je individuellen Filmerfahrungen, den Irritationen und damit verwickelten Interessen am jeweiligen Film. Bisher sind Sendungen zu den Filmen „187“, „Fight Club“, „Eyes Wide Shut“, „Caché“ und „Lost Highway“ entstanden.“